American Pie
Kurzfazit: Derber Teenie-Klassiker von 1999, der seinen Kultstatus verdient hat.
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Worum geht es in American Pie?
Nur noch wenige Wochen bis zum Abschlussball, und noch immer sind die High School Freunde Jim Levenstein, Chris „Oz“ Ostricher, Kevin Myers und Paul Finch – der nebenbei den vielsagenden Spitznamen „Heimscheißer“ trägt – sexuell gänzlich unerfahren. Selbst der größte „Loser“ der Schule, Chuck Sherman, kann mit seinen Sexgeschichten protzen. Daraufhin schließen die vier einen Pakt: Bis zum Abschlussball wird jeder seine Unschuld verlieren. Es wird sich herausstellen, dass dies leichter gesagt als getan ist, und so stößt das Quartett auf dem Weg zum ersten Sex auf allerhand Probleme.
Das ist die gesamte Handlung, und mehr braucht der Film auch nicht. „American Pie“ erzählt keine verwickelte Geschichte, sondern reiht vier parallele Anläufe aneinander, die alle in dieselbe Richtung laufen und alle auf ihre eigene Weise danebengehen. Der Reiz liegt darin, dass die vier Wege sich immer wieder kreuzen und dass jede Katastrophe des einen die nächste des anderen vorbereitet.
Die vier Freunde und ihr Pakt
Jim Levenstein
Jim ist die heimliche Zentralfigur und der Pechvogel des Films. Er bemüht sich um die osteuropäische Austauschschülerin Nadia. Dabei überträgt er unwissentlich seinen misslungenen Flirtversuch samt peinlicher Striptease-Einlage und vorzeitigem Samenergusses via Webcam ins Internet und macht sich damit zum Gespött seiner Schule. Desweiteren wird er bei der Simulation des Sexualakts mit einem warmen Apfelkuchen (englisch: „American Pie“) von seinem kleinbürgerlichen Vater erwischt. Aus dieser Szene bezieht der Film seinen Titel, und sie ist bis heute das, was den meisten Zuschauern zuerst einfällt.
Chris „Oz“ Ostricher
Oz ist ein hochtalentierter Lacrosse-Spieler an der High School und versucht sein Glück über den Schulchor. Dort lernt er Heather kennen. Diese fühlt sich jedoch nur als Wetteinsatz missbraucht und beendet die Liaison vorerst. Ausgerechnet der Sportler ist damit derjenige, dessen Handlungsstrang am ehesten wie eine ernst gemeinte Liebesgeschichte funktioniert, weil er tatsächlich etwas aufgeben muss, um sie zu bekommen.
Kevin Myers
Kevin hat immerhin eine Freundin namens Vicky, die ihm allerdings auf Grund seines penetranten Drängens zum Sex den Laufpass gibt. Sein Problem ist damit ein anderes als das der übrigen drei: Er muss keine Partnerin finden, sondern begreifen, dass ein Pakt unter Jungs kein Argument in einer Beziehung ist.
Paul Finch
Finchs Plan läuft darauf hinaus, dass er eine Kollegin besticht, die an der Schule seine liebhaberischen Fähigkeiten anpreisen soll. Der Ruf als geheimnisvoller Frauenkenner ist gekauft, funktioniert aber erstaunlich gut, bis Stifler ihm Abführmittel unterjubelt.
Der Abschlussball
Schließlich gelingt es doch jedem der Clique, eine Partnerin zu finden. Jim, deprimiert und sitzengelassen von Nadia, fühlt sich von der unscheinbar und naiv wirkenden Michelle zunächst genervt. Als sich jedoch herausstellt, dass diese alles andere als unschuldig ist, wird sie seine Bettgespielin in der Nacht des Abschlussballs. Oz lässt aus Liebe zu Heather sein Lacrosse-Team im Stich. Finch beginnt eine Affäre mit der Mutter von Steve Stifler, der heimlichen Hauptfigur des Films. Dieser hatte Paul zuvor Abführmittel verabreicht, was seinem (gekauften) Ruf als Frauenschwarm an der High School ein jähes Ende bereitete. Auch Kevin gelingt es schließlich, Vickys sexuelle Barriere zu überwinden und er hat sein erstes Mal. Nur Sherman bleibt alleine, als sich herausstellt, dass seine Geschichten alle frei erfunden waren.
Dass ausgerechnet der Aufschneider leer ausgeht, ist die kleine Moral, die der Film sich leistet. Wer geprahlt hat, verliert. Wer sich blamiert hat, gewinnt.
Wer spielt in American Pie mit?
Die Besetzung war 1999 fast durchgehend jung und weitgehend unbekannt, und für einige der Beteiligten wurde der Film zum Karrieresprungbrett.
- Jason Biggs als Jim Levenstein
- Chris Klein als Chris „Oz“ Ostricher
- Thomas Ian Nicholas als Kevin Myers
- Eddie Kaye Thomas als Paul Finch
- Seann William Scott als Steve Stifler
- Alyson Hannigan als Michelle
- Tara Reid als Vicky
- Mena Suvari als Heather
- Shannon Elizabeth als Nadia
- Natasha Lyonne als Jessica
- Chris Owen als Chuck Sherman
- Eugene Levy als Jims Vater
- Jennifer Coolidge als Stiflers Mutter
Zwei Nebenrollen tragen dabei überproportional viel: Eugene Levy als hilflos aufklärender Vater, der jede Szene mit Jim in eine Peinlichkeit verwandelt, und Seann William Scott als Stifler, der als Nebenfigur startet und in den Fortsetzungen zur eigentlichen Marke der Reihe wurde.
Hintergrund zum Film
„American Pie“ kam 1999 über Universal Pictures in die Kinos. Regie führte Paul Weitz, produziert wurde der Film gemeinsam mit seinem Bruder Chris Weitz. Für beide war es ein früher Karriereschritt, und der Erfolg des Films war deutlich größer als sein Budget vermuten ließ.
Der Zeitpunkt tat sein Übriges. Ende der neunziger Jahre war die Teenie-Komödie als Genre ziemlich brav geworden, und „American Pie“ setzte an die Stelle des braven Highschool-Films wieder körperlichen, unangenehmen, direkten Humor. Damit knüpfte er an eine ältere Tradition an, holte sie aber in eine Zeit, in der eine Webcam bereits als Plotmotor taugte. Genau diese Szene, die versehentliche Live-Übertragung, ist der Teil des Films, der 1999 am modernsten wirkte und heute am stärksten wie ein Zeitdokument aussieht.
Der Erfolg zog Fortsetzungen nach sich. Auf das Original folgten „American Pie 2“ im Jahr 2001, „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ 2003 und, nach längerer Pause, „American Pie: Das Klassentreffen“ 2012. Parallel dazu entstand eine ganze Reihe von Ablegern für den Heimkinomarkt, die mit dem Originalensemble nur noch wenig zu tun haben. Wer die Reihe kennenlernen will, fährt mit dem ersten Teil und den beiden direkten Fortsetzungen am besten.
Für wen lohnt sich American Pie?
Der Film funktioniert dort am besten, wo das Publikum die Ausgangssituation noch selbst kennt oder sie gerade hinter sich hat. Wer Fäkal- und Verlegenheitshumor grundsätzlich meidet, sollte die Finger davon lassen, denn der Film hält sich nirgends zurück. Wer dagegen wissen will, woher die Bildsprache und die Figurentypen eines ganzen Genres stammen, kommt an diesem Titel schwer vorbei. Für einen Filmabend mit jüngeren Kindern ist er ausdrücklich nicht gedacht.
Fazit: Lohnt sich American Pie?
Der Film ist Kult, was sich auch in den mittlerweile sechs Fortsetzungen widerspiegelt. Ein Grund hierfür ist, dass vermutlich jeder Zuschauer sich oder einen Freund in dem ein oder anderen Charakter wiedererkennt. Wer hat sich nicht schon mal beim Versuch, seine Herzdame auszuführen bis auf die Knochen blamiert oder sich vor der gesamten Schule zum Vollidioten gemacht? Vor allem Zuschauer zwischen 14 und 25 Jahren werden sich mit diesem Streifen identifizieren können. „American Pie“ verbindet brachialsten Slapstickhumor mit einem beinahe romantisch anmutenden Ende: selbst die unerfahrenen Jungs und nicht nur die coolen Sportler bekommen am Ende ihr Date. „American Pie“ ist zweifelsohne die „Mutter aller Teenie-Komödien“ – zugegebenermaßen bleibt der Anspruch dabei meist auf der Strecke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in American Pie?
Vier Freunde an einer amerikanischen Highschool schließen kurz vor dem Abschlussball einen Pakt: Bis zu diesem Abend will jeder von ihnen seine Unschuld verloren haben. Der Film begleitet die vier bei ihren reihenweise scheiternden Versuchen und endet in der Ballnacht. Der Reiz liegt weniger im Ziel als in den Peinlichkeiten auf dem Weg dorthin.
Aus welchem Jahr ist American Pie und wer hat Regie geführt?
Der Film kam 1999 in die Kinos und wurde von Universal Pictures verliehen. Regie führte Paul Weitz, der den Film gemeinsam mit seinem Bruder Chris Weitz produzierte. Beide standen damals am Anfang ihrer Karriere.
Wer spielt in American Pie mit?
Jason Biggs spielt Jim, Chris Klein den Sportler Oz, Thomas Ian Nicholas Kevin und Eddie Kaye Thomas Paul Finch. Dazu kommen Seann William Scott als Stifler, Alyson Hannigan als Michelle, Tara Reid als Vicky, Mena Suvari als Heather und Shannon Elizabeth als Nadia. In Nebenrollen sind Eugene Levy als Jims Vater und Jennifer Coolidge als Stiflers Mutter zu sehen.
Woher kommt der Titel American Pie?
Der Titel spielt auf eine der bekanntesten Szenen des Films an: Jim wird von seinem Vater dabei erwischt, wie er den Geschlechtsakt an einem warmen Apfelkuchen simuliert. Apfelkuchen heißt auf Englisch American Pie. Der Doppelsinn als Sinnbild für das typisch Amerikanische ist offensichtlich mitgedacht.
Für welches Publikum eignet sich der Film?
Der Humor zielt klar auf Jugendliche und junge Erwachsene, ungefähr zwischen 14 und 25 Jahren. Wer derben Slapstick und Fäkalhumor nicht mag, wird mit dem Film nicht warm. Als Familienabend mit kleineren Kindern ist er ungeeignet.
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