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David Bowie - Singles

4 von 5 Alle Rezensionen zu David Bowie von Rezension.org · 2011-08-12 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Starke Singlesammlung mit brillantem Anfang und deutlich flauerem Ende.

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Kaum ein Künstler taugt so schlecht für eine Best-of wie David Bowie, weil sich sein Werk in geschlossenen Alben und Kunstfiguren entfaltet. Ausgerechnet die Singleperspektive funktioniert trotzdem, denn sie zeigt in knapp zwanzig Jahren im Zeitraffer, wie oft dieser Mann sich neu erfunden hat.

Worum geht es auf David Bowies Singles-Zusammenstellung?

Die Doppel-CD bündelt die wichtigsten Auskopplungen aus Bowies Karriere und sortiert sie chronologisch nach Erscheinungsdatum. Der erste Titel ist „Space Oddity„ von 1969, der letzte stammt aus den späten Achtzigern. Dazwischen liegen Glam Rock, amerikanischer Soul, die kühle Elektronik der Berlin-Jahre und schließlich der radiotaugliche Achtzigerpop.

Die britische Ausgabe erschien am 8. November 1993 bei EMI und erreichte Platz 9 der UK-Charts. In den USA kam zeitgleich eine Fassung mit abweichender Titelauswahl unter dem Namen The Singles 1969 to 1993 bei Rykodisc heraus. Beide Versionen umfassen zwei CDs mit zusammen gut 154 Minuten Spielzeit.

CD 1

  1. Space Oddity
  2. Changes
  3. Starman
  4. Ziggy Stardust
  5. Suffragette City
  6. John, I’m Only Dancing
  7. The Jean Genie
  8. Drive In Saturday
  9. Life On Mars?
  10. Sorrow
  11. Rebel Rebel
  12. Rock ‚N‘ Rock Suicide
  13. Diamond Dogs
  14. Knock On Wood (Live)
  15. Young Americans
  16. Fame
  17. Golden Years
  18. TVC15
  19. Sound And Vision

CD 2

  1. Heroes (Single Version)
  2. Beauty And The Beast
  3. Boys Keep Swinging
  4. DJ
  5. Alabama Song
  6. Ashes To Ashes
  7. Fashion
  8. Scary Monsters (And Super Creeps)
  9. Under Pressure
  10. Wild Is The Wind
  11. Let’s Dance (Single Version)
  12. China Girl (Single Version)
  13. Modern Love (Single Version)
  14. Blue Jean
  15. This Is Not America
  16. Dancing In The Street
  17. Absolute Beginners
  18. Day In Day Out (Single Version)

Singles, das Album

Auf Singles wird dem geneigten Hörer auf zwei CDs eine reichhaltige Auswahl aus David Bowies erfolgreichsten Single-Veröffentlichungen kredenzt. Die Tracklist ist dabei streng chronologisch nach Erscheinungsdatum der jeweiligen Singles aufgebaut, so beginnt CD Nummer eins bei David Bowies Überraschungserfolg „Space Oddity„, das im Jahr der Mondlandung, 1969, veröffentlicht wurde und schon das Genie Bowies offenbaren sollte. Die nachfolgenden Tracks bieten eine reichhaltige Mischung aus seiner Glamrock-Phase, so fehlen hier die wichtigsten Songs von Ziggy Stardust ebensowenig wie die von seinem Konterpart Aladdin Sane. Desweiteren enthält diese Scheibe Aufnahmen aus dem doch sehr amerikanisch geprägten Album Young Americans, bevor er als Thin White Duke erstmals auch mit elektronischen Klängen auf sich aufmerksam machte.

Mit der zweiten CD sind wir dann auch schon am Ende der 70er Jahre angelangt und bekommen Titel aus seiner Berlin-Phase auf’s Ohr, von denen „Heroes„ wohl bis heute das bekannteste Stück sein dürfte.

Hier merkt man dann auch David Bowies Entwicklung vom Kunstpop des Scary Monsters bis hin zum radiotauglichen Mainstream wie „China Girl„ oder „Let’s Dance„. Gerade die Singles aus seiner Spät-80er Phase können nicht mehr mit alten Meisterwerken mithalten, hier klingt der Meister einfach eine Spur zu wohlgefällig. Trotzdem bekommt man mit dem Queen-Duett „Under Pressure„ und dem Mick Jagger-Teamup „Dancing In The Street„ recht brauchbares Material und man zeigt sich spätestens bei „Absolute Beginners„ versöhnt, transportiert doch gerade dieser Song eine sehr ergreifende Stimmung.

Warum die Singleversionen den Unterschied machen

Der eigentliche Reiz dieser Veröffentlichung liegt in einem Detail, das man beim ersten Hören leicht überliest. Für mehrere Titel waren die verkürzten 7-Zoll-Mixe hier erstmals auf CD erhältlich, darunter „Space Oddity„ und „TVC 15„. Wer diese Songs bislang nur in Albumlänge kannte, hört plötzlich die Fassung, die tatsächlich im Radio lief und die Charts erklomm.

Umgekehrt ist die Auswahl nicht so streng, wie der Titel suggeriert. Einzelne Stücke wie „Ziggy Stardust„ wurden nie offiziell als Single veröffentlicht, gehören aber so selbstverständlich zum Kanon, dass ihr Fehlen kurios gewirkt hätte. Die Zusammenstellung folgt also dem Bekanntheitsgrad, nicht der Diskografie.

Die Stationen im Schnelldurchlauf

Glam Rock und die frühen Siebziger

„Changes„, „Starman„, „Suffragette City„, „The Jean Genie„ und „Rebel Rebel„ decken die Jahre ab, in denen Bowie den britischen Pop optisch wie musikalisch umgekrempelt hat. Diese Passage der ersten CD ist der stärkste zusammenhängende Abschnitt der Sammlung, weil hier Hit auf Hit folgt, ohne dass ein Song wie ein Lückenfüller wirkt.

Young Americans und Station To Station

Mit „Young Americans„, „Fame„, „Golden Years„ und „TVC 15„ folgt der amerikanische Abschnitt. Der Wechsel vom Glitzerkostüm zum Soulanzug ist im Ablauf der CD deutlich hörbar und markiert einen der abruptesten Stilwechsel der gesamten Karriere.

Die Berlin-Jahre

„Sound And Vision„, „Heroes„, „Beauty And The Beast„, „DJ„ und „Boys Keep Swinging„ stehen für die gemeinsam mit Brian Eno entstandenen Alben. In der Singlefassung wirken diese Stücke kompakter und zugänglicher als im Albumkontext, verlieren dafür etwas von ihrer Sperrigkeit.

Die Achtziger

Ab „Let’s Dance„ dominiert der große Pop. Kommerziell war das Bowies erfolgreichste Phase, künstlerisch die umstrittenste. „This Is Not America„ und „Absolute Beginners„ zeigen allerdings, dass auch in dieser Zeit Songs entstanden, die mehr sind als Radiofutter.

Kritikpunkte

So gut diese Single-Zusammenstellung auch insgesamt ist, bei der Covergestaltung hat der verantwortliche Künstler gehörig danebengegriffen. Die Farben sind viel zu hell und David Bowies Konterfei leider überbelichtet, sodass man beim Betrachten des Covers schnell Augenschmerzen bekommt.

Inhaltlich stört vor allem das Gefälle. Die zweite Hälfte der zweiten CD fällt gegenüber dem Anfang deutlich ab, und wer die Sammlung am Stück hört, merkt das spätestens ab „Blue Jean„. Ein weiterer Punkt betrifft die Ausgabenvielfalt: Wer die amerikanische Fassung kauft, bekommt eine andere Titelauswahl als in Europa, was beim Gebrauchtkauf schnell für Verwirrung sorgt.

Für wen lohnt sich die Zusammenstellung?

Einsteiger bekommen hier den chronologisch saubersten Zugang zu Bowies Werk, weil sie die Entwicklung in der historisch richtigen Reihenfolge erleben. Für Sammler ist vor allem interessant, dass mehrere Singleversionen auf dieser Doppel-CD erstmals digital verfügbar wurden.

Wer dagegen Bowies Alben als geschlossene Kunstwerke schätzt, wird mit den gekürzten Fassungen wenig anfangen können und ist mit den Studioalben besser bedient.

Fazit: Lohnt sich Singles?

Singles bietet die wichtigsten Songauskopplungen des Meisters aus den Jahren zwischen 1969 und dem Ende der Achtziger. Gerade die frühen Stücke bis zum Scary Monsters Album können auf ganzer Linie überzeugen. Danach wird es über weite Strecken sehr mainstreamlastig, sodass man sich manchmal fragt, was David Bowie damals wohl geritten hat, solche wohlgefälligen Songs aufzunehmen. Aber sei es drum, dieses Album ist gut und bietet vor allem Einsteigern einen guten Rundumblick.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es auf David Bowies Singles-Zusammenstellung?

Die Doppel-CD versammelt Bowies wichtigste Singleauskopplungen und ordnet sie chronologisch nach Erscheinungsdatum. Der Bogen reicht von Space Oddity aus dem Jahr 1969 bis in die späten Achtziger. Man hört dadurch seine stilistische Entwicklung in der Reihenfolge, in der das Publikum sie damals erlebt hat.

Wann und wo ist The Singles Collection erschienen?

Die britische Ausgabe kam am 8. November 1993 bei EMI heraus und erreichte Platz 9 der UK-Charts. In den USA erschien parallel eine Fassung mit abweichender Tracklist unter dem Titel The Singles 1969 to 1993 bei Rykodisc.

Was unterscheidet die britische von der amerikanischen Ausgabe?

Die US-Version enthält zusätzlich unter anderem Be My Wife, Look Back in Anger, Loving the Alien, Never Let Me Down und Jump They Say sowie Cat People in der langen Originalfassung. Frühe US-Exemplare hatten außerdem eine dritte Disc mit dem Duett von Bowie und Bing Crosby aus dem Jahr 1977.

Sind auf der Zusammenstellung die Album- oder die Singleversionen?

Überwiegend die Singlefassungen. Für einige Titel wie Space Oddity und TVC 15 waren die verkürzten 7-Zoll-Mixe damit erstmals auf CD erhältlich. Das ist der eigentliche Sammlerwert dieser Veröffentlichung.

Waren alle enthaltenen Titel wirklich Singles?

Nein. Einzelne Stücke wie Ziggy Stardust wurden nie offiziell als Single ausgekoppelt, sind hier aber trotzdem enthalten. Die Zusammenstellung folgt also eher dem Bekanntheitsgrad der Songs als einer strengen Diskografie.

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