Gary Numan - Metal Rhythm
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Gary Numans Metal Rhythm ist ein Funkalbum vom 26. September 1988, mit dem Numan auf den US-Markt zielte, und in der Rezension vom 13. Juli 2011 mit 3 von 5 bewertet. Es ist das erste und beste der drei Funkalben dieser Phase, taugt aber nicht als Einstieg und bleibt ein Stilbruch.
Gary Numan : Metal Rhythm CD
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- This Is Emotion
- Hunger
- New Anger
- Devious
- America
- Voix
- Respect
- Young Heart
- Cold Metal Rhythm
- Don’t Call My Name
- I Don’t Believe
- Children
- My Dying Machine (William Orbit Mix)
- Devious (Andy Pierce Mix)
- America (Remix)
Worum geht es auf Metal Rhythm?
Da sich Gary Numan seit 1986 in einer künstlerischen Krise befand, welche noch bis Mitte der Neunziger anhalten sollte, schreckte er auch vor unkonventionellen Promotionmethoden nicht zurück. Anders ist es nicht zu erklären, warum mit „Metal Rhythm“ das dunkelste Kapitel in Gary Numans Musikgeschichte begann. Ganz augenscheinlich versuchte man mit „Metal Rhythm“ auf dem amerikanischen Markt zu landen, und da nun einmal die Amerikaner nicht gerade dafür bekannt sind, große Fans von Synthie-Pop-Klängen zu sein, erschien das Album dann auch sogleich im amerikaverträglichen Funkgewand.
Veröffentlicht wurde die Platte am 26. September 1988 bei I.R.S. Records, produziert hat Numan selbst. In den britischen Albumcharts reichte es für Platz 48. Numan hat das Album später als eines der aggressivsten seiner Karriere bezeichnet, und tatsächlich ist der Ton hier härter als auf dem Vorgänger Strange Charm.
Warum heißt das Album in den USA New Anger?
Selbst der Albumtitel wurde für Amerika extra in „New Anger“ umgetauft und diverse Songs einfach von der Tracklist verbannt, darunter „Hunger“ und „Young Heart“, was in meinen Augen einfach völlig unverständlich ist, da an diesen Songs nun wirklich nichts auszusetzen ist. An ihre Stelle rückten ältere Aufnahmen aus der Zeit des 1984er Albums Berserker. Dazu kamen ein von Schwarz auf Blau geändertes Cover und Remixe mehrerer Titel. All das geschah gegen den ausdrücklichen Willen des Künstlers.
Die wichtigsten Songs im Einzelnen
Wie gesagt gibt sich der Sound auf „Metal Rhythm“ sehr funkbetont. Auf „Metal Rhythm“ dominieren elektronische Percussionparts, die mit funkigen Gitarrenriffs unterlegt werden, pure Elektrosongs sucht man vergebens.
Devious
Mit einem der stärksten Songs auf dem Album, „Devious“, haben wir auch einen echten Funkkracher, der sogar einen Prince neidisch machen würde, wäre da nicht diese frappierende Ähnlichkeit zu seinem Song „Take Me With You“. Der Titel wurde für die Bonusfassung zusätzlich als Andy-Pierce-Mix beigelegt.
America
Der Song „America“ ist in Pop gegossener Patriotismus, um sich ein bisschen bei den Amis einzuschleimen, nicht schlecht, aber doch fragwürdig. Als zweite Single erschien er am 21. November 1988 und kam auf Platz 49 der britischen Charts.
Voix
„Voix“ ist sicherlich der düsterste Song auf dem Album und bildet das perfekte Bindestück zwischen „Strange Charm“ und dieser Platte. Wer wissen will, wie der Übergang zwischen zwei Werkphasen klingt, hört sich diesen Titel an.
I Don’t Believe
Einzig mit „I Don’t Believe“ kehrt dann doch tatsächlich der alte Gary Numan noch einmal zurück, dieser Track verblüfft mit einem tollen Synthiehook, das noch einmal die gute alte Zeit heraufbeschwört. Für viele Hörer ist er der heimliche Höhepunkt des Albums.
Die Bonustracks
Die beiliegenden Remixe als Bonustracks kann man getrost vernachlässigen, denn diese tragen nicht unbedingt zur Bereicherung dieser Stücke bei. Interessant ist allenfalls der William-Orbit-Mix von „My Dying Machine“, weil er einen Titel aus der Berserker-Ära in neuem Gewand zeigt.
Wie ist die Produktion?
Numan produzierte das Album selbst, und das hört man an beiden Enden der Skala. Positiv fällt auf, dass die Rhythmusspuren viel Platz bekommen und die Gitarren trocken und pointiert klingen. Negativ ist, dass die für 1988 typischen digitalen Klangfarben die Platte fest an ihr Erscheinungsjahr binden. Wo die frühen Alben durch ihre Reduktion zeitlos wirken, klingt Metal Rhythm heute unüberhörbar nach später Achtzigerproduktion mit allem, was dazugehört.
Wie erfolgreich war Metal Rhythm?
Die Fachpresse in Großbritannien reagierte durchaus wohlwollend, die Verkaufszahlen blieben trotzdem hinter den Erwartungen zurück. Platz 48 für das Album, Platz 46 für die Single „New Anger“ und Platz 49 für „America“ sind für einen Künstler, der 1979 mit Are „Friends“ Electric? und Cars an der Spitze stand, ein deutlicher Absturz. Die anschließende UK-Tour mit 18 Terminen im September und Oktober 1988 lief besser und lieferte das Material für das Livealbum The Skin Mechanic von 1989.
Wo steht Metal Rhythm in Gary Numans Werk?
Um das Album einzuordnen, hilft ein Blick auf die Chronologie. Zwischen 1979 und 1981 war Gary Numan mit The Pleasure Principle, Telekon und Dance der Prototyp des britischen Synthesizerkünstlers, kalt, minimal und kommerziell außerordentlich erfolgreich. Mitte der Achtziger begann die Suche nach einer neuen Richtung, sichtbar an Alben wie Berserker und Strange Charm. Metal Rhythm ist der Punkt, an dem diese Suche in eine klare Entscheidung mündet: weg vom Elektronikkünstler, hin zum funkigen Synthierocker mit Blick auf Amerika.
Diese Entscheidung trug er über zwei weitere Alben. 1991 folgte Outland, 1992 dann Machine And Soul, und mit jedem Schritt wurde das Ergebnis dünner. Erst Sacrifice brachte 1994 die Kehrtwende. Wer die drei Funkalben nacheinander hört, erkennt auf Metal Rhythm noch die meiste Energie und die wenigsten Zugeständnisse, danach nimmt beides rapide ab. Das Album von 1991 mit Science-Fiction-Samples und halbgarem Funk beschreibt die Rezension zu Outland ausführlich.
Für wen lohnt sich Metal Rhythm?
Das Album ist etwas für Hörer, die Gary Numans Achtziger vollständig nachvollziehen wollen, und für alle, die mit funkigem Synthierock etwas anfangen können. Wer dagegen die kalten, minimalen Flächen der frühen Jahre sucht, wird hier nur an einzelnen Stellen fündig. Als Einstieg taugt die Platte nicht, als Ergänzung zur Sammlung durchaus.
Fazit: Lohnt sich Metal Rhythm?
Metal Rhythm ist das erste der drei Funkalben, die Gary Numan bis Anfang der 90er Jahre aufnahm, und zweifellos immer noch das beste. Nach diesem Album ging es mit Gary Numan musikalisch wie privat echt bergab. Metal Rhythm ist irgendwie ein trauriger Versuch, mit etwas vermeintlich Neuem in Amerika groß rauszukommen. Dass das schiefging, war eigentlich zu erwarten, denn dieser amerikanische Funksound passt nicht wirklich zu Gary. Es sollte noch ein paar Jahre dauern, bis er sich von diesem Schock vollständig erholte. Auch das Folgealbum von 1992 hat mit der Besprechung zu Machine And Soul eine eigene Rezension.
Häufig gestellte Fragen
Wann erschien Metal Rhythm?
Gary Numans Metal Rhythm erschien am 26. September 1988 bei I.R.S. Records und wurde von Numan selbst produziert. In den britischen Albumcharts erreichte es Platz 48.
Warum heißt Metal Rhythm in den USA New Anger?
In den USA heißt Gary Numans Metal Rhythm New Anger, weil das Album dort gegen den ausdrücklichen Willen des Künstlers umbenannt wurde. Zusätzlich wurde das Cover von Schwarz auf Blau geändert, mehrere Titel wurden remixt, und „Hunger“ und „Young Heart“ wichen älteren Aufnahmen aus der Berserker-Zeit.
Welche Singles stammen von Metal Rhythm?
Von Gary Numans Metal Rhythm stammen die Singles „New Anger“ und „America“. „New Anger“ erreichte Platz 46 der britischen Charts, „America“ erschien am 21. November 1988 als zweite Single und kam auf Platz 49.
Wie klingt Metal Rhythm im Vergleich zu den frühen Alben?
Gary Numans Metal Rhythm klingt deutlich funkbetonter als die frühen Alben: Elektronische Percussion dominiert und wird mit funkigen Gitarrenriffs unterlegt, reine Elektroniksongs fehlen. Nur „I Don’t Believe“ bringt mit seinem Synthiehook den alten Numan zurück.
Gibt es ein Livealbum zu Metal Rhythm?
Ja, zu Gary Numans Metal Rhythm gibt es das Livealbum The Skin Mechanic von 1989. Es geht auf die UK-Tour mit 18 Terminen im September und Oktober 1988 zurück.
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