Leichtes Gepäck

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  • Stimme
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

BALLAST ÜBER BORD!

Die Band:

Schon mit ihrem Debütalbum „Verschwende Deine Zeit“ und der Single „Symphonie“ konnte die junge Band aus Bautzen ihren Durchbruch feiern. In ihrer weiteren Karriere sind vor allem durch Balladen wie „Das Beste“ oder „Durch Die Nacht“ bekannt geworden, die jedoch nur einen kleinen Teil ihres musikalischen Spektrums ausmachen. Und so avancierten Stefanie Kloß (Gesang), Johannes und Thomas Stolle (Bass sowie Gitarre und Klavier) und Andreas Nowak (Schlagzeug) in den letzten Jahren zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands, die mit zahlreichen Preisen wie dem Echo, dem Comet, der 1Live Krone und einem MTV Europe Music Award ausgezeichnet wurde. Neben den Livequalitäten ist es vor allem das soziale Engagement, dass der Band am Herzen liegt. Die Musiker pflegen ein sehr enges Verhältnis zu ihren Fans und haben schon zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte gegeben.

Das Album:

Gut dreieinhalb Jahre sind seit dem letzten Album „“ vergangen. In dieser Zeit hat die Band aus Bautzen ausgiebig getourt und sich dann nach Nashville zurückgezogen, um in Ruhe an neuen Songs zu arbeiten. Wie im Titelsong „“ thematisiert, haben die drei Jungs und Sängerin Stefanie Kloß auch musikalisch jeden Ballast über Bord geworfen und behalten den ruhigen, fast schon melancholischen Stil des letzten Albums bei. Leider macht sich dies auf diesem Album etwas negativ bemerkbar.

Dabei fängt das Album wirklich grandios an. Mit „Intro (Die Mutigen)“ haben Silbermond einen Opener, der locker in der Klasse von mitspielen kann. Das folgende Titelstück ist dann schon eher eine typische Silbermond-Nummer, jedoch mit einer tollen Melodie und einem fantastischen Text, der jeden Hörer dazu animiert, zu überlegen, welchen Ballast er sowohl materiell als auch seelisch mit sich herumschleppt. Auch das folgende Stück „B 96“ ist ganz großes Musikkino. Eine gitarrenlastige Hommage an die gleichnamige Bundesstraße. Vor allem die Nashville-Einflüsse kommen hier besonders stark zur Geltung. Wenn dann noch die Ballade „Langsam“ erklingt (ein echter Kandidat für die nächste Single) denkt man noch, dass das Album das Zeug dazu hat, ein echter Meilenstein im Bereich der deutschen Pop- und Rockmusik zu werden. Zumal mit „Indigo“, einer flotten Rocknummer und „Das Leichteste der Welt“, einer Ballade zwei weitere gute Songs kommen.

Doch leider schmiert das Album anschließend etwas ab. Die folgenden Songs konnten mich, trotz mehrfacher Durchgänge nicht packen. Allesamt sind sie sehr ruhig und sehr melancholisch, wogegen im Prinzip nichts zu sagen ist. Doch wirklich packen konnte mich kein Titel. Da ändern auch die ersten Rapversuche von Stefanie („Heut hab ich Zeit) oder die bombastischen Bond-Anleihen (Fische im Teich) nichts.

Erst die letzte Nummer „Zeit zu tanzen“ konnte mich wieder begeistern. Textlich sicher nicht der Überflieger kommt die Melodie mit einem U2-typischen Riff daher, das sich sofort im Ohr festsetzt. Ein guter Schlusspunkt eines Albums, dem im hinteren Teil leider deutlich die Luft ausgeht.

Trackliste:

01 – Intro (Die Mutigen)

02 – Leichtes Gepäck

03 – B 96

04 – Langsam

05 – Indigo

06 – Das Leichteste der Welt

07 – Heut hab ich Zeit

08 – Lass mal

09 – Fische im Teich

10 – Allzu menschlich

11 – Himmel in die Stadt

12 – Zeit zu tanzen

 

Fazit:

Silbermond präsentieren sich auf ihrem fünften Album sehr ruhig, beinah melancholisch. Wer eine Handvoll satter Rocksongs erwarte, wie sie in den Anfangstagen vorkamen, wird sicherlich enttäuscht sein. Wer sich mit dem letzten Album „Himmel Auf“ anfreunden konnte, kann auch in „Leichtes Gepäck“ reinhören, wobei mir der Vorgänger definitiv besser gefallen hat. Fünf absolut tolle Lieder („Intro (Die Mutigen), „Leichtes Gepäck“, „B 96“, „Langsam“ und „Zeit zu rennen“) reichen leider nicht, um dem Album die Höchstwertung zu geben.

 

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