Die Wicherts von nebenan
Kurzfazit: Charmante ZDF-Familienserie, die auch die schweren Folgen aushält
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Die Familie Wichert. Das sind Eberhard und Hannelore und ihre Söhne Andi und Rüdiger. Gemeinsam leben sie in einer Doppelhaushälfte etwas außerhalb Berlins. Eberhard ist Tischlermeister bei der Möbel Union. Hannelore hat eine Getränkehandlung im eigenen Hause. Zu diesem gehört auch Kuttlick, der ewig nörgelnde Bierkutscher, der für ihren Nachschub sorgt.
Andi steht am Anfang der Serie vor dem Abitur und würde gerne Koch werden. Sein Bruder arbeitet im Maschinenbau. Ihm hat es Uschi angetan, eine nette Frau aus adeligem Hause. Kurz nach ihrer Hochzeit bekommen sie zwei Kinder. Oma Käthe, Eberhards Mutter, quartiert sich im Obergeschoss der Wicherts ein. Doch das Leben der Wicherts muss einigen Schicksalsschlägen standhalten und ist eigentlich durchweg recht turbulent.
Die Serie erzählt also keine große Geschichte mit einem Ziel, sondern ein Familienleben über Jahre hinweg. Genau daraus zieht sie ihre Wirkung: Man sieht dieselben Menschen älter werden, Berufe wechseln, Partner finden und Verluste verkraften.
Wann lief die Serie und wie viele Folgen gibt es?
Die Wicherts von nebenan lief von 1986 bis 1991 im ZDF und kommt auf 50 Folgen, die sich auf vier Staffeln verteilen. Als Autor der Serie gilt Justus Pfaue. Wer sie heute am Stück sehen möchte, greift zur DVD-Box mit der kompletten Serie.
Fünf Jahre Produktionszeit merkt man dem Ergebnis an, und zwar im positiven Sinn. Die Figuren haben Zeit, sich zu entwickeln, und die Serie muss keine Abkürzungen nehmen.
Die Besetzung
Die Besetzung ist der eigentliche Grund, warum die Serie funktioniert. Stephan Orlac spielt Eberhard Wichert, Maria Sebaldt ist Hannelore. Jochen Schroeder verkörpert Rüdiger, Hendrik Martz den jüngeren Andreas. Edith Schollwer gibt Oma Käthe.
Die Generation über den Wicherts
Walter ist Hannelores Vater, einstmals Leiter der Polizei-Fahrschule und mittlerweile im Ruhestand. Gespielt wird er von Ekkehard Fritsch als Walter Pinnow. Er hat ebenfalls die Absicht, bei den Wicherts einzuziehen. Oma Käthe ist davon gar nicht begeistert. Aus diesem Aufeinandertreffen zweier sehr eigensinniger Charaktere zieht die Serie einen guten Teil ihres Humors: Die etwas exzentrische Oma Käthe und der sehr resolute Walter geben ein Paar ab, das sich über Jahre nicht zusammenraufen will.
Nachbarn, Kollegen und Angeheiratete
Anja Schüte spielt Uschi, mit vollem Namen Ulrike von Strelenau, die Rüdiger heiratet. Manfred Lehmann ist als Bierkutscher Kuttlick zu sehen, Siegfried Grönig als der sehr neugierige Nachbar Georg Meisel.
Eberhards bester Freund und auch Arbeitskollege ist Heinz. Zur Firma gehören dann noch Frau Glaubrecht, die Sekretärin, und natürlich der Geschäftsführer Herr Teenstag, dessen größtes Hobby das Golfspielen ist. Andreas Mannkopf als knuddeliger Kollege von Eberhard und stolzer Vater von Oliver ist unvergessen.
Höhen und Tiefen der Handlung
Höhen und Tiefen sind die Bekanntschaft der Strelenaus, Andys Kochkarriere, Rüdigers Tod auf der Arbeit und die Silberhochzeit der Wicherts. Zum Schluss ist Eberhard nach Höhen und Tiefen Geschäftsführer der Möbel Union, die Wicherts besitzen ein Haus in Mallorca und Hannelore feiert ihren 50. Geburtstag.
Der harte Einschnitt
Der Tod Rüdigers ist die Stelle, an der die Serie zeigt, dass sie mehr sein will als eine gemütliche Vorabendunterhaltung. Der Verlust wird nicht in einer Folge abgehakt, sondern wirkt nach. Wer die Serie für harmlos hält, wird spätestens hier eines Besseren belehrt.
Wie ist die Serie erzählt?
Vorhersehbar ist keine der Folgen, und immer wieder passiert etwas Neues, womit nicht gerechnet wurde. Wie es weitergeht, ist ungewiss. Die Serie ist durchweg gut gegliedert, es gibt keine großen Zeitsprünge, die das Gesamtkonzept auseinanderreißen, sondern es verläuft alles der Reihe nach.
Sehr gut kommt der Zusammenhalt der Familie heraus und wie sie auch die schwersten Situationen gemeinsam meistert. Kampfgeist, Mut und Stärke finden sich ebenfalls wieder, doch auch Schwäche zu zeigen wird nicht ausgespart.
Was heute gewöhnungsbedürftig ist
Das Erzähltempo ist gemächlich, die Ausstattung ist unübersehbar aus den achtziger Jahren, und manche Konflikte lösen sich innerhalb einer Folge schneller auf, als man es heute gewohnt ist. Wer moderne Serienerzählung mit durchlaufenden Spannungsbögen erwartet, muss sich umstellen.
Berlin als Hintergrund
Der Schauplatz ist mehr als Dekoration. Die Wicherts wohnen in einer Doppelhaushälfte am Rand von Berlin, und die Serie erzählt von einem Milieu, das im deutschen Fernsehen dieser Jahre selten so genau getroffen wurde: Handwerk, Nachbarschaft, kleiner Familienbetrieb im Souterrain. Eberhards Aufstieg in der Möbel Union vom Tischlermeister bis zum Geschäftsführer ist die Aufstiegsgeschichte, an der sich viele Nebenhandlungen aufhängen.
Weil die Serie über fünf Jahre lief, verändert sich dieser Hintergrund mit. Aus der Getränkehandlung im Haus wird ein selbstverständlicher Teil der Familienökonomie, aus den Söhnen werden Erwachsene mit eigenen Haushalten, und am Ende steht ein Haus auf Mallorca.
Wo kann man die Serie sehen?
Der einfachste Weg ist die DVD-Box mit der kompletten Serie, die alle 50 Folgen bündelt. Daneben taucht die Serie auch in der ZDFmediathek auf, die Verfügbarkeit dort wechselt allerdings und lohnt einen kurzen Blick vor dem Kauf.
Für wen lohnt sich Die Wicherts von nebenan?
Für alle, die deutsche Familienserien mögen und Figuren über viele Folgen begleiten wollen. Auch als gemeinsames Fernsehen mehrerer Generationen funktioniert die Serie gut, weil sie weder anbiedert noch überfordert. Wer dagegen Tempo, Zuspitzung oder Ironie sucht, ist hier falsch.
Fazit: Lohnt sich Die Wicherts von nebenan?
Diese Serie ist einfach nur charmant und liebenswert. Die Wicherts meistern alle Klippen, die sich ihnen in den Weg stellen, mal mehr, mal weniger gut und erfolgreich. Die Schauspieler gehen in ihren einzelnen, unterschiedlichen Rollen auf, und die Besetzung ist gut gewählt.
Mit Witz und Humor, Romantik, Charme und Schick meistern sie ihren Alltag, und auch Schicksalsschlägen trotzt die Familie. Ein zusätzliches Amüsement ist Meisel, der äußerst vorwitzige Nachbar der Wicherts, und Kuttlick.
Unterm Strich eine der wärmsten deutschen Familienserien ihrer Zeit, die sich auch an die schweren Folgen traut. Wer sich auf das ruhige Tempo einlässt, bekommt 50 Folgen, die über Jahre tragen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Die Wicherts von nebenan?
Die Serie begleitet die Berliner Familie Wichert über mehrere Jahre. Tischlermeister Eberhard arbeitet bei der Möbel Union, seine Frau Hannelore betreibt eine Getränkehandlung im eigenen Haus, dazu kommen die Söhne Andi und Rüdiger sowie eine wachsende Zahl von Verwandten und Nachbarn. Erzählt wird der ganz normale Alltag mit Hochzeiten, Karrieresprüngen und harten Schicksalsschlägen.
Wann lief Die Wicherts von nebenan und wie viele Folgen gibt es?
Die Serie lief von 1986 bis 1991 im ZDF und umfasst 50 Folgen, die auf vier Staffeln verteilt sind. Als Autor gilt Justus Pfaue. Die komplette Serie ist als DVD-Box erschienen.
Wer spielt in Die Wicherts von nebenan mit?
Stephan Orlac spielt Eberhard Wichert, Maria Sebaldt seine Frau Hannelore. Die Söhne werden von Jochen Schroeder als Rüdiger und Hendrik Martz als Andreas gespielt, Edith Schollwer ist Oma Käthe. Dazu kommen unter anderem Ekkehard Fritsch als Walter Pinnow, Anja Schüte als Uschi von Strelenau, Manfred Lehmann als Kuttlick und Siegfried Grönig als Nachbar Georg Meisel.
Ist die Serie eine reine Komödie?
Nein. Der Grundton ist heiter und der Humor trägt viele Szenen, aber die Serie traut sich auch an ernste Wendungen. Der Tod von Rüdiger bei der Arbeit ist der härteste Einschnitt und verändert den Ton der folgenden Episoden spürbar.
Lohnt sich die Serie heute noch?
Wer Familienserien der achtziger Jahre mag, bekommt hier eine der besseren. Ausstattung und Erzähltempo wirken heute gemächlich, dafür sind die Figuren sauber gezeichnet und die Handlungsbögen laufen ohne große Zeitsprünge durch. Vor allem der Zusammenhalt der Familie trägt die Serie über 50 Folgen.
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