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Gary Numan - The Best of 1978-1983

4,5 von 5 Alle Rezensionen zu Gary Numan von Rezension.org · 2011-07-31 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Die beste Anlaufstelle für Gary Numans erste fünf Jahre, auf zwei CDs.

The Best of 1978-1983 [DOPPEL-CD]
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Worum geht es bei The Best of Gary Numan 1978-1983?

Diese Best of-Scheibe beleuchtet die frühe Karrierephase der New Wave-Ikone Gary Numan. Auf zwei Compact Discs werden Hits, aber auch unbekanntere Stücke aus den ersten fünf Jahren seines Schaffens präsentiert. Dabei ist die Titelauswahl beider Tonträger sehr abwechslungsreich gestaltet worden, man hat nicht einfach die Songs nach ihrer Entstehungszeit aneinandergereiht, sondern vielmehr ganz gut durchgemischt, sodass ein hoher Grad an unterhaltsamer Abwechslung erreicht wurde.

Erschienen ist die Doppel-CD am 20. September 1993 bei Beggars Banquet, also bei dem Label, auf dem Numan diese komplette Frühphase veröffentlicht hatte. In den britischen Albumcharts kam die Zusammenstellung auf Platz 70. Als Zugpferd diente eine Remixfassung von „Cars“, die zusammen mit der Originalversion auf der Compilation vertreten ist. Das beigelegte zwölfseitige Booklet entspricht dem der 1987er Compilation Exhibition und enthält neben Bildmaterial aus den betreffenden Jahren einen chronologischen Essay von Francis Drake.

Gary Numan zwischen Tubeway Army und Solokarriere

Außerdem sind hier nicht nur Stücke aus Gary Numans Soloalben zu finden, sondern auch einige, die noch aus der Zeit stammen, als Gary Numan mit seiner damaligen Band Tubeway Army unterwegs war und so unvergessliche Titel wie „Are Friends Electric?“ oder „Down In The Park“ schrieb.

Die Punk-Wurzeln der Tubeway Army

Hierbei ist interessanterweise anzumerken, dass gerade die frühen Tubeway Army-Stücke noch sehr stark vom damaligen Zeitgeist geprägt waren und so eine gewisse Punk-Note besitzen, damit viel rauer und reduzierter klingen. Der Synthesizer spielte in der Zeit der bescheidenen Anfänge nur eine kleine Nebenrolle. „That’s Too Bad“ ist dafür das beste Beispiel auf dieser Compilation: ein knapper, ruppiger Song, dem man kaum anhört, dass sein Urheber wenige Monate später den Sound einer halben Dekade prägen sollte.

Der Wechsel zum Synthesizer

Dann erkannte Gary Numan das Potential dieser Maschinen und klang seitdem immer elektronischer, sodass Vergleiche mit Kraftwerk oder Brian Eno nicht abwegig erscheinen. Doch es war Gary Numans unterkühltes Image und seine sehr prägnante Stimme, die ihn zu einem der ersten Superstars des sogenannten New Wave machten. Genau dieser Bruch zwischen Gitarrenband und Synthesizer-Projekt ist der eigentliche Reiz der Zusammenstellung. Man hört ihn hier nicht als Fußnote, sondern über zwei CDs verteilt und in beide Richtungen.

Die Titelauswahl der beiden CDs

CD 1

  1. Cars (Original Single)
  2. We Are Glass
  3. Are „Friends“ Electric?
  4. My Love Is A Liquid
  5. Music For Chameleons
  6. Complex
  7. Me! I Disconnect From You
  8. Love Needs A Disguise
  9. Bombers
  10. The Joy Circuit
  11. We Are So Fragile
  12. Films Warriors
  13. That’s Too Bad
  14. Everyday I Die
  15. On Broadway
  16. Please Push No More

CD 2

  1. Cars (‘93 Spirit)
  2. We Take Mystery (To Bed)
  3. I Die: You Die
  4. Down In The Park
  5. She’s Got Claws
  6. Stormtrooper In Drag
  7. My Shadow In Vain
  8. This Wreckage
  9. Sister Surprise
  10. M.E.
  11. You Are In My Vision
  12. Metal
  13. I’m An Agent
  14. White Boys And Heroes
  15. The Life Machine
  16. My Centurion
  17. Remember I Was Vapour

Höhepunkte und Raritäten

Diese Best Of enthält im Grunde alle essentiellen Lieder aus dieser Anfangsphase, neben den bekannten Hits wie „Cars“ oder „I Die: You Die“ auch Exoten wie das sehr punkige „That’s Too Bad“ oder Titel aus seiner Warriors-Zeit.

Wer die Doppel-CD am Stück hört, merkt schnell, wie breit dieses angeblich so enge Frühwerk tatsächlich aufgestellt ist. „Down In The Park“ ist ein langsames, bedrohliches Stück, das noch aus der Tubeway-Army-Phase stammt und bis heute zu den meistgecoverten Titeln Numans gehört. „Metal“ und „M.E.“ stehen für den klirrend kalten Sound von The Pleasure Principle. „She’s Got Claws“ und „We Take Mystery (To Bed)“ zeigen den härteren, rhythmisch betonteren Numan der frühen achtziger Jahre, und „Please Push No More“ ist eines der wenigen ruhigen Stücke, in denen er die Roboterpose fallen lässt.

Bemerkenswert ist auch, wie viel Platz die Zusammenstellung reinen Albumtiteln und Randstücken lässt. „My Love Is A Liquid“, „The Joy Circuit“ oder „My Centurion“ wären auf einer knapp kalkulierten Hitsammlung nie gelandet. Genau diese Titel machen den Unterschied zwischen einer beliebigen Verwertung und einer durchdachten Werkschau aus.

Schwächen der Zusammenstellung

Ganz ohne Kritik kommt auch dieses Doppelalbum nicht davon. Wer die Originalalben Replicas, The Pleasure Principle, Telekon, Dance und Warriors bereits besitzt, bekommt hier fast ausschließlich Bekanntes in neuer Reihenfolge. Die bewusst durchmischte Anordnung, die als Hörerlebnis gut funktioniert, erschwert außerdem die zeitliche Einordnung: Ohne Blick ins Booklet ist kaum zu erkennen, welcher Titel aus welcher Phase stammt. Und die doppelte Präsenz von „Cars“ in zwei Fassungen kostet Spielzeit, die man auch anders hätte füllen können.

Für wen lohnt sich die Doppel-CD?

Die Compilation richtet sich klar an zwei Gruppen. Erstens an Einsteiger, die über „Cars“ oder über eine der vielen Coverversionen zu Numan gefunden haben und nun wissen wollen, was zwischen 1978 und 1983 sonst noch passiert ist. Zweitens an Hörer mit Interesse an der Geschichte von New Wave und Synth-Pop, die den Übergang von der Gitarrenband zum elektronischen Solokünstler an einem Stück nachvollziehen möchten. Wer dagegen schon tief im Werk steckt, greift eher zu den remasterten Einzelalben mit ihren Bonustiteln.

Fazit: Lohnt sich The Best of 1978-1983?

Ich kann diese Best Of nur jedem empfehlen, der sich mit der Anfangsgeschichte des Musikers Gary Numan auseinandersetzen will. Hier gibt es neben Stücken aus seiner Solo-Karriere auch so manche aus Tubeway Army-Zeiten zu hören, was natürlich ein sehr gutes Gesamtbild abgibt. Die Titelauswahl ist großzügig, das Booklet ungewöhnlich informativ, und die Mischung aus Hits, Albumtiteln und Randstücken ergibt über zwei CDs hinweg ein rundes Bild. Dieses Doppelalbum ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist auf The Best of Gary Numan 1978-1983 enthalten?

Die Doppel-CD versammelt Singles und ausgewählte Albumtitel aus Gary Numans ersten fünf Jahren, also aus der Zeit von Tubeway Army bis zum Album Warriors. Neben Hits wie Cars, Are Friends Electric?, Down In The Park und I Die: You Die stehen Stücke wie That's Too Bad, The Life Machine oder My Centurion, die außerhalb der Fangemeinde kaum bekannt sind. Die Reihenfolge ist bewusst nicht chronologisch.

Wann und bei welchem Label ist die Compilation erschienen?

Die Zusammenstellung erschien am 20. September 1993 bei Beggars Banquet unter der Katalognummer BEGA 150 CD. In den britischen Albumcharts erreichte sie Platz 70. Beworben wurde sie mit einer Remixfassung des Klassikers Cars, die zusammen mit dem Original auf der Compilation vertreten ist.

Sind auch Tubeway-Army-Stücke auf der Doppel-CD?

Ja, und das ist einer der größten Vorzüge dieser Zusammenstellung. Are Friends Electric?, Down In The Park, Me! I Disconnect From You und That's Too Bad stammen aus der Zeit, in der Numan noch mit Tubeway Army veröffentlichte. Diese frühen Aufnahmen klingen rauer und punkiger als das spätere Synthesizer-Material.

Für wen eignet sich diese Best of?

Für Einsteiger, die Numans Frühphase kennenlernen wollen, und für Hörer, die bislang nur Cars und Are Friends Electric? kennen. Wer die Originalalben Replicas, The Pleasure Principle und Telekon bereits im Regal hat, findet hier vor allem eine bequeme Zusammenstellung, aber wenig Neues.

Was bietet das Booklet der Compilation?

Das zwölfseitige Booklet entspricht inhaltlich dem der 1987 erschienenen Compilation Exhibition. Es enthält Fotos aus den behandelten Jahren und einen ausführlichen chronologischen Essay von Francis Drake. Für eine Zusammenstellung dieser Art ist das eine bemerkenswert gute Beigabe.

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