Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten in der Osteopathie und Manuellen Therapie
Kurzfazit: Praxisnahes Standardwerk, das Triggerpunkte und Muskelketten zusammendenkt.
Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten: in der Osteopathie und Manuellen Therapie
91,00 € Stand: 13.09.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten: in der Osteopathie und Manuellen Therapie von Philipp Richter und Eric Hebgen von Haug
Triggerpunkte in der Osteopathie: worum geht es in dem Buch?
Wer in der Osteopathie mit Triggerpunkten arbeitet, steht schnell vor einem Problem: Der schmerzhafte Punkt im Muskel ist selten die Ursache. Er ist ein Symptom, das sich am Ende einer längeren Kette aus Fehlbelastung, Ausweichbewegung und Kompensation zeigt. Genau hier setzt dieses Buch an. Philipp Richter und Eric Hebgen behandeln Triggerpunkte nicht als isolierte Punkte auf einer Landkarte, sondern verbinden sie mit Modellen der Muskelfunktionsketten.
Ein Triggerpunkt ist eine überempfindliche, tastbare Verhärtung innerhalb eines angespannten Muskelfaserbündels. Drückt man darauf, entsteht nicht nur lokaler Schmerz, sondern oft ein übertragener Schmerz in einer ganz anderen Region. Das erklärt, warum Patienten über Beschwerden klagen, an deren Ort sich anatomisch nichts finden lässt. Für den Praxisalltag ist diese Übertragung die entscheidende Information, und das Buch stellt sie systematisch dar.
Die dritte Auflage und ihre Erweiterungen
Bereits vor fünf Jahren wurde die Erstauflage des Buches veröffentlicht. Die nun aktuelle dritte Auflage wurde durch Ergänzungen verbessert. Das Kapitel über die Statik wurde deutlich erweitert. Es wurde die Entstehung myofaszialer Schmerzen durch falsche Körperhaltung diskutiert.
Außerdem wurden Dehnungsübungen beschrieben, die Patienten selbständig durchführen können, da Dehnungen die eigentliche Behandlung von Triggerpunkten und myofaszialen Strukturen darstellen. Zudem wurden nochmals Vereinheitlichungen durchgehend im ganzen Text vorgenommen, die zur besseren Strukturierung beigetragen haben.
Diese dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage erschien 2011 im Karl F. Haug Verlag und umfasst 272 Seiten. Das Werk wurde seither weitergeführt: 2015 folgte eine vierte Auflage bei Haug, 2021 eine fünfte, aktualisierte und erweiterte Ausgabe bei Thieme. Wer heute neu kauft, sollte zur jüngsten Auflage greifen, weil die inhaltlichen Ergänzungen der Vorgänger dort bereits eingearbeitet sind.
Über die Autoren
Philipp Richter, 1960 geboren, absolvierte ein Studium der Physiotherapie in Lüttich (Belgien), das er 1981 abschloss. Anschließend vervollständigte er noch seine Osteopathieausbildung an der A. T. Still Academy in Paris mit Abschluss 1991. Richter ist niedergelassener Physiotherapeut und Osteopath in eigener Praxis in Thommen (Belgien) und hat seit 1997 eine Dozententätigkeit am Institut für angewandte Osteopathie (IFAO) inne.
Eric Hebgen, der am 15.03.1966 in Koblenz geboren wurde, begann das Studium der Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, das er nach dem 1. Staatsexamen 1990 zu Gunsten einer Krankengymnastikausbildung an der Eva-Hüser-Schule in Bad Rothenfelde abbrach. Er schloss eine Osteopathieausbildung am Institut für angewandte Osteopathie (IFAO) in Düsseldorf an, wo er seit 2000 als Dozent tätig ist.
Beide Autoren kommen also aus der Lehre und aus der eigenen Praxis. Das merkt man dem Text an: Er argumentiert aus der Behandlungssituation heraus und nicht aus einer rein akademischen Perspektive.
Inhalt und Aufbau
In dem Buch wird ein Muskelkettenmodell vorgestellt, das auf beiden Bewegungsmustern der kranialen Osteopathie basiert, der Flexion und Extension. Es wurden verschiedene andere Muskelkettenmodelle und osteopathische Denkmodelle miteinander verglichen und versucht, eine Quintessenz daraus zu ziehen, die die Diagnostik und Behandlung der Patienten rationaler und effektiver ermöglicht, insbesondere bei chronischen und therapieresistenten Fällen.
Erster Teil: Muskulatur, Ketten und Schmerzentstehung
In diesem Buch wurden systematisch für Therapeuten wichtige Informationen über Muskulatur, Muskelketten und Triggerpunkte aufgeführt, die für den Praxisalltag relevant sind. Es wird die Entstehung von Schmerzen am Bewegungsapparat diskutiert und damit zu einer einfacheren Diagnosestellung hingeführt.
Der Vergleich der konkurrierenden Kettenmodelle ist dabei der eigentliche intellektuelle Kern. Statt ein Modell zum Dogma zu erklären, stellen die Autoren die Ansätze nebeneinander und fragen, welche Aussagen sich decken und welche sich widersprechen. Wer bisher nur ein einziges Modell gelernt hat, bekommt hier eine Einordnung, die den eigenen Zugang relativiert.
Zweiter Teil: Behandlung der myofaszialen Strukturen
Im zweiten Teil des Buches werden einige Behandlungsmethoden der myofaszialen Strukturen präsentiert. Dabei wird die Triggerpunktbehandlung detailliert beschrieben. Zusammen mit den ergänzten Dehnungsübungen entsteht so eine Linie vom Befund über die Behandlung bis zu dem, was der Patient zwischen den Terminen selbst tun kann. Gerade dieser letzte Schritt fehlt in vergleichbaren Titeln oft.
Wie gut funktioniert das Buch in der Praxis?
Der praktische Wert steht und fällt bei diesem Thema mit dem Bildmaterial, und hier ist das Buch stark. Die Triggerpunkte und die entsprechenden Schmerzzonen sind graphisch in anatomischen Zeichnungen und mittels zahlreicher Fotos hervorragend dargestellt. Die Lokalisation wird dadurch auf einen Blick erkennbar, was den Band auch zum Nachschlagen zwischen zwei Terminen brauchbar macht.
Ebenfalls hilfreich ist die durchgehende Vereinheitlichung der Darstellung. Jeder Muskel wird nach dem gleichen Schema abgehandelt, sodass man sich nach kurzer Eingewöhnung ohne Suchen zurechtfindet.
Für wen lohnt sich das Buch?
Es handelt sich um ein sehr gelungenes Buch zum Thema Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten, das nicht nur für Ärzte, sondern auch für Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Osteopathen verständlich und geeignet erscheint. Alle Berufsgruppen, die direkt den Patientenkontakt haben, profitieren davon.
Sinnvoll für
Therapeutinnen und Therapeuten mit anatomischer Grundausbildung, die chronische Fälle betreuen und bei denen die rein lokale Behandlung an ihre Grenzen stößt. Ebenso für Auszubildende und Studierende, die verschiedene Kettenmodelle nebeneinander kennenlernen wollen, statt sich früh auf eines festzulegen.
Weniger geeignet für
Interessierte Laien ohne fachlichen Hintergrund. Wer lediglich Verspannungen im eigenen Nacken lösen möchte, ist mit einem Ratgeber für Selbstanwender besser bedient. Dieses Buch ist Fachliteratur und setzt Vokabular und anatomisches Vorwissen voraus.
Fazit: Lohnt sich Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten?
Es handelt sich alles in allem um ein äußerst gelungenes Werk, da es eine interessante Mischung aus Hintergrundinformationen und praxisrelevanten Themen enthält. Es ist übersichtlich gegliedert und didaktisch hervorragend aufgebaut. Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass Triggerpunkte und Muskelketten nicht als zwei getrennte Themen behandelt, sondern zusammengedacht werden. Wer das nachvollzieht, verändert seine Herangehensweise an chronische Beschwerden dauerhaft.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Triggerpunkte in der Osteopathie?
Triggerpunkte sind überempfindliche, verhärtete Stellen in einem Muskelstrang, die auf Druck schmerzhaft reagieren und den Schmerz häufig in eine andere Körperregion ausstrahlen lassen. In der Osteopathie und der Manuellen Therapie werden sie nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer ganzen Funktionskette. Genau diese Verbindung ist das Thema des Buches von Philipp Richter und Eric Hebgen.
Für wen ist Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten geeignet?
Das Buch richtet sich an alle Berufsgruppen mit direktem Patientenkontakt, also an Ärzte, Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Osteopathen. Der Text setzt anatomische Grundkenntnisse voraus, erklärt die Modelle aber verständlich genug, dass auch Berufseinsteiger folgen können. Für Laien ohne fachliche Vorbildung ist es kein Einstiegsbuch.
Welche Auflage von Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten sollte man kaufen?
Diese Rezension bezieht sich auf die dritte, überarbeitete und erweiterte Auflage, die 2011 im Karl F. Haug Verlag erschienen ist. Inzwischen sind eine vierte Auflage von 2015 und eine fünfte, aktualisierte und erweiterte Auflage von 2021 bei Thieme erhältlich. Wer das Buch neu kauft, greift sinnvollerweise zur jüngsten Ausgabe.
Was unterscheidet das Buch von reinen Triggerpunkt-Atlanten?
Reine Atlanten zeigen vor allem Lage und Schmerzzonen einzelner Punkte. Richter und Hebgen ordnen die Triggerpunkte zusätzlich in ein Muskelkettenmodell ein und fragen, warum ein Punkt überhaupt entstanden ist. Dadurch eignet sich das Buch besonders für chronische und therapieresistente Fälle, bei denen die lokale Behandlung allein nicht weiterhilft.
Enthält das Buch Übungen für Patienten?
Ja. Ab der dritten Auflage sind Dehnungsübungen beschrieben, die Patienten selbständig durchführen können. Das ist konsequent, weil Dehnung nach Auffassung der Autoren die eigentliche Behandlung von Triggerpunkten und myofaszialen Strukturen darstellt.
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