Gary Numan - Exhibition
Kurzfazit: Solider Live-Doppelpack aus der Exhibition-Ära, aber viel Bekanntes
Gary Numan - Exhibition (Vinyl)
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- Ghost
- Call Out The Dogs
- I Die: You Die
- Creatures
- I Can’t Stop
- Me! I Disconnect From You
- Tricks
- The Sleeproom
- My Breathing
- Cars
CD 2
- Metal
- Sister Surprise
- This Disease
- We Take Mystery (To Bed)
- We Are Glass
- Are Friends Electric?
- Down In The Park
- My Shadow In Vain
- Berserker
Worum geht es bei Gary Numans Exhibition?
Exhibition ist eine Doppel-CD, die Gary Numan im Konzertsaal zeigt und dabei bewusst nicht nur auf die großen Hits setzt. Das Programm zieht sich quer durch sein Werk, gewichtet aber deutlich in Richtung der mittleren achtziger Jahre. Wer die Trackliste durchgeht, findet neben den unvermeidlichen Aushängeschildern „Cars“ und „Are Friends Electric?“ vor allem Stücke, die im Radio nie eine Chance bekamen: „Call Out The Dogs“, „Sister Surprise“, „This Disease“, „The Sleeproom“.
Genau darin liegt der Reiz dieser Veröffentlichung. Sie dokumentiert eine Phase, in der Numan längst aus dem Blickfeld der breiten Öffentlichkeit verschwunden war, live aber weiter vor treuem Publikum spielte und seine damals aktuellen Songs mit demselben Selbstbewusstsein präsentierte wie die alten Chartstürmer.
Exhibition oder Ghost? Zwei Titel, eine Tour
An dieser Stelle lohnt eine Einordnung, weil der Name Exhibition im Numan-Katalog doppelt belegt ist. Beggars Banquet brachte am 14. September 1987 unter diesem Titel eine Doppel-Kompilation heraus, die Numans Schaffen von 1978 bis 1983 zusammenfasst. Sie erschien als LP, als Kassette und als Doppel-CD mit erweiterter Trackliste und erreichte Platz 43 der britischen Albumcharts. Die begleitende Single, ein Remix von „Cars“ unter dem Namen „Cars (‘E’ Reg Model)“, lief mit Platz 16 besser als das Album selbst.
Zur Vermarktung dieser Kompilation ging Numan auf die Exhibition Tour, eine ausgedehnte Konzertreise, auf der er allerdings nicht nur das Kompilationsmaterial spielte, sondern ebenso stark seine damals neuen Platten. Mitschnitte dieser Tour aus dem Hammersmith Odeon in London erschienen später unter dem Titel Ghost, zunächst als Doppel-LP über den Fanclub, in Großbritannien regulär erst 1992 als Doppel-CD. Die hier vorliegende Zusammenstellung folgt dieser Live-Setlist. Wer also nach „Exhibition“ sucht, sollte vor dem Kauf einen Blick auf die Trackliste werfen, sonst landet statt der Hitsammlung ein Konzertmitschnitt im Regal oder umgekehrt.
Gary Numan Ende der achtziger Jahre: Krise zwischen Charts und Cockpit
Um die Platte richtig zu hören, muss man wissen, in welcher Lage sich ihr Urheber damals befand. Nach dem epochalen Erfolg Ende der siebziger Jahre mit Hits wie „Are Friends Electric?“ und „Cars“, die an die Spitze der Charts stürmten, versuchte Numan in den Folgejahren immer wieder an die alten Erfolge anzuknüpfen, was ihm aber leider nie gelang.
Große Schuld daran hatte einerseits die Presse, die grundsätzlich jedes Gary-Numan-Album verriss und ziemlich befangen an die Sache heranging. Andererseits weigerten sich die Radiostationen, seine aktuellen Titel zu spielen, die ohne Zweifel das Zeug gehabt hätten, gute Singles zu werden. So war es um den Künstler Gary Numan zur damaligen Zeit nicht gut bestellt, sodass er kurzzeitig auch daran dachte, mit dem Musikmachen aufzuhören und sich ganz allein auf seine Karriere als Flugschaupilot zu konzentrieren.
Auf Exhibition ist von diesen Selbstzweifeln zum Glück nichts zu hören. Gary Numan inszeniert sich selbstbewusst wie immer und liefert ein sehr abwechslungsreiches Programm, das sich vor allem auf Titel der mittleren achtziger Jahre konzentriert.
Wie klingt der Mitschnitt?
Der Synthie-Bass als Motor
Im Gegensatz zu früheren Livealben kommt hier vor allem dem Synthie-Bass eine große Bedeutung zu. So erzeugen viele Songs mächtig viel Druck, und auch die Klassiker klingen eine Spur schwerer als im Original. „Metal“ und „Down In The Park“ profitieren davon spürbar, weil das kalte, mechanische Fundament dieser Stücke im Konzertsaal noch deutlicher hervortritt als auf Platte.
Kritikpunkt: die weiblichen Begleitstimmen
Das Einzige, was mir persönlich immer noch etwas unpassend erscheint, sind die sehr vordergründigen weiblichen Vocals, die Gary Numan im Grunde gar nicht nötig hat. Dadurch geraten potenziell sehr düstere Stücke einfach viel zu poppig und lassen die intensive Atmosphäre vergangener Tage ein wenig vermissen. Wer die unterkühlte Strenge der frühen Alben liebt, wird an dieser Stelle die Stirn runzeln.
Was ein Tonträger nicht transportieren kann
Gary-Numan-Konzerte waren live immer ein Erlebnis. Er war berühmt für seine aufwändigen Lichtshows, die sehr futuristisch anmuten und bis heute im Grunde unerreicht sind. Diese Art von Atmosphäre kann ein rein auditives Medium natürlich nicht zu hundert Prozent transportieren. Dennoch bekommt man einen guten Eindruck vom damaligen Showerlebnis, nicht zuletzt durch ein Publikum, das an den richtigen Stellen hörbar mitgeht.
Für wen lohnt sich Exhibition?
Für Sammler, die Numans Phase rund um The Fury und Strange Charm mögen und wissen wollen, wie dieses Material auf der Bühne funktionierte, ist die Doppel-CD ein sinnvoller Zugang. Wer bereits mehrere Live-Alben aus dieser Zeit im Regal stehen hat, wird dagegen sehr viel Bekanntes wiederfinden. Einsteigern sei eher eine Studioplatte oder eine Best of ans Herz gelegt, weil die Live-Arrangements den Charakter mancher Stücke deutlich verschieben.
Fazit: Lohnt sich Exhibition?
Exhibition dürfte zu den weniger bekannten Live-Mitschnitten Gary Numans zählen, dennoch hat auch dieses seinen Reiz, wird hier doch sein typischer später Achtziger-Sound einmal näher unter die Lupe genommen und auf zwei CDs dem Publikum schmackhaft gemacht. Da man die meisten Tracks wohl schon von anderen Live-Alben kennt, sollte man sich gut überlegen, ob man diese auch noch braucht. Als Ergänzung einer bestehenden Sammlung geht die Platte in Ordnung, als Einstieg taugt sie nur eingeschränkt.
Häufig gestellte Fragen
Ist Exhibition von Gary Numan ein Live-Album oder eine Kompilation?
Beides existiert unter diesem Namen. Beggars Banquet veröffentlichte am 14. September 1987 die Doppel-Kompilation Exhibition mit Material aus den Jahren 1978 bis 1983. Die hier besprochene Zusammenstellung folgt dagegen der Setlist der Exhibition-Tour und ist ein Live-Mitschnitt.
Aus welcher Zeit stammen die Aufnahmen?
Die Stücke stammen aus der Phase rund um die Exhibition-Tour Ende der 80er Jahre. Der Schwerpunkt liegt auf Titeln der mittleren 80er wie Call Out The Dogs, Sister Surprise und This Disease, ergänzt um die frühen Klassiker.
Welche Klassiker sind enthalten?
Are Friends Electric?, Cars, Down In The Park, Me! I Disconnect From You und Metal sind alle dabei. Sie bilden das Rückgrat des Programms und klingen live eine Spur schwerer als in den Studiofassungen.
Lohnt sich Exhibition für Einsteiger?
Nur bedingt. Wer Gary Numan kennenlernen möchte, ist mit einer Studioplatte oder einer Best of besser bedient. Exhibition richtet sich an Hörer, die die späten 80er Jahre des Künstlers bereits schätzen.
Wie unterscheidet sich der Live-Sound vom Original?
Der Synthie-Bass steht deutlich weiter vorn und erzeugt spürbar mehr Druck. Gleichzeitig treten weibliche Begleitstimmen sehr prominent hervor, was die düsteren Stücke poppiger wirken lässt als auf den Studioalben.
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