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Erasure - Light At The End Of The World

2,5 von 5 Alle Rezensionen zu Erasure Redaktion · 2011-07-25 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Erasure - Light At The End Of The World ist ein 2007 erschienenes Album des Duos Erasure und laut Rezension vom 25. Juli 2011 mit 2,5 von 5 ein routiniert produziertes Werk, das sich vor allem an eingefleischte Fans richtet. Zwei Uptempo-Tracks stechen hervor, thematisch dreht sich alles ausschließlich um die Liebe.

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Am 14. Mai 2007 erschien mit Light At The End Of The World das dreizehnte Studioalbum von Erasure bei Mute Records. Produziert hat es Gareth Jones, der mit dem Duo bereits mehrfach zusammengearbeitet hatte. In den britischen Charts landete die Platte in den Top 30, bei den internationalen Kritikern kam sie mit einem Metacritic-Schnitt von 70 Punkten ordentlich weg. Mein eigener Eindruck fällt zurückhaltender aus.

Die Titelliste

  1. Sunday Girl
  2. I Could Fall In Love With You
  3. Sucker For Love
  4. Storm In A Teacup
  5. Fly Away
  6. Golden Heart
  7. How My Eyes Adore You
  8. Darlene
  9. When A Lover Leaves You
  10. Glass Angel
  11. Be My Baby
  12. I Don’t Know Why

Light At The End Of The World, das Album

Zwei Jahre nach dem von der Fachpresse gelobten Nightbird veröffentlichten Erasure den Nachfolger Light At The End Of The World. Dazwischen lag mit Union Street noch ein Album, auf dem ältere eigene Stücke akustisch neu eingespielt wurden. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen, scheint sich in diesen zwei Jahren nicht viel getan zu haben. Wieder haben wir eine Scheibe vor uns liegen, die vor Liebesliedern nur so strotzt. Das scheint wohl im Moment das Einzige zu sein, worüber Erasure Texte schreiben können. Love, Love, Love.

Die Songs im Einzelnen

Sunday Girl

Eine erste Überraschung machte sich aber schon beim ersten Song breit. „Sunday Girl“ ist mal wieder ein echter Uptempo-Track, und das tut dem Album gut, weil es sofort Fahrt aufnimmt. Der Titel wurde im Juni 2007 als zweite Single ausgekoppelt und ist für mich der gelungenste Moment der Platte.

Sucker For Love

Ein zweiter schneller Track findet sich mit „Sucker For Love“. Der Nachteil bei diesem: Die Produktion ist dermaßen auf Kirmestechno getrimmt, dass man so langsam das Gefühl hat, dass sich Erasure bei dem Stück einen kleinen Spaß erlauben wollten. Als Gag funktioniert der Song, als ernstgemeinter Albumtitel eher nicht.

I Could Fall In Love With You

Auch bei anderen Songs tritt dieser technoide Charakter zutage. „I Could Fall In Love With You“ zum Beispiel ist songtechnisch einfach nur einfallslos eingespielt. Vince, du warst mal so gut mit deinen Synthies, wo ist nur die ganze Magie hin? Ausgerechnet dieser Titel wurde im April 2007 als erste Single ausgekoppelt und sollte das Album repräsentieren. Für mich steht fest, dass die neue Art, wie Erasure heutzutage ihre Alben produzieren lassen, leider nicht mehr überzeugen kann.

Storm In A Teacup

Auch Balladen wie „Storm In A Teacup“ überzeugen nicht wirklich, die wirken mir irgendwie bewusst auf Sentimentalität gebügelt. Da kann ich nicht mehr mitfiebern, sondern bin eher genervt von den langweiligen Sounds. Das Problem ist nicht das Tempo, sondern die Beliebigkeit der Klänge, die unter der Melodie liegen.

Was dem Album fehlt

Erasure haben in den Achtzigern und frühen Neunzigern vorgemacht, wie viel Charakter ein einzelner Synthesizerklang tragen kann. Auf „Stop!“ genügte ein Bassmotiv, auf „Man In The Moon“ eine flirrende Fläche, um einen ganzen Song zu tragen. Auf Light At The End Of The World klingt vieles größer, aber austauschbarer. Die Produktion ist sauber und laut, die Sounds sind modern, doch die kleinen Eigenheiten, an denen man ein Erasure-Stück früher nach drei Sekunden erkannte, sind seltener geworden.

Dazu kommt die thematische Enge. Zwölf Titel, und der Blick reicht kaum über die Beziehungsebene hinaus. Auf früheren Platten gab es zumindest gelegentlich Ausbrüche, etwa gesellschaftskritische Zeilen auf dem selbstbetitelten Album von 1995. Hier fehlt dieser Kontrast vollständig. Die Besprechung des Erasure-Albums von 1995 behandelt lange, sperrige Stücke mit Diamanda Galás als Gast.

Erasure im Jahr 2007

Zur Einordnung gehört, dass Andy Bell und Vince Clarke zu diesem Zeitpunkt bereits über zwanzig Jahre gemeinsam Platten aufnahmen. Wer so lange dabei ist, hat sein Handwerk sicher im Griff, und genau das hört man: Das Album ist tadellos gemacht, die Songs sitzen, kein Titel fällt technisch auseinander. Was fehlt, ist der Eigensinn der frühen Jahre, als Clarke aus wenigen Klängen ganze Songs baute und jede Platte klanglich eine eigene Idee verfolgte.

Interessant ist auch, dass die Kritikerstimmen deutlich freundlicher ausfielen als mein Eindruck. Ein Metacritic-Schnitt von 70 Punkten heißt, dass viele Rezensenten die große, ins Technoide gehende Produktion als bewusste Modernisierung gelesen haben und nicht als Verlust. Man kann das Album also durchaus so hören. Wer die Band aber seit den Achtzigern begleitet, wird schwer daran vorbeikommen, dass hier Routine an die Stelle von Einfällen getreten ist.

Welche Ausgabe sollte man kaufen?

Beim Kauf des Albums ist noch darauf zu achten, sich die Limited Edition zuzulegen. Die kostet nur wenig mehr, hat aber zwei Songs mehr drauf. Die reißen einen zwar nicht wirklich vom Hocker, sollten aber dennoch mitgenommen werden. Wer die Platte ohnehin nur der Vollständigkeit halber ins Regal stellt, greift also besser gleich zur erweiterten Fassung.

Für wen lohnt sich das Album?

Für eingefleischte Erasure-Hörer, die die Diskografie vervollständigen wollen, und für alle, die an „Sunday Girl“ Gefallen finden. Wer die Band dagegen erst kennenlernt, wird hier ein falsches Bild bekommen und sollte zu The Innocents oder I Say I Say I Say greifen. Auch das gelobte Nightbird von 2005 ist die bessere Wahl, wenn man die späteren Jahre des Duos kennenlernen möchte. Die Besprechung zum Album von 1994 stellt das sechste Album des Duos vor.

Fazit: Lohnt sich Light At The End Of The World?

Light At The End Of The World bietet zwar endlich mal wieder ein paar Uptempo-Tracks, doch der eigentliche Gesamteindruck ist eher schwach. Vince Clarkes einstmals ausgefeilte Synthie-Arrangements klingen in meinen Ohren wieder einmal zu routiniert und einfallslos. Auch dass man sich thematisch wieder zum hunderttausendsten Mal der Liebe widmen musste, geht mir so langsam auf die Nerven. Das macht Erasure-Alben mittlerweile wirklich sehr vorhersehbar: Man liest einen Songtitel und weiß schon ungefähr, wie der dann klingt. In meiner ewigen Rangliste der besten Erasure-Alben haben die letzten drei Alben leider nur die untersten Plätze für sich beanspruchen können, somit empfehle ich dieses Album nur eingefleischten Erasure-Fans.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Light At The End Of The World erschienen?

Erasures Album Light At The End Of The World erschien am 14. Mai 2007 bei Mute Records und ist das dreizehnte Studioalbum der Band. Zwei Jahre zuvor erschien Nightbird, dazwischen das Album Union Street mit akustisch neu eingespielten Stücken; in den britischen Charts erreichte Light At The End Of The World die Top 30.

Wer hat das Album produziert?

Produziert wurde Light At The End Of The World von Gareth Jones, der bereits mehrfach mit Erasure zusammengearbeitet hatte. Die Produktion klingt laut Rezension sauber, laut und stellenweise technoid, und genau daran stört sich der Rezensent.

Welche Singles wurden ausgekoppelt?

Aus Light At The End Of The World wurden zwei Singles ausgekoppelt: I Could Fall In Love With You im April 2007 und Sunday Girl im Juni 2007. Sunday Girl ist für den Rezensenten der gelungenste Moment der Platte und eröffnet das Album.

Lohnt sich die Limited Edition?

Erasures Light At The End Of The World lohnt sich als Limited Edition, weil sie zwei Songs mehr enthält als die Standardausgabe. Die Bonusstücke reißen laut Rezension nicht vom Hocker, sollten aber mitgenommen werden.

Ist das Album ein guter Einstieg in Erasure?

Nein, Light At The End Of The World ist kein guter Einstieg in Erasure. Wer die Band kennenlernen will, greift laut Rezension zu The Innocents oder I Say I Say I Say, auch das gelobte Nightbird von 2005 ist die bessere Wahl; das Album richtet sich an eingefleischte Fans.

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