Senjutsu

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

VIEL MASSE UND EIN GROTTIGER SOUND!

Die Band:

Die britische Formation wurde 1975 gegründet und prägte zu Beginn der 80er zusammen mit Bands wie Saxon oder Def Leppard den Of British . Seitdem hat die Gruppe um Gründungsmitglied und Bassist zahlreiche Umbesetzungen erlebt und ist seit dem Erfolgsalbum „Brave World“ aus dem Jahr 1999 in gleicher Besetzung unterwegs. Mit Alben wie „The Number Of The Beast“, „Powerslave“ oder „Seven Son Of A Seventh Son“ untermauerte Iron Maiden ihren Ruf als eine der besten und erfolgreichsten Metalbands aller Zeiten. 

Das :

Gerüchte, dass Iron Maiden die coronabedingte Livepause nutzen, um neues Material in Angriff zu nehmen, gab es schon länger. Immerhin liegt das letzte Studiowerk „The Book Of Souls“ sechs Jahre zurück, was die bis dato längste Zeit zwischen zwei Maiden-Alben bedeutete. Mit „The Writing On The Wall“ kam vor wenigen Wochen ein erster Vorbote, der Anleihen bei Led Zeppelin nahm und die Fangemeinde in unterschiedliche Lager spaltete. Gespannt sah ich dem neuen Album entgegen, dass den Titel „Senjutsu“ bekam und durch ein tolles Artwork zu gefallen weiß.

Die ersten Daten zum Album lassen einen erst einmal schlucken. Zehn Songs und eine Spielzeit von fast 82 Minuten sind eine klare Ansage. Allein die letzten drei Songs, die alle aus der Feder von Steve Harris stammen, reißen die magische Zehn-Minuten-Marke. Viel Masse also. Und ein wenig keimt die Befürchtung auf, dass es ähnlich wie bei „The Book Of Souls“ zu viel an Masse ist. 

Nach einigen Hördurchgängen hat sich leider genau das befürwortet: Natürlich erwartet man kein neues Meisterwerk wie „Powerslave“ oder „Seventh Son“. Und ja, es ist schön, zu sehen, dass sich eine Band wie Maiden auch noch entwickeln kann. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. „Senjutsu“ hat ohne Frage seine starken Momente. „Stratego“ (sicher ein besserer Opener als das gewählte „Senjutsu“) oder „Days Of Future Past“ zeigen, dass die alten Herren noch ordentlich rocken können. Und Titel wie „Lost In A Lost Word“ oder „Time Machine“ beweisen, dass Maiden auch die langen Stücke beherrschen.

Allerdings ist das Grundproblem meiner Meinung nach, das „Senjutsu“ im tempomäßigen Mittelmaß und Monotonie versinkt. Dadurch fällt es mit zunehmender Dauer schwer, die einzelnen Songs auseinanderzuhalten. Insbesondere die letzten drei verschmelzen zu einem eher gleichklingenden Brei. Zumal die Produktion von Kevin Shirley stellenweise wirklich recht scheppernd klingt. Hier wäre sicher mehr drin gewesen. 

Trackliste:

01 – Senjutsu

02 – Stratego

03 – The Writing On The Wall

04 – Lost In A Lost World

05 – Days Of Future Past

06 – The Time Machine

07 – Darkest Hour

08 – Death Of The Celts

09 – The Parchment

10 – Hell On Earth

Fazit:

„Senjutsu“ wird recht heftig diskutiert und spaltet ein wenig die Hörerschaft. Ich zähle eher zur Fraktion, die nicht so begeistert ist. Sicher, das Album hat seine starken Momente und ist in der Gesamtsumme (sieht man vom blechernen Sound ab) alles andere als ein kompletter Reinfall. Betrachtet man den Gesamtkatalog der Band, würde ich es aber eher im hinteren Drittel einordnen.

Bewertung:

: 3,5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 4

Abwechslung: 2,5

Hörspaß: 3

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