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David Bowie - Platinum Collection

4 von 5 Alle Rezensionen zu David Bowie von Rezension.org · 2011-08-18 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Der bequemste Einstieg in Bowies Werk, sauber in drei Epochen sortiert.

Platinum Collection
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Platinum Collection

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Wer bei David Bowie einsteigen will, steht vor einem Katalog mit Dutzenden Alben und mindestens ebenso vielen Kompilationen. Die Platinum Collection ist der Versuch, aus achtzehn Jahren Werkgeschichte ein handliches Paket zu machen, und dieser Versuch gelingt erstaunlich gut.

Worum handelt es sich bei der Platinum Collection?

Die Platinum Collection ist eine Box mit drei CDs, die am 7. November 2005 bei EMI und Virgin Records erschien und insgesamt 57 Titel aus den Jahren 1969 bis 1987 versammelt. Neu zusammengestellt wurde dafür nur ein Drittel des Materials.

CD 1 entspricht der bereits 1997 erschienenen Zusammenstellung The Best of David Bowie 1969/1974, CD 2 der Fortsetzung The Best of David Bowie 1974/1979 aus dem Jahr 1998. Die dritte Scheibe war beim Erscheinen der Box tatsächlich neu und wurde später, am 19. März 2007, noch einmal separat als The Best of David Bowie 1980/1987 bei EMI veröffentlicht. Wer also bereits eine der beiden älteren Best-of-Ausgaben im Regal hat, kauft hier bewusst doppelt.

Die drei Discs stecken in einem doppelt breiten Jewelcase, das wiederum in einem Pappschuber sitzt. Aufwendiges Bookmaterial oder eine Neuabmischung darf man nicht erwarten. Die Box will Musik liefern, kein Sammlerobjekt sein.

CD 1

1. The Jean Genie
2. Space Oddity
3. Starman
4. Ziggy Staradust
5. John, I’m Only Dancing (Sax Version)
6. Rebel Rebel
7. Let’s Spend The Night Together
8. Suffragette City
9. Oh! You Pretty Things
10. Velvet Goldmine
11. Drive-In Saturday
12. Diamond Dogs
13. Changes
14. Sorrow
15. The Prettiest Star
16. Life On Mars?
17. Aladdin Sane
18. The Man Who Sold The World
19. Rock ‚N‘ Roll Suicide
20. All The Young Dudes

CD 2

1. Sound And Vision
2. Golden Years (Single Version)
3. Fame
4. Young Americans (Single Version)
5. John, I’m Only Dancing (Again)
6. Can You Hear Me
7. Wild Is The WInd
8. Knock On Wood
9. TVC 15 (Single Version)
10. 1984
11. It’s Hard To Be A Saint In The City
12. Look Back In Anger
13. The Secret Life Of Arabia
14. Dj
15. Beauty And The Beast
16. Breaking Glass
17. Boys Keep Swinging
18. Heroes (Single Version)

CD 3

1. Let’s Dance (Single Version)
2. Ashes To Ashes (Single Version)
3. Under Pressure
4. Fashion (Single Version)
5. Modern Love (Single Version)
6. China Girl (Single Version)
7. Scary Monsters (And Super Creeps) (Single Version)
8. Up The Hill Backwards
9. Alabama Song
10. The Drowned Girl
11. Cat People (Putting Out Fire) (Single Version)
12. This Is Not America
13. Loving The Alien
14. Absolute Beginners (Single Version)
15. When The Wind Blows
16. Blue Jean
17. Day-In Day-Out (Single Version)
18. Time Will Crawl
19. Underground (Single Version)

Platinum Collection, die 3-CD-Box

Die gelungene CD-Box Platinum Collection bietet einen interessanten Überblick über das Schaffen David Bowies der Jahre 1969-1987. Musikalisch wird der Zeitraum thematisch dreigeteilt auf den einzelnen CDs verteilt. So beschäftigt sich die erste CD mit den Anfangsjahren Bowies und konzentriert sich vor allem auf seine Glam-Rock-Phase, jedoch sind die Tracks nicht chronologisch geordnet, sondern sehr abwechslungsreich und interessant angeordnet. Frühe Hits wie „Space Oddity„ fehlen hier ebensowenig wie das mitreißende „Life On Mars„ oder auch das Rolling-Stones-Cover „Let’s Spend The Night Together„ vom Pin Ups-Album.

Die zweite CD beinhaltet schwerpunktmäßig Stücke aus Bowies sogenannten Berlin-Alben, die er in den Jahren 1977-79 in Zusammenarbeit mit Brian Eno aufnahm und die vor allem elektronisch geprägt sind. Einer der bekanntesten Titel dieser Phase dürfte „Heroes„ sein, das schon zu einer kleinen Hymne geworden ist. Diese Scheibe bietet aber auch frühere Aufnahmen aus der Young Americans-Zeit und dem Station To Station-Album.

Zu guter Letzt gibt es mit CD Nummer drei die vergleichsweise durchwachsene 80er Periode aufs Ohr. Hier orientierte sich der Meister leider am Mainstreampop der Zeit, sodass vom einstmals innovativen Sound nicht mehr viel übrig geblieben ist, aber unterhaltend ist das Material auf jeden Fall. Wer kennt sie nicht, die Hits „Let’s Dance„ oder „China Girl„.

Die drei CDs im Einzelnen

CD 1: Glam Rock und die frühen Jahre

Die erste Scheibe deckt den Zeitraum ab, in dem Bowie vom Geheimtipp zum Weltstar wurde. „Space Oddity„, „Life On Mars?„, „Changes„ und „Ziggy Stardust„ stehen für den Kern dieser Phase. Auffällig ist, dass die Reihenfolge bewusst nicht der Chronologie folgt: Die Zusammenstellung will unterhalten, nicht dokumentieren. Mit „All The Young Dudes„ und „Velvet Goldmine„ sind außerdem zwei Titel dabei, die auf den regulären Studioalben dieser Jahre so nicht zu finden waren.

CD 2: Soul, Thin White Duke und Berlin

Der zweite Teil ist musikalisch der spannendste, weil hier drei sehr verschiedene Phasen aufeinandertreffen. „Young Americans„ und „Fame„ stehen für den amerikanischen Soul-Ausflug, „Golden Years„, „TVC 15„ und „Wild Is The Wind„ für Station To Station, und mit „Sound And Vision„, „Breaking Glass„, „Heroes„, „Beauty And The Beast„, „DJ„ und „Boys Keep Swinging„ ist die gemeinsam mit Brian Eno entstandene Trilogie gut vertreten. Wer den Bruch zwischen Discofunk und kühler Elektronik nachvollziehen will, hört ihn auf dieser einen CD.

CD 3: die Achtziger

Die dritte Scheibe ist die kommerziell erfolgreichste und künstlerisch schwächste. Sie beginnt mit „Let’s Dance„ und „Ashes To Ashes„, bringt mit „Under Pressure„ das Queen-Duett und mit „This Is Not America„ sowie „Absolute Beginners„ zwei Songs aus Filmzusammenhängen. Interessant sind die Ausreißer: „Alabama Song„ und „The Drowned Girl„ greifen auf Brecht und Weill zurück und stehen quer zum sonstigen Popkurs dieser Jahre.

Was fehlt in der Box?

Die klarste Grenze der Platinum Collection ist ihr Enddatum. Alles nach 1987 fehlt, also unter anderem die Tin-Machine-Jahre, das Album Outside, Earthling, Heathen und alle späteren Werke. Wer den kompletten Bogen bis zu Bowies letzten Aufnahmen sucht, ist mit dieser Box falsch beraten.

Auch innerhalb des abgedeckten Zeitraums gibt es Lücken, die sich aus dem Singleprinzip ergeben. Album-Kernstücke, die nie ausgekoppelt wurden, fehlen teilweise, und viele Titel liegen in der gekürzten Singlefassung vor. Für den Überblick ist das kein Problem, für das Hörerlebnis eines geschlossenen Albums schon.

Für wen lohnt sich die Platinum Collection?

Die Box richtet sich an zwei Gruppen. Erstens an Einsteiger, die Bowie bislang nur aus dem Radio kennen und einen breiten, sortierten Zugang suchen. Zweitens an Gelegenheitshörer, die keine zwanzig Studioalben ins Regal stellen wollen, aber die wichtigsten Songs griffbereit haben möchten.

Sammler und Bestandshörer sollten dagegen genau prüfen, was sie bereits besitzen. Wer die beiden Best-of-Ausgaben von 1997 und 1998 hat, zahlt hier im Wesentlichen für die dritte CD, und die gibt es seit 2007 auch einzeln.

Fazit: Lohnt sich die Platinum Collection?

Die Platinum Collection bietet den besten Bowie-Einstieg für alle, die noch keine Scheibe von ihm besitzen. Hier bekommt man auf drei CDs einen sehr guten Überblick der Jahre 1969-87 und kann seine Entwicklung von der Glam-Rock-Ikone bis zum 80er Mainstreampop sehr gut verfolgen. Wer schon Bowie-Alben im Schrank hat, prüft besser vorher die Tracklisten, denn doppeltes Material ist bei dieser Box eher die Regel als die Ausnahme.

Häufig gestellte Fragen

Was enthält die David Bowie Platinum Collection?

Die Box versammelt auf drei CDs 57 Titel aus den Jahren 1969 bis 1987. CD 1 entspricht der Zusammenstellung The Best of David Bowie 1969/1974, CD 2 der Ausgabe 1974/1979. Die dritte Scheibe war beim Erscheinen neu und wurde später separat als The Best of David Bowie 1980/1987 veröffentlicht.

Wann ist die Platinum Collection erschienen?

Die Box kam am 7. November 2005 bei EMI und Virgin Records heraus. Die dritte CD erschien knapp zwei Jahre später, am 19. März 2007, noch einmal als eigenständige Kompilation bei EMI.

Ist die Platinum Collection als Einstieg geeignet?

Ja, für Einsteiger ist sie sogar die naheliegendste Wahl. Man bekommt die wichtigsten Songs aus drei sehr unterschiedlichen Werkphasen in einem Paket und kann anschließend gezielt entscheiden, welche Studioalben man vertiefen möchte.

Enthält die Box die Original- oder die Singleversionen?

Beides ist vertreten. Viele Titel liegen in der kürzeren Singlefassung vor, was in der Tracklist jeweils vermerkt ist. Wer die Albumversionen in voller Länge hören will, kommt an den Studioalben nicht vorbei.

Welche Werkphasen deckt die Platinum Collection ab?

CD 1 konzentriert sich auf die frühen Jahre und die Glam-Rock-Phase, CD 2 auf Young Americans, Station To Station und die Berlin-Alben mit Brian Eno, CD 3 auf die kommerziell erfolgreiche, künstlerisch durchwachsene Achtzigerphase. Die Zeit nach 1987 bleibt außen vor.

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