Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen
Antwort
Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen-Bismarck - Winterswijk ist ein 96 Seiten dickes Buch zur Geschichte der 1880 eröffneten Bahnstrecke, 1993 im Verlag Kenning erschienen. Die Rezension vom 3. Januar 2013 beschreibt es als nüchtern, sachlich und detailliert mit Schwerpunkt auf Technik und regionaler Verkehrsgeschichte, dem aber die Lebendigkeit fehlt.
Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen-Bismarck - Winterswijk
Das Buch ist im Jahre 1993 im Verlag Kenning aus Nordhorn erschienen. Es ist 96 Seiten dick.
Worum geht es in Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen?
Die Bahnlinie Winteswijk - Dorsten - Bismarck (heute in Stadtteil von Gelsenkirchen) ist das Produkt der „Nederlandsch - Westfaalsche Spoortweg Maatschaapij„ (NWSM) bzw. der „Niederländisch - Westfälische Eisenbahn„ (NWE). Im Jahre 1877 erhält dieses Unternehmen die Konzession für den Abschnitt in Preußen. Die Strecke Bismarck - Winterswijk wurde dann im Jahre 1880 eröffnet. Die als internationale Durchgangsbahn konzipierte und mit holländischem Geld erbaute Strecke, die mit durchgehenden Zügen das westfälische Münsterland an das Eisenbahnnetz anschloß, wurde aber schon im Jahre 1889 verstaatlicht, zumindest was den deutschen Streckenabschnitt anbelangt. Ebenfalls der Geschichte gewidmet ist das Buch über das Rathaus Duisburg mit seiner Gestalt und Geschichte.
Der Turmbahnhof in Hervest sowie Inselbahnhöfe in Dorsten und Bismarck werden in dem Buch als Besonderheiten der Bahnstrecke genannt. Der Niedergang der Bahnlinie begann schon in den Tagen des 1. Weltkriegs. Damals wurde der hochwertige Reiseverkehr auf andere Strecken verlagert. Es begann eine Zeit der Vernachlässigung und Abwirtschaftung, die durch die Rationalisierungen der 1950er und 1960er Jahre beschleunigt wurde. Ob es diese Bahnlinie heute noch gibt und welche Zukunft sie hat, sei einmal dahingestellt. In dem vorliegenden Buch steht die Vergangenheit im Vordergrund.
Über den Verlag
Der Kenning-Verlag ist ein Unternehmen, das sich auf Literatur über Eisenbahnen und Straßenbahnen spezialisiert hat. In seinem Internetauftritt bewirbt der Verlag zwar seine Publikationen, bietet aber ansonsten leider keinerlei Informationen, beispielsweise über seine Geschichte, Geschäftsleitung oder anderes. Von daher sei hier auch nicht weiter auf ihn eingegangen.
Die Rezension im Detail
Die Ausführungen, die durch viele Farb- und Schwarzweißfotographien sowie Zeichnungen ergänzt werden, sind eher nüchtern und sachlich. Sie wirken irgendwie wissenschaftlich orientiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Technik und regionalen Verkehrsgeschichte. Die Daten und Fakten sind sicherlich akribisch zusammengetragen. Die Ausführungen sind dementsprechend detailliert. Leider sind in dem Buch keine Angaben über Swoboda enthalten. Es ist für den Leser also nicht erkenntlich, ob er - beispielsweise - studierter Historiker oder begeisterter Eisenbahnliebhaber ist.
So gut das Buch inhaltlich auch sein mag, ist eine andere Sache aber auch sicher: Ihm fehlt ein wenig die Lebendigkeit. Hätten die Autoren beispielsweise Eisenbahner oder Menschen vor Ort erzählen lassen, was sie im Laufe der Zeit entlang der Bahnlinie erlebt haben, dann wäre das Buch nicht nur bei Eisenbahn-Nostalgikern im Bücherschrank gelandet.
Fazit: Lohnt sich Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen?
Das Buch bietet regionale Wirtschafts- und Strukturgeschichte, ergänzt durch allgemeine Technikgeschichte. Es wäre schon schön gewesen, wenn es ein wenig lebendiger geschrieben worden wäre, also beispielsweise konkrete Menschen zu Wort gekommen wären. Dann hätte es sicherlich eine breitere Leserschaft angesprochen. Wer sich für Stadtgeschichte interessiert, findet in der Rezension zu Geschichte der Stadt Wesel ein weiteres Buch aus der Kategorie Geschichte.
Deine Bewertung
Teile deine Erfahrung zu „Rolf Swoboda: Eisenbahn Gelsenkirchen". Bewertungen werden vor Veröffentlichung geprüft.