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Erasure - Union Street

3,5 von 5 Alle Rezensionen zu Erasure Redaktion · 2011-07-25 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Union Street ist das zwölfte Studioalbum von Erasure und erhält in der Rezension vom 25. Juli 2011 3,5 von 5 Punkten. Elf ältere Erasure-Songs werden akustisch neu eingespielt, ganz ohne elektronische Sounds und mit Andy Bells Stimme im Mittelpunkt. Erschienen am 3. April 2006, ist Union Street für Fans ein Gewinn, für Einsteiger aber die schlechteste erste Wahl.

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Union Street ist das zwölfte Studioalbum von Erasure und zugleich das ungewöhnlichste. Es erschien am 3. April 2006 in Großbritannien und am 18. April 2006 in den USA bei Mute Records. Statt neuer Songs enthält es elf Stücke aus dem eigenen Katalog, akustisch und teils im Country-Gewand neu eingespielt. Aufgenommen wurde das Material bereits 2003 in den Union Street Studios in Brooklyn, New York, denen die Platte ihren Namen verdankt.

Was ist Union Street für ein Album?

Nach Nightbird von 2005 setzte das Duo damit seine experimentelle Phase fort. Kommerziell war das Vorhaben riskant, und das Ergebnis fiel entsprechend aus: Union Street kam in Großbritannien nur auf Platz 102 und ist bis heute das einzige Erasure-Studioalbum, das die Top 100 verfehlte. In den USA erreichte es Platz 42 der Independent-Albums-Charts, AllMusic vergab 2,5 von 5 Sternen. Wer die Platte trotzdem hört, merkt schnell, dass sie nicht für Zufallshörer gemacht ist. Das vorherige Studioalbum Nightbird von 2005 setzt dagegen fast ausschließlich auf Liebesballaden.

Die Tracklist von Union Street

  1. Boy
  2. Piano Song
  3. Stay With Me
  4. Spiralling
  5. Home
  6. Tenderest Moments
  7. Alien
  8. Blues Away
  9. How Many Times
  10. Love Affair
  11. Rock Me Gently

Die Vorlagen stammen quer aus der Bandgeschichte, unter anderem von Cowboy, Wild!, dem selbstbetitelten Album Erasure und The Circus. Als Single erschien am 21. März 2006 Boy.

Union Street, das Akustikalbum

Mit Union Street wollten Erasure mal etwas komplett neues machen, weg vom schwulstigen Synthie-Pop hin zum akustischen Gitarrensound. So entschied man sich bestimmte Songs für die Akustikgitarre umzuarrangieren. Was bei der Tracklist der Songs als erstes auffällt, ist, das Erasure nicht ausschließlich nur ihren größten Hits diese Behandlung angedeihen ließen, sondern auch unbekannteren Titeln, bei denen man es vielleicht nicht erwartet hätte. Ein weiterer Eindruck, der mich beim ersten Hören der Platte überkam, war, das Andys Stimme auf den Akustikversionen viel stärker in den Vordergrund gedrängt wird und irgendwie unverfälscht wirkt. Seine Stimme ist sehr warm und angenehm anzuhören, auch trifft er so gut wie jeden Ton, ich meine das Album erschien 2006, da war der gute auch schon Anfang 40. Klar seine Stimme klingt etwas verrauchter als noch zu 80er Zeiten, aber immer noch gut genug, um so ein Akustikset überzeugend rüberzubringen. Auch die EP Moon & Sky enthält fünf Akustikfassungen bekannter Erasure-Klassiker.

Die Songs im Einzelnen

Boy

Besonders gut gelungen sind das vom Cowboy-Album stammende „Boy”, das im Akustikgewand erstaunlich kraftvoll rüberkommt. Sollte einen ja auch nicht verwundern, passt doch die Akustikgitarre gut zum Cowboy-Image.

Piano Song

Der „Piano Song” funktioniert auch wunderbar auf Gitarre, auch wenn ich die originale Pianoversion vorziehe.

Stay With Me

Einer meiner Lieblingssongs vom selbstbetitelten Erasure-Album, „Stay With Me”, erstrahlt in der Akustikversion im neuen Glanz, zu der Gitarre gesellen sich Flöte und im Refrain sogar ein Frauenchor. Dieses Stück geht wirklich zu Herzen.

Spiralling

„Spiralling” war ja schon als Albumverion eher Geschmacksache, da nölt mir Andy einfach viel zu sehr, als dass man sich von diesem Song einlullen lässt.

Home

„Home” gehört wieder zu den Positivbeispielen einer guten Akustikversion, vor allem der Chor im Hintergrund geben den Song einen magischen Moment.

Tenderest Moments

„Tenderest Moment” ist mir persönlich zu schmalzig, akustisch gut umgesetzt, nervt mich doch Andys sentimentaler Gesang etwas.

Alien

Das mit „Alien” auch ein Song vom oftmals knadenlos zerrissenen Loveboat mit auf der Scheibe ist, freut mich natürlich, durch das akustische Songarrangement klingt der Song rein klanglich fast schon etwas wie ein griechisches Volkslied.

Blues Away

War „Blues Away” im Original im sehr hohen Falsett vorgetragen, geht Andy hier einen Gang runter und erreicht die Höhen alter Tage nicht mehr, für manche vielleicht ein Segen, doch bei den hohen Stimmpassagen ist Andy sichtlich bemüht den Ton zu treffen, sodass der Song etwas abfällt.

How Many Times

Ganz anders „How Many Times”: Hier singt Andy ganz tief, diesen wunderschönen Song, der seinerzeit auf dem Wild-Album erschien. Musikalisch kann das Arrangement, dann aber doch nicht mit dem Gesang mithalten, der fehlt mir etwas die Vielfalt.

Love Affair

„Love Affair” gehört zu den besten Akustikversionen auf dem Album, die Streicherparts auf Union Street verleihen dem Song etwas sehr erhabenes. Auch Andys Gesang geht unter die Haut.

Rock Me Gently

Mit einem A Capella-Intro beginnt der letzte Song des Albums „Rock Me Gently”, der ja nie zu meinen Lieblingssongs Erasures gehörte, und sich das wohl auch nicht mit dieser Version ändern tut, doch ist es mal sehr interessant zu sehen, wie dieser Song umgearbeitet wurde.

Warum floppte Union Street?

Der schlechteste Chartplatz der Bandgeschichte hat weniger mit der Umsetzung zu tun als mit der Erwartungshaltung. Erasure standen zwanzig Jahre lang für elektronische Popmusik, und ein Album, das genau dieses Element streicht, verliert zwangsläufig einen Teil des Stammpublikums. Dazu kommt, dass es sich nicht um neue Songs handelt, sondern um Neuinterpretationen, was Gelegenheitskäufer selten reizt.

Auffällig ist außerdem der zeitliche Abstand zwischen Aufnahme und Veröffentlichung. Das Material entstand bereits 2003, kam aber erst 2006 heraus, nachdem 2005 mit Nightbird ein reguläres Studioalbum erschienen war. Union Street wirkt dadurch weniger wie ein geplanter Karriereschritt und mehr wie ein Nebenprojekt, das seinen Weg auf den Markt fand. Genau als solches funktioniert es auch am besten.

Für wen lohnt sich Union Street?

Für Hörer, die Andy Bells Stimme mögen und sie einmal ohne elektronische Umgebung erleben wollen, ist die Platte ein Gewinn. Für Einsteiger ist sie die denkbar schlechteste erste Wahl, weil sie fast nichts von dem enthält, wofür Erasure bekannt wurden. Und für Fans, die alternative Fassungen sammeln, steht sie neben Werken wie The Two Ring Circus im Regal, nur mit einem deutlich radikaleren Ansatz. Alternative Fassungen bekannter Songs bietet auch das Begleitalbum The Two Ring Circus von 1987.

Fazit: Lohnt sich Union Street?

Bevor man sich Union Street zulegt, sollte man wissen, worauf man sich hier einlässt, hier gibt es keine elektronischen Sounds zu hören, sondern rein akustische Gitarren, die hin und wieder von einem Chor und anderen Instrumenten begleitet werden. Wer aber genau das möchte, wird seine Freude mit dem Album haben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Union Street von Erasure?

Union Street ist das zwölfte Studioalbum von Erasure und erschien am 3. April 2006 in Großbritannien sowie am 18. April 2006 in den USA bei Mute Records. Statt neuer Songs enthält es elf ältere Erasure-Titel, die akustisch und teils im Country-Gewand neu eingespielt wurden. Das Material wurde 2003 in den Union Street Studios in Brooklyn aufgenommen.

Von welchen Alben stammen die Songs auf Union Street?

Die Songs auf Union Street stammen aus dem gesamten früheren Erasure-Katalog, unter anderem von Cowboy, Wild!, dem selbstbetitelten Album Erasure und The Circus. Ausgewählt wurden nicht nur die großen Hits, sondern auch weniger bekannte Albumtracks.

Wie erfolgreich war Union Street?

Union Street war kommerziell das schwächste Erasure-Studioalbum: In Großbritannien kam es nur auf Platz 102 und verfehlte als einziges die Top 100. In den USA erreichte es Platz 42 der Independent-Albums-Charts. AllMusic vergab 2,5 von 5 Sternen.

Gibt es auf Union Street elektronische Sounds?

Nein, Union Street enthält keine elektronischen Sounds. Zu hören sind akustische Gitarren, die hin und wieder von einem Chor und anderen Instrumenten begleitet werden. Wer Erasure wegen Vince Clarkes Synthesizern hört, findet hier nichts davon.

Welche Single wurde aus Union Street ausgekoppelt?

Als Single aus Union Street erschien Boy am 21. März 2006, kurz vor dem Album. Der Song stammt ursprünglich vom Album Cowboy und kommt im Akustikgewand erstaunlich kraftvoll rüber.

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