Wenn er kommt, dann laufen wir
Kurzfazit: Jugendthriller über Schuld, Angst und einen Bruder ohne Bremse.
Wenn er kommt, dann laufen wir: Spannender Jugendroman zu brisanten Themen wie Schuld, Rache und Vergebung, geeignet als Schullektüre ab 12 Jahre
11,00 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Gibt es „das Böse“? Jeff schreibt darüber einen Schulaufsatz und er kann eigene Erfahrungen einbringen. Ein Thriller für Jugendliche zu einem ernsten Thema.
Worum geht es in Wenn er kommt, dann laufen wir?
Die Familie hatte sich in dem kleinen langweiligen Küstenstädtchen Pineville in New Jersey ein neues Leben aufgebaut. Die Eltern waren beliebt, Jeff, ihr jüngerer Sohn, spielte in der Schulmannschaft Fußball und hatte seit kurzem sogar eine feste Freundin. Plötzlich steht alles wieder auf der Kippe, die Vergangenheit holt sie ein. Niemand hatte damit gerechnet, dass Troy, Jeffs älterer Bruder, vorzeitig – nach nur fünf Jahren – aus der Haft entlassen würde, hatte er doch lebenslänglich für den Mord an einem Kind abzusitzen. Aber nun fahren die Eltern los und holen ihn ab. Er wird wieder bei ihnen einziehen, die Eltern wollen ihm noch einmal eine Chance geben, glauben an seine Läuterung. Jeff sieht das ganz anders. Er meint seinen Bruder Troy zu kennen und fürchtet ihn, hält ihn für fähig, alles nur erdenklich Böse zu tun.
Wenn er kommt, dann laufen wir: Zusammenfassung der Handlung
Der Roman folgt Jeff über wenige Monate, in denen sein Leben Stück für Stück auseinanderfällt. Die folgende Zusammenfassung nennt die zentralen Wendepunkte und verrät entsprechend den Verlauf der Geschichte.
Troys Rückkehr und die ersten Risse
Und so geht es auch gleich los mit den Problemen. Jeff erzählt seiner Freundin Beth von seinem Bruder und deren Vater verbietet ihr daraufhin kategorisch jeden weiteren Umgang mit Jeff. Auch einem möglichen Arbeitgeber müssen die Eltern die Wahrheit sagen, doch Troy kann trotzdem bei Walt im größten Laden am Ort als Aushilfe anfangen. Niemand sonst weiß, wer Troy wirklich ist. Auch Smitty nicht, der Sohn von Walt, Mannschaftskamerad und bester Freund von Jeff. Jeff kann sich nicht entscheiden, ob er es ihm erzählen soll und lässt es dann lieber bleiben.
Das Verschwinden von Fraser
Troy hält sich gut, er arbeitet hart, spart und liest viel in der Freizeit. Trotzdem wird Jeff seine Vorahnungen nicht los. Als es zu einem Gerangel zwischen Jeff und „Freibeuter Fraser“, dem Star der Schule und der Mannschaft kommt, greift Troy rabiat ein. Tags drauf ist Fraser verschwunden, die Suche der Polizei bleibt ergebnislos. Troy ist nicht nachzuweisen, dass er etwas damit zu tun hat und als herauskommt, dass Fraser auch keine blütenweiße Weste hat, ist Troy aus dem Schneider.
Las Vegas und die letzte Eskalation
Ein Ausflug der Brüder nach Las Vegas endet in einem Fiasko, obwohl man merkt, dass beide durchaus trotz allem Gefühle füreinander haben, ist ihre Art das Leben zu sehen, zu unterschiedlich. Jeff befasst sich viel mit „Gut und Böse“, liest Machiavelli und Sun Zi und auch ein aus dem Ruder gelaufener „Scherz“ an der Schule gibt ihm viel Stoff zum Nachdenken. Troy nimmt sich, was er braucht, ist zwar hochintelligent, aber skrupellos. Das zeigt sich noch ein weiteres Mal, Jeff hatte es geahnt. Auch dieser letzte Vorfall, bevor Troy wieder verschwindet, endet mit einem Toten. Ein letztes Mal treffen sich die Brüder und fechten es aus.
Das Leben in Pineville wird weitergehen, die Familie wird bleiben, aber nichts ist mehr, wie es war.
Die Figuren
Jeff
Jeff ist der Erzähler und der einzige, der von Anfang an klar sieht. Genau das ist seine Tragik: Er wird nicht ernst genommen, weil er der jüngere Bruder ist und weil seine Eltern die Hoffnung brauchen. Sein Ringen zwischen Loyalität zur Familie und dem Wunsch, die Wahrheit zu sagen, treibt den Roman an.
Troy
Troy ist keine Comic-Bestie, und darin liegt die Wirkung der Figur. Er arbeitet, spart, liest, hilft im Haushalt und wirkt über weite Strecken glaubwürdig geläutert. Dass er hochintelligent ist und trotzdem ohne Skrupel nimmt, was er will, macht ihn unberechenbar. Der englische Originaltitel „Dark Angel“ beschreibt diese Doppelnatur treffender als der deutsche Titel.
Die Eltern
Die Eltern sind der eigentliche moralische Konflikt des Buches. Sie handeln aus Liebe und stellen damit ihren jüngeren Sohn in die Gefahrenzone. Wer sich fragt, wie weit elterliche Vergebung gehen darf, bekommt hier keinen bequemen Antwortsatz.
Themen: Schuld, Rache und die Frage nach dem Bösen
Der Roman verhandelt seine Themen nicht im Beipackzettelton. Jeffs Schulaufsatz über das Böse, seine Lektüre von Machiavelli und Sun Zi und der aus dem Ruder gelaufene Schülerstreich sind keine Fremdkörper, sondern Spiegel der Haupthandlung. Nebenbei erzählt das Buch, was ein einziger alter Fall mit einer ganzen Familie macht: Die Eltern verlieren ihren Ruf, Jeff verliert Beziehung und Freundschaft, und niemand kann sich aussuchen, ob er dazugehört.
Auffällig ist, wie nüchtern David Klass die Kleinstadt zeichnet. Pineville ist kein Idyll, das zerstört wird, sondern ein Ort, an dem Gerüchte schneller laufen als jede Polizeiermittlung. Der Fußballstar Fraser hat selbst Dreck am Stecken, der Ladenbesitzer stellt einen Vorbestraften ein, ohne es zu ahnen, und die Erwachsenen sind mit ihren eigenen Rechtfertigungen beschäftigt.
Der Autor und das Original Dark Angel
Geschrieben hat den Roman der amerikanische Autor David Klass, der neben Jugendbüchern auch Drehbücher verfasst hat. Das merkt man dem Tempo an: Szenenwechsel sitzen, Dialoge sind knapp, und der Erzähler kommentiert weniger, als er zeigt. Das Original erschien 2005 unter dem Titel „Dark Angel“, die deutsche Ausgabe brachte der Arena Verlag 2006 in der Übersetzung von Alexandra Ernst heraus. 2007 stand das Buch auf der Nominierungsliste des Deutschen Jugendliteraturpreises.
Für wen lohnt sich das Buch?
Der Verlag empfiehlt den Roman ab 12 Jahren und bewirbt ihn als Schullektüre, und das passt. Für Leser ab etwa dreizehn, die Spannung mögen und keine Angst vor unbequemen Fragen haben, ist er ideal. Auch Erwachsene, die gelegentlich Jugendliteratur lesen, kommen auf ihre Kosten, weil das Buch seine Konflikte nicht auflöst, sondern stehen lässt.
Wer dagegen einen klassischen Whodunit erwartet, liegt falsch. Die Frage ist nie wirklich, wer es war, sondern was man tut, wenn man es weiß und niemand einem glaubt.
Fazit: Lohnt sich Wenn er kommt, dann laufen wir?
In wie weit sind wir Opfer oder Täter in unserem eigenen Leben, gibt es das Böse aus sich heraus? Ein ungemein spannendes Jugendbuch, das so ganz nebenbei einige Fragen aufwirft, die nachdenkenswert sind. Der Roman funktioniert als Thriller und als Diskussionsgrundlage gleichermaßen, und er verweigert sich dem versöhnlichen Schluss, den man in diesem Genre viel zu oft bekommt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Wenn er kommt, dann laufen wir?
Jeff lebt mit seinen Eltern im Küstenstädtchen Pineville in New Jersey, wo sich die Familie nach einer Katastrophe ein neues Leben aufgebaut hat. Dann wird Jeffs älterer Bruder Troy vorzeitig aus der Haft entlassen, obwohl er wegen Mordes an einem Kind lebenslänglich absitzen sollte. Die Eltern glauben an seine Läuterung, Jeff fürchtet ihn und behält recht.
Wer hat Wenn er kommt, dann laufen wir geschrieben?
Der amerikanische Autor David Klass. Das Original erschien 2005 unter dem Titel Dark Angel, die deutsche Übersetzung von Alexandra Ernst kam 2006 im Arena Verlag heraus.
Ab welchem Alter ist das Buch geeignet?
Der Verlag empfiehlt den Roman ab 12 Jahren. Es wird nicht drastisch geschildert, aber im Buch sterben Menschen, und die Fragen nach Schuld und Vergebung werden nicht kindgerecht weichgezeichnet. Für jüngere Leser ist es deshalb nur bedingt zu empfehlen.
Eignet sich der Roman als Schullektüre?
Ja. Der Verlag bewirbt ihn ausdrücklich als Schullektüre, und der Stoff bietet reichlich Diskussionsmaterial: Schuld, Rache, Vergebung, Loyalität in der Familie und die Frage, ob es das Böse an sich gibt. Jeff schreibt im Roman selbst einen Schulaufsatz über genau diese Frage.
Wurde das Buch ausgezeichnet?
Der Roman war 2007 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Das englische Original wurde in den USA als Bank Street Best Children's Book of the Year gelistet.
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