Unter dem Himmel der Toskana / Shadows in the Sun
Kurzfazit: Schöne Toskana-Bilder, vorhersehbare Geschichte, nette Unterhaltung.
Unter dem Himmel der Toskana - Shadows in the Sun
22,77 € Stand: 20.09.2026
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Worum geht es in Unter dem Himmel der Toskana?
Der Film aus dem Jahr 2005 stammt von Brad Mirman, der Buch und Regie in einer Hand hatte. Im Original heißt er „Shadows in the Sun“, gedreht wurde er zunächst unter dem Arbeitstitel „The Shadow Dancer“. In den USA lief er im November 2005 zuerst im Fernsehen, in Deutschland kam er unter dem Titel „Unter dem Himmel der Toskana“ auf DVD.
Erzählt wird eine doppelte Annäherung: Ein junger Mann aus dem Verlagsbetrieb trifft auf einen alten Mann, der das Schreiben aufgegeben hat, und beide finden über Umwege einen Zugang zueinander. Parallel dazu läuft eine Liebesgeschichte, die vom Ablaufdatum des Aufenthalts lebt. Der eigentliche Star des Films ist allerdings die Landschaft: Die toskanischen Bilder tragen ganze Passagen, in denen inhaltlich wenig passiert.
Der Auftrag
Jeremy Taylor ist ein junger Lektor der für einen Londoner Verlag arbeitet. Auch schreibt er an seinem ersten Roman. Sein Chef versucht gerade, den ehemaligen Schrifsteller Weldon Parish, der seit dem Tod seiner Frau vor zwanzig Jahren nicht mehr geschrieben hatte, dazu zu bringen, einen neuen Roman zu schreiben. Da Weldon alle Interviews und Romananfragen ablehnt schickt der Verleger Jeremy Taylor nach Italien um ihn umzustimmen.
Der Schriftsteller
Taylor trifft voll motiviert auf der Farm ein, auf der Weldon lebt. Doch dieser blockt alle Versuche von Taylor ab, mit ihm in Kontakt zu treten. Weldon versucht alles Mögliche, um Taylor zur Abreise zu überreden. So lädt er Taylor zum trinken ein und füllt ihn mit seinen Freunden ab. Auf dem Nachhauseweg halten sie an einem großen Teich an. Taylor soll versprechen, am nächsten Morgen abzureisen. Ansonsten wird er in den Teich geworfen. Ernüchtert gibt Taylor das Versprechen, doch wird er trotzdem in den Teich geworfen. Dieser stellt sich allerdings als kleiner nur kniehoher Tümpel heraus.
Der Rivale
Taylor macht sich zur Abreise bereit, doch wird er Zeuge eines Streits zwischen Parish und einem anderen Schriftsteller, der in der Nachbarschaft wohnt. Er springt für Parish in die Bresche und handelt sich so einen Faustschlag ein. Parish verfrachtet Taylor in dessen Auto und möchte ihn zu sich nach Hause bringen. Doch da er mit dem Auto des jungen Mannes nicht fahren kann, kracht er in eine Scheune, die er völlig zerstört. Dadurch landen die beiden im Gefängnis.
Versagensängste
Parishs hübsche Tochter Isabella und der Dorfpfarrer erklären Taylor, dass Weldon im Grunde seines Herzens schreiben möchte. Doch der Tod seiner geliebten Frau habe ihn so sehr verunsichert, dass er seitdem Angst vor dem Versagen hat. Deswegen geht Taylor auf Parish zu und fachsimpelt mit ihm über das Schreiben. Doch natürlich geraten sie sich immer wieder in die Haare.
Die schöne Tochter
Isabella und Taylor verstehen sich blendend und kommen sich immer näher. Doch wie soll das enden? Schließlich geht Taylor demnächst zurück nach London!
Wird Weldon jemals wieder schreiben? Und wird es ein Happyend für Taylor und Isabella geben?
Die Figuren
Weldon Parish
Harvey Keitel gibt den verstummten Autor als einen Mann, der sich sein Schweigen gemütlich eingerichtet hat. Er trinkt, streitet, provoziert und tut alles, um über den eigentlichen Punkt nicht sprechen zu müssen: die Angst, an das eigene frühere Werk nicht mehr heranzureichen. Die Rolle ist der Grund, warum der Film über weite Strecken funktioniert.
Jeremy Taylor
Joshua Jackson spielt den Lektor, der nicht nur einen Auftrag erfüllt, sondern selbst an einem Roman sitzt. Diese Parallele ist der interessanteste Einfall des Drehbuchs: Der junge Mann fürchtet den Anfang, der alte Mann die Fortsetzung. Der Film nutzt das leider seltener, als er könnte.
Isabella Parish
Claire Forlani spielt die Tochter, die zwischen Vater und Gast vermittelt und dabei zur Liebesgeschichte wird. Ihre Figur bleibt dünner gezeichnet als die beiden Männer, was der Romanze etwas von ihrer Wirkung nimmt.
Nebenrollen
Giancarlo Giannini als Dorfpfarrer und John Rhys-Davies als Verleger geben dem Film seine ruhigen und seine komischen Momente. Gerade Giannini spielt seinen Part so beiläufig, dass die Szenen mit ihm zu den besseren gehören.
Einordnung
Die Kritik hat den Film seinerzeit vor allem an seiner Vorhersehbarkeit gemessen. Das Fachblatt Variety nannte das Drehbuch abgegriffen, lobte im gleichen Atemzug aber die Darsteller, allen voran Keitel und Giannini. Genau so liest sich auch der Eindruck beim Sehen: Handwerklich ist nichts falsch gemacht, die Kamera fängt die Toskana ausgesprochen schön ein, doch die Geschichte hält keine Überraschung bereit.
Bemerkenswert ist, wie sehr der Film von seinem Schauplatz lebt. Die toskanische Landschaft ist hier nicht Kulisse, sondern der eigentliche Grund, warum die ruhigen Passagen erträglich bleiben. Wer den Film mag, mag ihn meist wegen dieser Bilder und wegen Keitel, nicht wegen der Geschichte. Wer beides nicht braucht, wird sich langweilen, denn das Drehbuch hält für die zweite Hälfte kaum noch etwas bereit, was in der ersten nicht schon angelegt war.
Sinnvoll ist noch ein Hinweis zur Titelverwirrung. „Unter dem Himmel der Toskana“ klingt fast wie „Unter der Sonne der Toskana“, dem Film mit Diane Lane nach dem Buch von Frances Mayes. Die beiden haben inhaltlich nichts miteinander zu tun. Wer gezielt sucht, fährt mit dem Originaltitel „Shadows in the Sun“ am sichersten.
Fazit: Lohnt sich Unter dem Himmel der Toskana / Shadows in?
Dieser Film ist wirklich nett anzusehen, aber nichts Besonderes. Die Landschaftsaufnahmen sind großartig, die Schauspieler geben sich Mühe, aber die Story ist sehr vorhersehbar, zieht sich ein wenig dahin und könnte witziger und interessanter sein. Seichte Unterhaltung für einen netten DVD-Abend aber nichts für anspruchsvolle Filmfreunde.
DVD-Specials
- Making Of
- Interview
- Slideshow
Jeremy Taylor - Joshua Jackson Weldon Parish - Harvey Keitel Isabella Parish - Claire Forlani Mr. Benton - John Rhys-Davies Pater Moretti - Giancarlo Giannini Gustavo - Armando Pucci
Regie: Brad Mirman Starmedia Home Entertainment
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Unter dem Himmel der Toskana?
Der junge Londoner Lektor Jeremy Taylor wird nach Italien geschickt, um den seit zwanzig Jahren verstummten Schriftsteller Weldon Parish zu einem neuen Roman zu überreden. Parish blockt ab und versucht ihn loszuwerden. Zwischen Streit, Alkohol und einer Nacht in der Zelle entsteht trotzdem eine Annäherung, und nebenbei verliebt Taylor sich in Parishs Tochter Isabella.
Wer spielt in Shadows in the Sun mit?
Harvey Keitel spielt den Schriftsteller Weldon Parish, Joshua Jackson den Lektor Jeremy Taylor und Claire Forlani dessen Tochter Isabella. In weiteren Rollen sind Giancarlo Giannini als Dorfpfarrer und John Rhys-Davies als Verleger zu sehen.
Ist Unter dem Himmel der Toskana derselbe Film wie Shadows in the Sun?
Ja. Unter dem Himmel der Toskana ist der deutsche Verleihtitel des 2005 erschienenen Films Shadows in the Sun von Brad Mirman. Gedreht wurde er zunächst unter dem Arbeitstitel The Shadow Dancer, was die Suche nach dem Film gelegentlich erschwert.
Sollte man den Film mit Unter der Sonne der Toskana verwechseln?
Nein, das sind zwei verschiedene Filme. Unter der Sonne der Toskana mit Diane Lane beruht auf einem Buch von Frances Mayes. Unter dem Himmel der Toskana ist die hier besprochene Geschichte um Harvey Keitel und Joshua Jackson. Die ähnlichen Titel sorgen im Handel regelmäßig für Verwechslungen.
Für wen lohnt sich der Film?
Für alle, die einen ruhigen Abend mit italienischen Landschaftsbildern und einer leichten Liebesgeschichte suchen. Wer überraschende Wendungen oder einen scharf geschriebenen Dialogfilm erwartet, wird enttäuscht: Die Handlung nimmt den Weg, den man ihr von Anfang an zutraut.
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