Seeed
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Seeed ist das selbstbetitelte Comeback-Album der 1998 in Berlin gegründeten Band und bündelt nach sieben Jahren Pause in zwölf Songs und 39 Minuten Dub, Dancehall und den typischen Big-Band-Sound. Die Rezension vom 15. Januar 2013 bewertet das Album mit 4,5 von 5: Qualität schlägt Quantität, auch wenn die elektronischen Beats etwas kommerzieller klingen.
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Wer ist Seeed?
Seeed wurden 1998 in Berlin gegründet. Der ungewöhnliche Bandname setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Das S steht für die Musikrichtung Sub, die drei E sind die Anfangsbuchstaben der Sänger-Pseudonyme Enuff, Eased und Ear; das D steht letztlich für die Reggae-Richtung Dub. Und das ist auch der Sound, dem sich Seeed von Beginn an verschrieben haben: Reggae und Dancehall machten aus Seeed eine der erfolgreichsten deutschen Bands der letzten Jahre. Gerade in ihrer Heimatstadt Berlin füllt die Band problemlos die größten Open-Air-Bühnen. Bekanntester Musiker ist Sänger Pierre Baigorry, der bei Seeed unter dem Pseudonym Enuff agiert und als Solokünstler unter dem Namen Peter Fox riesige Erfolge feiern konnte.
Charakteristisch ist die Größe der Formation. Seeed sind keine Vierer-Combo, sondern ein elfköpfiger Apparat mit Bläsersatz, drei Sängern und einem Sound, der live noch einmal deutlich wuchtiger klingt als auf Platte. Dieser Big-Band-Ansatz ist das eigentliche Markenzeichen der Band und der Grund, warum ihre Stücke auch nach vielen Jahren auf Festivalbühnen funktionieren.
Die Alben vor dem selbstbetitelten Werk
Den Anfang machte 2001 das Debüt „New Dubby Conquerors“, 2003 folgte „Music Monks“, 2005 dann „Next!“. Erst sieben Jahre später kam mit dem selbstbetitelten Album der nächste Studioeintrag. In der Zwischenzeit prägten die drei Sänger die Wahrnehmung der Band vor allem über ihre Soloprojekte. Eine eigene Besprechung zum Vorgänger aus dem Jahr 2005 gibt es ebenfalls.
Das Album im Überblick
Sieben Jahre hat sich die Formation Zeit gelassen, um einen Nachfolger ihres Albums „Next!“ aufzunehmen. Eine Zeit, in der vor allem die Sänger Peter Fox, Boundzound und Dellé mit Soloalben auf sich aufmerksam machten. Die Erwartungshaltung der Fans war riesig. Bei einigen stellte sich jedoch Enttäuschung ein, als sie das neue Album in den Händen hielten. 12 Tracks mit einer Spielzeit von nicht einmal vierzig Minuten wirkt auf den ersten Blick recht dünn, zumal die Tracks „Molotov“ und „Wonderful Life“ durch die im letzten Jahr erschienene EP bereits bekannt waren. Ein kreativer Output nach so langer Zeit scheint anders auszusehen. Doch bringt das Album dann wenigstens Qualität statt Quantität?
Die Songs im Einzelnen
Eindeutige Antwort: Ja! Schon „Molotov“ machte deutlich, dass sich Seeed weiter entwickelt haben und neue Klänge in ihre Dub- und Dancehallmischung einfließen lassen. Vergessen haben sie ihre alten Trademarks jedoch nicht. Mit „Beautiful“ eröffnet ein Song das Album, der für alles steht, was die Band in der Vergangenheit ausgemacht hat: Harte Beats und der typische Big-Band-Sound machen aus der Nummer einen hervorragenden Opener.
Seeed waren in der Vergangenheit auch für ihre Reggaenummern bekannt. Auch hier gibt es mit „You & I“ neues Futter. Natürlich wollen Seeed auch weiterhin die Dancefloors der Republik rocken. „Waste My Time“ kommt mit wummernden Beats daher, „Elephants“ nutzt den bekannten Dub-Sound der ersten Alben und „Seeeds Haus“ klingt mit seinen Bass-Samples ein wenig nach Deichkind.
Mit „Deine Zeit“ und vor allem der grandiosen zweiten Single „Augenbling“ kommen zwei Tracks, die eindeutig von Peter Fox dominiert werden und die sehr stark an dessen Soloalbum „Stadtaffe“ erinnern. Gerade „Augenbling“ ist mit seinem orientalischen Einschlag und dem überaus eingängigen Refrain eine Nummer vom gleichen Kaliber wie es seinerzeit „Ding“ war. „Feel For You“ ist dann eine typische Ballade für Seeed, die vor allem durch Nabés Sprechgesang dominiert wird. Eine recht poppige Nummer, die jedoch Fans der ersten Stunde etwas verschrecken wird.
Trackliste
01 - Beautiful
02 - Deine Zeit
03 - Feel For You
04 - Augenbling
05 - You & I
06 - Waste My Time
07 - Seeeds Haus
08 - Elephants
09 - Lovelee
10 - Wonderful Life
11 - Molotov
12 - Beautiful (Reprise)
Die bekanntesten Seeed-Songs vor diesem Album
Wer über dieses Album zur Band kommt, stößt zwangsläufig auf zwei Titel, die Seeed früh groß gemacht haben. Beide stammen vom Debüt „New Dubby Conquerors“ von 2001.
Dickes B
„Dickes B“ entstand gemeinsam mit Black Kappa und ist bis heute der Song, mit dem die Band am engsten verbunden wird. Der Titel spielt auf Berlin an und wurde zu einer inoffiziellen Hymne der Stadt. Er zeigt früh, was Seeed ausmacht: entspanntes Dancehall-Fundament, Bläser, drei Stimmen im Wechsel.
Dancehall Caballeros
„Dancehall Caballeros“ folgte als zweite Auskopplung des Debüts und ist die deutlich schnellere, ausgelassenere Nummer. Wer die Stilrichtung der Band in einem einzigen Stück verstehen will, ist hier richtig.
Demba Nabé: Was ist die Todesursache?
Sänger Demba Nabé, bei Seeed unter dem Pseudonym Ear aktiv und solo als Boundzound unterwegs, starb am 31. Mai 2018. Eine offizielle Todesursache wurde nie mitgeteilt. Die Angehörigen und das Umfeld der Band baten damals ausdrücklich darum, von weiteren Nachfragen abzusehen, weshalb bis heute keine belastbare Angabe existiert. Alles, was darüber hinaus im Umlauf ist, ist Spekulation.
Für dieses Album ist sein Beitrag zentral: Sein Sprechgesang prägt unter anderem „Feel For You“ und gehört zu den Stimmen, die den charakteristischen Wechsel innerhalb der Band überhaupt erst möglich machen. Das selbstbetitelte Album ist damit auch ein Dokument der Besetzung, in der Seeed über anderthalb Jahrzehnte gearbeitet haben.
Seeed live: Konzerte und Tourdaten
Seeed gelten als Live-Band, und ein Gutteil ihres Rufs stammt von Bühnen und Festivals, nicht von Tonträgern. Die Stücke des Albums sind erkennbar darauf angelegt, mit vollem Bläsersatz gespielt zu werden. Konkrete Tourdaten ändern sich laufend, deshalb listen wir sie hier bewusst nicht. Verlässlich sind allein die offiziellen Kanäle der Band und die Vorverkaufsstellen. Zum Bühnensound der Band gibt es außerdem eine Besprechung des Live-Albums von Seeed auf rezension.org.
Für wen lohnt sich das Album?
Für alle, die Seeed über „Dickes B“ oder „Augenbling“ kennen und wissen wollen, wie die Band nach der langen Pause klingt. Wer klassischen Roots-Reggae erwartet, sollte wissen, dass die elektronischen Beats hier deutlich präsenter sind als auf den ersten beiden Alben. Wer dagegen „Stadtaffe“ mochte, findet in „Deine Zeit“ und „Augenbling“ genau den Zugang, den er sucht.
Fazit: Lohnt sich Seeed?
Die 39 Minuten des neuen Seeed Albums vergehen wie im Flug. Dies allein ist ein Indikator dafür, dass das Album keine Sekunde langweilig ist. Im Gegenteil. Die Berliner Formation bietet ein breites Spektrum an. Stücke wie „Beautiful“, „Molotov“ und vor allem „Augenbling“ gehen sofort ins Ohr und in die Beine. Stücke wie „You & I“ oder „Lovelee“ brauchen zwei, drei Durchgänge, stellen dafür aber umso mehr unter Beweis, dass die Band noch jede Menge Potential hat. Mit „Wonderful Life“ schaffen Seeed sogar das Kunststück, eine Coverversion abzuliefern, die besser als das damalige Original von Black ist. Insgesamt klingt das Album aufgrund der elektronischen Beats vielleicht etwas kommerzieller als die ersten Alben, trotzdem ist es ein hundertprozentiges Seeed-Album geworden. Und in Anbetracht der Spielzeit kann man nur sagen: Qualität schlägt Quantität!
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Seeed?
Seeed ist eine 1998 in Berlin gegründete Reggae- und Dancehall-Band mit elf Mitgliedern. Bekanntester Musiker ist Sänger Pierre Baigorry, der bei Seeed als Enuff auftritt und solo als Peter Fox große Erfolge feierte. Die Band gehört zu den erfolgreichsten deutschen Bands der letzten Jahre.
Woher kommt der Bandname Seeed?
Der Name Seeed setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Das S steht für die Musikrichtung Sub, die drei E sind die Anfangsbuchstaben der Sänger-Pseudonyme Enuff, Eased und Ear, das D steht für die Reggae-Richtung Dub.
Was ist die Todesursache von Demba Nabé?
Eine offizielle Todesursache von Demba Nabé, bei Seeed als Ear und solo als Boundzound aktiv, wurde nie mitgeteilt. Er starb am 31. Mai 2018, Angehörige und das Umfeld der Band baten darum, von weiteren Nachfragen abzusehen.
Auf welchem Album sind Dickes B und Dancehall Caballeros?
Dickes B und Dancehall Caballeros stammen vom Seeed-Debüt New Dubby Conquerors von 2001. Dickes B entstand gemeinsam mit Black Kappa und wurde zu einer inoffiziellen Berlin-Hymne, Dancehall Caballeros folgte als zweite Auskopplung.
Wie lang ist das Album Seeed von 2012?
Das selbstbetitelte Album Seeed umfasst zwölf Tracks und eine Spielzeit von 39 Minuten. Zwei Stücke, Molotov und Wonderful Life, waren durch eine vorab erschienene EP bereits bekannt.
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