Gemini

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

STAGNATION AUF HOHEM NIVEAU!

Die Band:

Musik hat Andre Donay schon immer interessiert. Dementsprechend war es nicht verwunderlich, dass er sich vor zehn Jahren hinsetzte und begann, einige Songs zu schreiben, darunter auch „Endlose Räume“. Das Schicksal hatte allerdings andersartige Pläne. Bei André wurde eingebrochen und der Computer mit allen musikalischen Ideen gestohlen. Daher beschloss er, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Doch die Musik ließ ihn nicht los. Vor einigen Jahren holte ihn die Leidenschaft wieder ein. Er suchte sich neue Mitstreiter und begann erneut Songs zu schreiben. Das war die Geburtsstunde von .

Das Album:

Nachdem die Band aus Rheinberg mit ihrem letzten Album „“ immerhin Platz 5 der deutschen Charts erreicht hat, waren die Erwartungen an den neue Longplayer doch recht groß. So kommt „“ relativ schnell hinterher, denn seit der Veröffentlichung von „Stigma“ sind mal gerade etwas mehr als eineinhalb Jahre vergangen. Aber manche Eisen muss man schmieden, so lange sie heiß sind. 

Jetzt liegt also mit „Gemini“ das dritte Album einer Band vor, die ich seit ihren Anfangstagen verfolge, und die mich mit ihrer Mischung aus Rock, Punk und Metal wirklich überzeugen konnten. Und nicht nur mich, denn die Fanbase hat sich kontinuierlich vergrößert. Daher war ich sehr gespannt, was den Hörer auf diesem Album erwartet. 

Mit dem Opener „Artefuckt“ schließen die Musiker zu ihren Vorbildern von und den Böhsen Onkelz auf und haben jetzt ebenfalls einen selbstbesungenen und betitelten Album im Repertoire. Ein druckvoller Anfang, der gefällt und andeutet, dass hier wieder ein gutes Werk entstanden ist. 

Der Waschzetttel (die Werbeschrift, mit der das Album angekündigt wird), deutet an, dass die Band über den Tellerrand geguckt hat. Nun gut, dem kann ich nicht ganz folgen, denn der Großteil der Songs ist nach dem üblichen, aber dennoch feinen Schemas des kantigen, schnellen Rocks gestrickt. Wirkliche Abwechslung ist hier eher selten. Das ist zum einen das Dilemma vieler Bands, gerade in diesem Genre. Die Spreu trennt sich dann vom Weizen, wenn diese Mischung hochwertig, gradlinig und textlich gut gemacht ist. Und das ist bei Artefuckt wieder einmal der Fall. 

„Diese Tage“ feiert das Leben, „Schachmatt“ ist eine klare Ansage, an alle A…löcher dieser Welt und „Ein Tag“ eine von zwei überaus hörenswerten Balladen. An der einen oder anderen Stelle würde man sich jedoch wünschen, dass sich André Donay etwas zurücknimmt. Die zweite Ballade „Du bist das Licht“ ist trotzdem der bisherige Schaffenshöhepunkt der Band. Eine kraftvolle Liebeserklärung an das eigene Kind, mit Gänsehautfaktor und Pippi in den Augen-Garantie am Ende. 

Trackliste:

01 – Artefuckt

02 – Adrenalin

03 – Diese Tage

04 – Volle Kraft voraus

05 – Weiß & Schwarz

06 – Schachmatt

07 – Ein Tag

08 – Schwerelos

09 – Seid ihr dabei

10 – Ein Mann, ein Wort!

11 – Gute Reise

12 – Alles auf Sieg

13 – Du bist das Licht

Fazit:

Wer mit sattem Deutschrock nicht viel anfangen kann, wird bei diesem Album in all seinen Vorurteilen bestätigt werden. Artefuckt liefern mit „Gemini“ zum dritten Mal das ab, was Fans dieser Musik erwarten können und wollen. Ein Album, das in die Vollen geht und textlich manch platte, aber denn noch wahre Botschaft hat. Artefuckt untermauern ihren Anspruch, eine der führenden Deutschrockbands zu sein. Sicher ist das Album kein Werk für musikalische Feingeister und Ästheten. Eine tolle Platte um abzurocken und beim Konzert laut mitzusingen. 

Bewertung:

Musik: 4,5

Instrumentalisierung: 4

Stimme: 4

Texte: 4

Hörspaß: 4,5

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