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Jack Holborn

4,5 von 5 Redaktion · 2009-09-17 · aktualisiert 2026-10-01

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Jack Holborn ist eine sechsteilige ZDF-Weihnachtsserie von 1982 über einen Waisenjungen aus Bristol auf einem Piratenschiff und eine der stärksten der Reihe. Die Rezension vom 17. September 2009 bewertet sie mit 4,5 von 5: Patrick Bach als Jack und Matthias Habich in der Doppelrolle Sharingham tragen die Serie, das Ende fällt für eine Weihnachtsserie bitter aus.

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Worum geht es in Jack Holborn?

Jack Holborn ist 13 Jahre und lebt in einem Waisenhaus in Bristol. Er hat nur einen großen Wunsch, er möchte Schiffsjunge werden. Als er auf den Freibeuter Kapitän Sharingham trifft, scheint sein Traum in Erfüllung zu gehen. Dieser besitzt das Schiff „Charming Molly“. Kapitän Sharingham macht Geschäfte mit Piraten. Sein Zwillingsbruder, Lordrichter Sharingham, lehnt daraufhin das Gesuch, Jack mit an Bord nehmen zu dürfen, ab und gibt den Jungen der Familie Arrows.

Doch Jack läuft weg. Er will auf die „Charming Molly“ und schafft es auch und versteckt sich dort. In seinen Träumen tauchen immer wieder Bruchstücke aus seiner Kindheit auf, auch die Charming Molly ist dabei und seine Eltern.

Mittlerweile hat Kapitän Cox das Ruder übernommen. Sharingham musste mit einem Teil seiner Mannschaft vor britischen Kriegsschiffen fliehen. Jack wird entdeckt, und etwas später holt sich Sharingham mit seiner Mannschaft das Schiff zurück. Jack möchte mehr über seine Familie erfahren und hofft, dass der Kapitän ihm weiterhelfen kann. Er verspricht ihm, die Wahrheit zu sagen, sofern Jack ihm dreimal das Leben rettet. Dies schafft der Junge dann auch. Doch er hat nicht dem Kapitän, sondern seinem Bruder, dem Lordrichter, das Leben gerettet. Der Lordrichter gibt sich zu erkennen und nimmt Jack mit nach Bristol. Dort wird der Lordrichter verhaftet und verurteilt. Sein falscher Bruder spielt den Lordrichter, doch der Schwindel kommt ans Tageslicht. Kapitän Sharingham wird gehängt.

Dem Tode entronnen

Doch dieser bietet Jack einen Deal an, wenn er ihn vor dem Tode bewahrt. Er soll alles über seine Eltern erfahren. Jack geht darauf ein und erfährt so, dass seine Eltern verbannt werden sollten, in eine Strafkolonie. Sharingham half ihnen damals bei der Flucht. Doch als die Eltern zum Boot rudern wollten, wurden sie von Soldaten gestellt. Jacks Vater stellte Jacks Mutter als Schutzschild vor sich, um nicht von den Kugeln getroffen zu werden. Sharingham tötete Jacks Vater, und seine Mutter holte er an Bord. Sie hatte überlebt und ist nun die Ehefrau des Lords der Admiralität.

Damit läuft die Serie auf eine Auflösung zu, die für eine Weihnachtsserie erstaunlich bitter ausfällt. Jack bekommt seine Herkunft, aber er bekommt sie zu einem Preis: Der Mann, der seine Familie zerstört hat, und der Mann, der sie retten wollte, sind kaum voneinander zu trennen. Genau diese Ambivalenz hebt „Jack Holborn“ über den üblichen Abenteuerstoff für junge Zuschauer hinaus.

Die Besetzung von Jack Holborn

Die Serie entstand als deutsch-neuseeländische Koproduktion und wurde mit internationaler Besetzung in englischer Sprache gedreht. Die deutsche Fassung entstand anschließend im Studio, wobei sich die deutschsprachigen Darsteller selbst nachsynchronisierten.

Patrick Bach als Jack

Patrick Bach spielt hier seine zweite Kinderstarrolle, nachdem er zuvor schon mit „Silas“ glänzen konnte, seiner ersten Fernsehrolle. Wie auch bei Silas ist ihm die Rolle geradezu auf den Leib geschrieben, und er spielt so natürlich, als wenn es für ihn nie etwas anderes gegeben hätte, als Schiffsjunge zu werden. Er trägt praktisch jede Szene, ohne dabei je altklug zu wirken.

Matthias Habich in der Doppelrolle Sharingham

Matthias Habich übernimmt beide Sharinghams, den Freibeuterkapitän und den Lordrichter. Die Doppelrolle ist der dramaturgische Motor der Serie: Weil die Brüder identisch aussehen, kann der eine den anderen ersetzen, und weder Jack noch das Publikum wissen lange, wem sie gerade zusehen. Habich löst das nicht über Verkleidung, sondern über Haltung und Tonfall.

Weitere Rollen

In weiteren wichtigen Rollen sind Andreas Mannkopff, Terence Cooper und Monte Markham zu sehen. Die Mischung aus deutschen und englischsprachigen Darstellern gibt der Mannschaft der „Charming Molly“ eine Rauheit, die sich nicht nach Studio anfühlt.

Produktion und Hintergrund

Regie führte Sigi Rothemund, der das Drehbuch gemeinsam mit Justus Pfaue verfasste. Gedreht wurde im damaligen Jugoslawien, in Montenegro und Kroatien, mit Schauplätzen in Dubrovnik, Trogir und Zadar. Die Altstädte und Hafenanlagen an der Adria liefern eine Kulisse, für die man sonst Kulissenbauten gebraucht hätte, und sie sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die Serie auch Jahrzehnte später noch trägt.

Die Musik schrieb Christian Bruhn, eingespielt von den Münchner Symphonikern unter Kurt Graunke. Das Titelthema gehört zu den Melodien, die bei vielen Zuschauern der Achtzigerjahre bis heute sofort abrufbar sind.

Die Romanvorlage von Leon Garfield

Grundlage ist der 1964 veröffentlichte Roman „Jack Holborn“ des britischen Schriftstellers Leon Garfield. Garfield war für Abenteuergeschichten bekannt, die im 18. Jahrhundert spielen und ihre jungen Helden mit moralisch zwiespältigen Erwachsenen konfrontieren. Genau diese Grundhaltung hat die Fernsehfassung übernommen.

Die ZDF-Weihnachtsserie 1982

„Jack Holborn“ war die vierte ZDF-Weihnachtsserie. Die sechs einstündigen Folgen liefen vom 25. bis 30. Dezember 1982 täglich am frühen Abend, im festen Sendeplatz zwischen den Feiertagen. Für den Vertrieb wurde die Serie später auch in zwölf Teile zu je rund 25 Minuten aufgeteilt; auf DVD ist sie als Komplettausgabe erhältlich.

Für wen lohnt sich Jack Holborn heute?

Die Serie richtet sich an Zuschauer ab etwa zehn Jahren und an alle, die mit den ZDF-Weihnachtsserien aufgewachsen sind. Wer Tempo im Sinne heutiger Streamingproduktionen erwartet, muss sich umstellen: Erzählt wird ruhig, mit langen Einstellungen und viel Dialog. Dafür bekommt man eine Geschichte, die ihre jungen Zuschauer ernst nimmt und ihnen Verrat, Schuld und Tod nicht erspart.

Wer „Silas“ mochte, wird auch hier fündig, denn die Grundkonstellation ist verwandt: ein Junge ohne Familie, der sich seinen Platz in einer feindlichen Erwachsenenwelt erkämpft.

Fazit: Lohnt sich Jack Holborn?

„Jack Holborn“ ist eine einstündige Weihnachtsserie im ZDF aus dem Jahre 1982, und sie ist eine der stärksten der Reihe. Spannung, Zwischenmenschliches und eine Prise Humor sind in der Serie zu finden, und von Anfang bis Ende bleibt sie durchweg spannend. Was passiert, ist absolut nicht vorhersehbar, und beim Ende einer Folge ist die Neugier auf die nächste wohl schon groß. Gute Darsteller, echte Schauplätze und eine Vorlage mit Substanz ergeben zusammen einen Abenteuerstoff, der auch nach über vierzig Jahren funktioniert.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt Jack Holborn?

In Jack Holborn spielt Patrick Bach die Titelrolle. Für ihn war es nach Silas die zweite Kinderstarrolle in einer ZDF-Weihnachtsserie, laut Rezension spielt er so natürlich, als hätte es für ihn nie etwas anderes gegeben, als Schiffsjunge zu werden.

Wer ist Sharingham in Jack Holborn?

Sharingham ist in Jack Holborn ein Zwillingspaar: der Freibeuterkapitän der Charming Molly und sein Bruder, der Lordrichter. Matthias Habich spielt beide Rollen, die Verwechslung der Brüder ist der dramaturgische Motor der Serie.

Wie viele Folgen hat Jack Holborn?

Jack Holborn hat sechs einstündige Folgen, die das ZDF vom 25. bis 30. Dezember 1982 täglich am frühen Abend zeigte. Für den Vertrieb gibt es zusätzlich eine Fassung in zwölf Teilen zu je rund 25 Minuten.

Worauf beruht die Serie Jack Holborn?

Die Serie Jack Holborn beruht auf dem 1964 veröffentlichten Roman Jack Holborn des britischen Schriftstellers Leon Garfield. Regie führte Sigi Rothemund, der das Drehbuch gemeinsam mit Justus Pfaue schrieb, die Serie entstand als deutsch-neuseeländische Koproduktion.

Wo wurde Jack Holborn gedreht?

Jack Holborn wurde im damaligen Jugoslawien gedreht, in Montenegro und Kroatien mit Schauplätzen in Dubrovnik, Trogir und Zadar. Die Altstädte und Hafenanlagen an der Adria liefern die Kulisse der Serie.

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