Looking for Eric

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Looking for Eric

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Eric Bishop scheint das Pech gepachtet zu haben: Seinen Job als Postbote bekommt er längst nicht mehr auf die Reihe, und auch sein Leben hat er immer weniger im Griff. Seine beiden Stiefsöhne nehmen ihn nicht ernst, und das Scheitern seiner ersten Ehe hat Eric immer noch nicht richtig überwunden, obwohl er derjenige war, der vor mehr als 25 Jahren seine erste Frau Lilly samt Tochter Sam sitzen ließ, aus Angst vor einem Leben, zu dem er selbst noch nicht bereit war. Zwar hat Eric ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter Sam aufgebaut, und Sam vertraut ihm sogar so weit, dass sie ihm ihr Baby anvertraut. Seine Entscheidung, Lilly zu verlassen, bereut Eric inzwischen jedoch zutiefst, dennoch traut er sich nicht, Lilly seine wahren Gefühle zu offenbaren und sich zu einem „neuen Anlauf“ aufzuraffen.

Nach einem missglückten Arbeitstag steht Eric seiner Meinung nach so nah vor dem Abgrund, dass er sich mit seinem Auto auf eine Irrfahrt begibt, und seine „muntere Fahrt als Geisterfahrer“ führt zu einem Unfall, der zwar glimpflich ausgeht, Erics Gemütszustand verschlechtert sich dadurch jedoch weiter, weil Eric sich nun selbst eingestehen muss, dass sich etwas in seinem Leben ändern muss, und zwar möglichst schnell. Und was macht nun ein Mann, der nicht mehr weiß, was er als nächstes tun soll, und dem sein Leben langsam aber sicher aus den Händen gleitet? Er genehmigt sich erst einmal in aller Ruhe einen Joint. Und als Eric alleine in seinem Zimmer sitzt und in Erinnerungen schwelgt, geschieht auf einmal das Unglaubliche: Während Eric noch genüsslichhhhh an seinem Joint zieht, und dabei auf ein großes Poster von Eric Cantona, dem Stürmerstar und Idol früherer Tage starrt, erscheint ihm der Star plötzlich en persona. Cantona richtet sich daraufhin in Erics Leben ein, und Eric Bishop nimmt diesen „Wink des Schicksals“ zum Anlass, sein Leben gründlich zu überdenken und radikale Veränderungen vorzunehmen.

Ein beeindruckender und herzerfrischender Film über Fußball, die Kraft der Familie und die Möglichkeiten einer zweiten Chance

„Looking for Eric“ ist, wie auch die anderen Filme von Ken Loach, ganz klassisch im britischen Arbeitermilieu angesiedelt. Auch in „Looking for Eric“ zeigt Loach Herz für die „Außenseiter“ der Gesellschaft, die oft nur als Randnotiz wahrgenommen werden. Der Hauptprotagonist Eric Bishop (gespielt von Steve Evets) wird in all seiner Verzweiflung gezeigt, doch Loach gelingt es, den „kleinen Postboten“ gleichzeitig so sympathisch wirken zu lassen, dass sich der Zuschauer, unabhängig von Schicht-  und Milieuzugehörigkeit, mit diesem Mann identifizieren kann.

Die Probleme, mit denen Eric Bishop zu kämpfen hat, sind schichtenübergreifend, und die Lebensgeschichte des vereinsamten Postangestellten wirkt zu jeder Zeit authentisch. Doch „Looking for Eric“ ist dabei kein Sozialdrama, welches an das soziale Gewissen des Zuschauers appelliert. Vielmehr ist „Looking for Eric“ eine berührende, anspruchsvolle Komödie, die aber gerade auch durch ihre tragischen Momente überzeugen kann. Da wird nicht nur gezeigt, was in Eric Bishops Leben schief gelaufen ist, sondern der Zuschauer bekommt ebenfalls zu sehen, wie Eric gemeinsam mit seinen Arbeitskollegen Freunde im Pub veralbert und sich im nächsten Moment das Hirn zermartert, um eine Möglichkeit zu finden, seine Ex-Frau wiederzufinden und sich mit ihr auszusöhnen.

Und als der Film auf einmal ungeahnte Spannung entwickelt, weil Erics Stiefsohn sich mit zwielichtigen Gestalten eingelassen hat, löst sich die gefährliche Situation schließlich in einen zum Schreien komischen „Rachefeldzug“ auf, der zeigt, dass Eric nicht nur ein kluger Mann ist, der nur einige falsche Entscheidungen getroffen hat, sondern dass er auch Freunde besitzt, die ihm zur Seite stehen, wenn es wirklich drauf ankommt. Und auf dem Weg, die Zügel seines Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen, wird Eric immer von seinem Idol Eric Cantona begleitet – der gibt ihm nicht nur hilfreiche Tipps, sondern er unterhält den Zuschauer gleichzeitig mit einer stets ungemein komischen Präsenz und skurrilen französischen Sprüchen und Weisheiten.

Fazit

„Looking for Eric“ feierte 2009 bei den Filmfestspielen von Cannes Weltpremiere und wurde dort vom Fachpublikum begeistert aufgenommen. Und auch beim deutschen Kinopublikum kommt der Film bisher gut an, was nicht weiter verwunderlich ist, denn der Film verfügt nicht nur über einen gut durchdachten und glaubwürdigen Handlungsverlauf, sondern er besticht zudem auch durch zwei blendend aufgelegte Hauptdarsteller. Neben Steve Evets brilliert der ehemalige Fußballstar Eric Cantona in seiner mittlerweile 15. Filmrolle, in „Looking for Eric“ spielt er sich selbst und verkörpert dabei den charmanten französischen Alt-Fußballstar, der Eric Bishop aus seinem „Tief“ herauszieht, auf exzellente Art und Weise. „Looking for Eric“ läuft zurzeit noch in der deutsch-synchronisierten Fassung in zahlreichen deutschen Arthouse-Kinos, all denjenigen, die sich den Film jedoch lieber im Original auf dem heimischen Bildschirm ansehen wollen, sei der UK-Import von „Looking for Eric“ wärmstens empfohlen! Ein brillanter britischer Film – absolut sehenswert!

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