Erasure - The Two Ring Circus
Kurzfazit: Solides Begleitalbum zu The Circus, aber klar eine Sammlerplatte.
The Two Ring Circus
16,51 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →The Two Ring Circus ist eines jener Alben, die man nur richtig einordnen kann, wenn man weiß, was sie sein wollen. Es ist kein Studioalbum, sondern das Begleitwerk zu The Circus, mit dem Erasure 1987 den internationalen Durchbruch schafften. Veröffentlicht wurde es am 16. November 1987 in Großbritannien bei Mute Records und am 1. Dezember 1987 in den USA bei Sire.
Was ist The Two Ring Circus?
Die Platte vereint drei Bausteine. Die Vinylausgabe brachte sechs zuvor unveröffentlichte Remixe und drei orchestral neu eingespielte Stücke. CD und Kassette erweiterten das Programm um sieben Liveaufnahmen, die unter dem Titel The Touring Circus liefen und in Hamburg mitgeschnitten wurden. In den britischen Charts konnte das Album wegen der damaligen Chartregeln nicht antreten, in den USA erreichte es Platz 186 der Billboard 200, in Argentinien Platz 13.
Die Tracklist von The Two Ring Circus
- Sometimes (Erasure And Flood Mix)
- It Doesn’t Have To Be (Pascal Gabriel Mix)
- Victim Of Love (Little Louie Vega Mix)
- Leave Me To Bleed (Vince Clarke And Eric Radcliffe Mix)
- Hideaway (Little Louie Vega Mix)
- Don’t Dance (Daniel Miller And Flood Mix)
- If I Could (Orchestral)
- Spiralling (Orchestral)
- My Heart…So Blue (Orchestral)
- Victim Of Love (Live)
- The Circus (Live)
- Spiralling (Live)
- Sometimes (Live)
- Oh L’Amour (Live)
- Who Needs Love (Like That) (Live)
- Gimme, Gimme, Gimme (Live)
Wer sind Erasure?
Die Synthpop Band Erasure gehörte seit mitte der 80er neben den Pet Shop Boys zu den wichtigsten Vertretern ihrer Zunft. Durch die gekonnte Mischung aus Vince Clarkes verspielten Synthieklängen und Andy Bells souligem Gesang haben Erasure ein Millionenpublikum erreicht und unter ihren 13 Studioalben landeten vier auf der eins.
Hatte sich Vince Clarke bereits anfang der 80er als Gründungsmitglied von Depeche Mode einen Namen gemacht, war Erasure für Andy Bell die perfekte Möglichkeit, seinen eigenwilligen Stil zur Musik zu integrieren. Zwar handeln die meisten Songs vom Theam Nummer eins den Liebes- und Beziehungseinerlei, doch sind es vor allem Clarkes sehr markanter Synthiesound und Andys sehr eindringlicher Gesangsstil, die dies Band zu etwas Besonderen machen und aus der Masse der Synthpopbands herausstechen lassen.
The Two Ring Circus, das Remixalbum
Bei The Two Ring Circus handelt es sich sozusagen um das Schwesteralbum zu The Circus, mit dem Erasure 1987 den internationalen Durchbruch schafften. So sind dann auch die ersten neun Tracks auf dem Album direkt aus besagtem Album entlehnt und in verschiedenen Versionen, mal Remixe, mal in alternativer Form auf der Scheibe. Wer das Originalalbum kennt wird gleich einen guten Einstieg in das Werk bekommen, sind die meisten Stücke doch nur unwesentlich verändert worden, was vor allem der Melodiösität der Songs zugute kommt. Besonders interessant sind die Orchestralen Versionen der Songs, da sie hier einmal in einem völlig anderen Gewand daherkommen und so ein bisschen eine Mischung aus Gospel und A Capella sind. Die Livesongs sind auch durchweg gut, auch wenn aus heutiger Sicht, der Sound etwas antiquiert aus den Boxen dröhnt, aber dadurch besonders für Nostalgiker gefallen dürften. Mit Gimme, Gimme, Gimme ist dann auch eines der berüchtigten ABBA-Covers auf der Scheibe, das damals nicht auf ABBA-Esque mit drauf war.
Die Remixe
An den Remixen arbeiteten Namen, die für den Sound der späten Achtziger standen. Flood und Daniel Miller stammten aus dem engeren Mute-Umfeld, Little Louie Vega kam aus der New Yorker Clubszene, Pascal Gabriel aus dem britischen Dancepop. Eric Radcliffe war Vince Clarke bereits aus früheren Projekten vertraut. Trotz dieser Bandbreite bleiben die Bearbeitungen erstaunlich nah am Original, was Hörern entgegenkommt, die Remixalben sonst zu abstrakt finden.
Die orchestralen Fassungen
If I Could, Spiralling und My Heart…So Blue wurden für dieses Album neu eingespielt. Sie sind der eigentliche Grund, warum die Platte über den reinen Sammlerwert hinaus interessant bleibt, denn hier verschwindet die Elektronik komplett und Andy Bells Stimme muss allein tragen.
Der Livemitschnitt aus Hamburg
Die sieben Livetitel stammen aus der Tour zu The Circus und wurden in Hamburg aufgezeichnet. Sie zeigen die Band in einer Phase, in der die Bühnenshow noch nicht die späteren Ausmaße hatte, das Publikum aber bereits jeden Refrain mitsang.
Wie ordnet sich das Album in die Diskografie ein?
1987 war für Erasure das Jahr, in dem alles zusammenkam. The Circus lieferte mit Sometimes, Victim Of Love und dem Titelstück die ersten großen Hits, die Tour füllte immer größere Hallen, und das Label wollte diesen Schwung nutzen. Genau in diese Lücke zwischen zwei Studioalben passt The Two Ring Circus, denn das nächste reguläre Werk, The Innocents, erschien erst im April 1988 und wurde das erste Nummer-eins-Album der Band.
Damit ist die Platte auch ein Dokument einer Zeit, in der Zweitverwertung noch als eigenständiges Format galt. Remixalben, Maxi-Versionen und Livebeigaben waren im Synthpop der späten Achtziger keine Resteverwertung, sondern gehörten zum Selbstverständnis. Wer diesen Kontext mitdenkt, hört das Album anders, als es die eher zurückhaltende Kritik nahelegt: AllMusic vergab lediglich zwei von fünf Sternen.
Für wen lohnt sich The Two Ring Circus?
Einsteiger fangen besser mit The Circus selbst oder mit einer Hitsammlung an. Wer dagegen die Frühphase der Band mag und wissen will, wie diese Songs außerhalb des Studioarrangements klingen, findet hier reichlich Material. Auch Fans von Remixkultur der späten Achtziger bekommen ein gutes Zeitdokument.
Fazit: Lohnt sich The Two Ring Circus?
The Two Ring Circus ist ein recht gut gemachtes Remixalbum, dass sowohl aus alternativen Versionen bekannter The Circus-Hits wie „Sometimes” oder „Victim Of Love” besteht, wie auch interessante Live-Aufnahmen zu bieten hat. Wer The Circus allerdings schon im Regal stehen hat, sollte sich gut überlegen, ob er dieses Werk wirklich braucht, den im Original sind die Songs eh viel besser. Davon abgesehen ist das Album wohl eher für Erasure-Komplettisten zu gebrauchen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist The Two Ring Circus von Erasure?
The Two Ring Circus ist kein reguläres Studioalbum, sondern das Begleitwerk zum zweiten Album The Circus. Es kombiniert neue Remixe bekannter Songs, drei orchestral neu eingespielte Fassungen und einen Livemitschnitt. Veröffentlicht wurde es im November 1987 in Großbritannien bei Mute Records und im Dezember 1987 in den USA bei Sire.
Welche Songs sind auf The Two Ring Circus enthalten?
Die Vinylausgabe enthielt sechs zuvor unveröffentlichte Remixe und drei orchestrale Neuaufnahmen. CD und Kassette ergänzten sieben Liveaufnahmen, die unter dem Titel The Touring Circus liefen und in Hamburg mitgeschnitten wurden. Insgesamt ergibt das die hier besprochene Tracklist mit 16 Titeln.
Warum tauchte das Album nicht in den britischen Charts auf?
Die damaligen britischen Chartregeln machten die Platte trotz Veröffentlichung im Vereinigten Königreich nicht chartfähig. In den USA erreichte sie Platz 186 der Billboard 200, in Argentinien Platz 13 der Albumcharts. Kommerziell war das Werk also von vornherein als Ergänzung gedacht, nicht als Hauptveröffentlichung.
Warum ist Gimme, Gimme, Gimme auf dem Album?
Der ABBA-Song ist als Liveaufnahme enthalten und dokumentiert die frühe Vorliebe der Band für ABBA-Coverversionen. Die berühmte ABBA-Esque EP folgte erst 1992, dieser Mitschnitt nahm die Idee also vorweg. Für Fans ist das einer der interessantesten Punkte der Platte.
Lohnt sich The Two Ring Circus, wenn man The Circus schon hat?
Nur bedingt. Die Remixe weichen meist nicht dramatisch von den Originalen ab, und wer die Studioversionen kennt, bekommt hier keine grundlegend neuen Songs. Interessant sind vor allem die orchestralen Fassungen und der Livesound. Für Komplettisten ist die Anschaffung sinnvoll, für Einsteiger nicht.
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