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Gary Numan - Outland

2 von 5 Alle Rezensionen zu Gary Numan Redaktion · 2011-07-13 · aktualisiert 2026-10-01

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Gary Numans Outland ist ein Funk-Pop-Album vom 18. März 1991 und in der Rezension vom 13. Juli 2011 mit 2 von 5 bewertet. Die ruhigen Balladen „Dream Killer“ und „Heart“ sind die Stärken, der Rest wirkt gleichförmig und schlecht produziert, weshalb das Album vor allem Sammlern zu empfehlen ist.

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Die Tracklist

  1. Interval One
  2. Soul Protection
  3. Confession
  4. My World Storm
  5. Dream Killer
  6. Dark Sunday
  7. Outland
  8. Heart
  9. Interval Two
  10. From Russia Infected
  11. Interval Three
  12. Devotion
  13. Whisper
  14. Shame
  15. Icehouse
  16. Tread Careful
  17. My World Storm (Us Promo Mix)
  18. My World Storm (Alternative Mix)

Worum geht es auf Outland?

Outland ist Gary Numans regulärer Nachfolger zu Metal Rhythm und erschien am 18. März 1991 über I.R.S. Records und EMI. Dazwischen lag lediglich das Livealbum The Skin Mechanic. Sehr typisch für den Gary Numan der Jahre 1988 bis 1992 war sein Ansatz, auf dem amerikanischen Markt groß rauszukommen. Wahrscheinlich sein größter Fehler in seiner gesamten Karriere, denn dieser Stilwechsel bedeutete, dass er all das verwarf, was ihn als Künstler einmal ausgezeichnet hatte. Auf den Alben dieser Phase fehlen seine ausgefeilten Synthiemelodien fast völlig, stattdessen bekommt man es mit halbgaren Funksounds zu tun, die allesamt auch noch schlecht produziert sind. Das Album von 1988 beschreibt die Rezension zu Metal Rhythm als brauchbarste der drei Platten dieser Phase.

Outland ist hier dabei noch nicht einmal das schlimmste Beispiel, nein, das kam ein Jahr später mit Machine And Soul. Jedenfalls ist Gary schon auf Outland anzumerken, dass er krampfhaft versuchte, seine Karriere wieder auf Vordermann zu bringen. Anfangs standen die Zeichen auch gar nicht schlecht, Outland verkaufte sich in den USA über 20.000 Mal, doch dann ging sein damaliges Label pleite und Gary blieb ein gewaltiger Schuldenberg zurück.

Hintergrund: Wie entstand Outland?

Aufgenommen wurde die Platte 1990 im eigenen Outland Studio, das dem Album auch den Namen gab, produziert hat Numan selbst. Als Vorbilder für den Sound nannte er die amerikanischen Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis, die damals mit Janet Jackson die Charts dominierten. Der Grundgedanke lautete also nicht: Wie klinge ich nach mir selbst, sondern: Wie klinge ich nach dem, was in den USA gerade läuft. Genau das hört man dem Ergebnis an.

Kommerziell reichte es in Großbritannien für Platz 39 der Albumcharts. Die Single Heart erschien am 4. März 1991 und kam auf Platz 43, My World Storm folgte im Juni als US-Promo und schaffte es in den dortigen Dance-Charts auf Platz 46.

Die Intervals und die Science-Fiction-Klammer

Das Interessanteste an dem Album sind die von Filmsamples durchsetzten kurzen „Intervals“. Dort finden sich Anleihen aus Terminator, Predator und anderen Actionfilmen, ohne dabei allzu offensichtlich zu wirken, man erkennt diese Samples wirklich nicht auf den ersten Blick. Sie geben der Platte eine dystopische Erzählebene, die Numan hier expliziter ausspielt als auf den Alben davor. Man kann darüber streiten, ob das kaschieren soll, dass die eigentlichen Songs wenig hergeben, wirkungsvoll ist es trotzdem.

Die Songs im Einzelnen

Die schwachen Stücke

Daneben gibt es doch recht komisch wirkende Songs, die allesamt sehr ähnlich klingen, darunter fallen Titel wie „Soul Protection“, „Confession“ und „From Russia Infected“, deren Soundgerüst aus schlecht produzierten Drumcomputersounds besteht und die für meinen Geschmack zu sehr nach Pop klingen. Das Problem ist weniger das Material selbst als die Gleichförmigkeit: Nach vier Titeln kennt man das Muster.

Dream Killer und Heart

Die Stärken des Albums liegen zweifelsohne in den ruhigeren Stücken. Die Balladen „Dream Killer“ und „Heart“ lassen wenigstens noch erahnen, wie gut Gary Numan damals doch war. Dass ausgerechnet Heart als Single ausgekoppelt wurde und immerhin die Top 50 erreichte, war folgerichtig.

Die Bonusmixe

Die beiden zusätzlichen Fassungen von „My World Storm“ am Ende der Tracklist richten sich an Sammler. Neue Erkenntnisse über das Album liefern sie nicht, sie zeigen aber, wie stark auf den amerikanischen Clubmarkt geschielt wurde.

Wie ist die Ausstattung?

Booklet und Cover kommen auch gut zur Geltung. Im Booklet stehen sehr viele Informationen zur Entstehung des Albums und zu den damaligen Umständen, die immer wieder zu Verzögerungen des Veröffentlichungstermins führten. Wer sich für die Werkgeschichte interessiert, findet dort mehr Substanz als in mancher offiziellen Biografie.

Outland im Vergleich zu Metal Rhythm und Machine And Soul

Die drei Alben zwischen 1988 und 1992 gehören zusammen und lassen sich nur gemeinsam bewerten. Metal Rhythm ist das energischste der drei, Numan selbst nannte es eines der aggressivsten Werke seiner Laufbahn. Outland setzt denselben Kurs fort, wirkt aber müder und routinierter, dafür bringt es mit den Intervals eine erzählerische Idee mit, die den beiden anderen fehlt. Machine And Soul schließlich ist der Punkt, an dem gar nichts mehr trägt.

Kommerziell erzählt die Chartbilanz dieselbe Geschichte: Platz 48 für Metal Rhythm, Platz 39 für Outland und Platz 42 für Machine And Soul, jeweils in Großbritannien. Der Ausschlag nach oben bei Outland täuscht, denn die Verkäufe reichten nicht, um die laufenden Kosten zu decken. Als I.R.S. Records wegbrach, stand Numan finanziell schlechter da als vor dem Album. Auch das Folgealbum von 1992 hat mit der Rezension von Machine And Soul eine eigene Besprechung.

Kritische Aufnahme

Die zeitgenössische Presse reagierte gemischt. Während spätere Rückblicke dem Album immerhin drei von fünf Sternen zugestehen, urteilte etwa das Q Magazine deutlich schärfer und warf der Platte Wiederholung und Effekthascherei vor. Beides lässt sich beim Hören nachvollziehen: Outland ist weder Totalausfall noch gelungenes Album, sondern eine Platte, die zwischen zwei Ansprüchen zerrieben wird.

Für wen lohnt sich Outland?

Für Einsteiger ist die Platte die falsche Wahl, dafür fehlt schlicht das, wofür Gary Numan steht. Sinnvoll ist sie für Sammler, die die I.R.S.-Jahre vollständig haben wollen, und für Hörer, die sich für den Übergang zwischen dem Funk-Pop der späten Achtziger und dem Industrialsound ab Sacrifice interessieren. Wer nur die zwei guten Balladen sucht, findet sie auch auf Kompilationen.

Fazit: Lohnt sich Outland?

Outland ist zweifelsohne eines der schwächsten Gary-Numan-Alben überhaupt. War er in den 80er Jahren als innovativer Künstler bekannt, wirkte er hier bereits ausgebrannt. Dass es für ihn mit Machine And Soul noch schlimmer kommen sollte, konnte damals keiner ahnen. Nur etwas für eingefleischte Gary-Numan-Fans und Komplettisten.

Häufig gestellte Fragen

Wann erschien Gary Numans Outland?

Gary Numans Outland erschien am 18. März 1991 über I.R.S. Records und EMI. Numan produzierte es selbst, aufgenommen wurde es 1990 im eigenen Outland Studio, in den britischen Albumcharts erreichte es Platz 39.

Welche Singles wurden aus Outland ausgekoppelt?

Aus Gary Numans Outland wurden „Heart“ und „My World Storm“ ausgekoppelt. „Heart“ erschien am 4. März 1991 und kam auf Platz 43 der britischen Singlecharts, „My World Storm“ folgte im Juni 1991 als US-Promo und erreichte Platz 46 der amerikanischen Dance-Charts.

Welche Filme wurden für die Intervals gesampelt?

Für die Intervals auf Gary Numans Outland wurden Sprachsamples aus Science-Fiction- und Actionfilmen genutzt, hörbar sind Anleihen aus Terminator und Predator. Die Samples fallen beim ersten Hören kaum auf und geben dem Album eine dystopische Erzählebene.

Ist Outland schlechter als Machine And Soul?

Nein, Gary Numans Outland ist nicht schlechter als Machine And Soul, das ein Jahr später erschien. Outland ist ebenfalls schwach, hat mit „Dream Killer“ und „Heart“ aber zwei überzeugende Balladen, während bei Machine And Soul nichts mehr trägt.

Was ist der Vorgänger von Outland?

Der reguläre Studiovorgänger von Gary Numans Outland ist Metal Rhythm von 1988. Dazwischen erschien lediglich das Livealbum The Skin Mechanic.

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