Erasure - Nightbird
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Nightbird ist das elfte Studioalbum von Erasure aus dem Jahr 2005 und bekommt in der Rezension vom 25. Juli 2011 nur 2 von 5 Punkten. Es setzt fast ausschließlich auf langsame Liebesballaden und klingt routiniert. Überzeugen können vor allem der Hit Breathe und der Song Don't Say You Love Me.
Nightbird
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Nightbird ist das elfte Studioalbum von Erasure und erschien bei Mute Records am 24. Januar 2005 in Großbritannien und einen Tag später in den USA. Inhaltlich dreht sich fast alles um die Liebe, musikalisch bleibt das Duo im mittleren bis langsamen Tempo und setzt auf Balladen statt auf Tanzflächenhits. Die Kritiken fielen gemischt aus, kommerziell war das Album nur mäßig erfolgreich, in Großbritannien reichte es zu Platz 27 der Albumcharts. Die Vorabsingle Breathe lief deutlich besser: Sie stieg auf Platz vier der britischen Singlecharts ein, die höchste Erasure-Platzierung seit Always im Jahr 1994, und erreichte in Dänemark sowie in den US-Dance-Club-Charts Platz eins.
Die Tracklist von Nightbird
- No Doubt
- Here I Go Impossible Again
- Lets Take One More Rocket To The Moon
- Breathe
- I’ll Be There
- Because Our Love Is Real
- Don’t Say You Love Me
- All This Time Still Falling Out Of Love
- I Broke It All In Two
- Sweet September
- I Bet You’re Mad At Me
Nightbird, das Album
Nach dem leider sehr schwachen Vorgänger Other People’s Songs präsentierten Erasure im Jahre 2005 den Nachfolger Nightbird. Diesmal enthält die Scheibe wieder durch und durch Erasure-Songs, keine Coverversionen.
Das Thema: Liebe, und sonst wenig
Großes Thema des Albums ist die Liebe, allein drei Songs tragen das Wörtchen „Love“ in ihrem Titel, was ich persönlich etwas eintönig finde, es gibt noch mehr Themen, über die man singen kann. Von vielen als das große Erasure-Album der Neuzeit bezeichnet, kann ich deren Meinung nicht teilen, ich habe das Gefühl, dass der Ofen auf Nightbird bereits schon aus war, die Soundspielereien von Vince Clarke wollen einfach nicht so recht zünden, alles klingt so routiniert und bewusst eingesetzt. Auch das Hauptthema der Veröffentlichung, die Liebe, ist meiner Meinung nach schon lange ausgereizt. Wie viele Lovesongs wollen Erasure eigentlich noch aufnehmen? Dabei gäbe es doch sicherlich so viele interessante Dinge, die man in seinen Songs verarbeiten könnte.
Die Produktion: Soundbrei statt Synthieflächen
Auch kommt das Album produktionstechnisch nicht mehr an Meisterwerke wie I Say I Say I Say heran, dafür klingen die Sounds einfach zu stark komprimiert, den Synthieflächen bleibt kaum Raum, sich zu entfalten, alles wirkt recht breiig. Das mag wohl daran liegen, dass Vince von Analog auf Digital umgestiegen ist und unzählige Instrumente nun als virtuelle nutzt. Wie gesagt, wirklich wissen tue ich es nicht, ich vermute es nur. Dieselbe Beobachtung lässt sich schon beim Vorgänger Other People’s Songs machen, was die Vermutung zumindest plausibel erscheinen lässt. Das sechste Album von 1994 enthält mit Always einen der bekanntesten Erasure-Songs.
Andy Bells Stimme
Das gesamte Album ist in einem sehr gemächlichen Tempo gehalten, die meisten Songs sind Liebesballaden, schnellere Dancefloorkracher vom Schlage eines „Stop!“ sucht man hier vergebens, was manche Erasure-Fans vielleicht enttäuschen wird. Andys Stimme kommt sehr viel reifer als bei den früheren Alben rüber, er klingt fast schon etwas verraucht, aber immer noch ok. Wer die hohen, hellen Töne der Achtziger im Ohr hat, muss sich erst einmal umgewöhnen, ein Mangel ist das aber nicht, sondern schlicht der Lauf von zwanzig Jahren Bandgeschichte.
Welche Songs funktionieren, welche nicht?
Was mir eher bitter aufstößt, ist der zunehmende Euro-Dance-Einfluss auf manche Stücke, so klingen Titel wie „Here I Go Impossible Again“ und „I’ll Be There“ nur noch wenig nach Erasure.
Don’t Say You Love Me
Einzig „Don’t Say You Love Me“ hat mich noch überzeugen können, besitzt er doch alle Ingredienzien, die ein guter Erasure-Song braucht. Der Titel wurde später auch als Single ausgekoppelt und ist für mich der eigentliche Höhepunkt der Platte.
Because Our Love Is Real
Ganz ok ist auch noch „Because Our Love Is Real“, ja, wieder eine Liebesschnulze, ich weiß, aber der Track ist recht verspielt und gut gesungen. Die anderen Songs klingen alle recht ähnlich und können an alte Heldentaten nicht mehr anknüpfen.
Breathe
Der kommerziell mit Abstand erfolgreichste Titel des Albums ist Breathe, das in Großbritannien auf Platz vier einstieg und in Dänemark sowie in den amerikanischen Dance-Club-Charts die Spitze erreichte. Der Song zeigt, dass das Duo eine funktionierende Single noch immer hinbekommt, er zeigt aber auch, wie weit der Rest des Albums von diesem Niveau entfernt bleibt.
Einordnung: Wo steht Nightbird im Erasure-Katalog?
Erasure sind ein 1985 in London gegründetes Synthpop-Duo aus Andy Bell und Vince Clarke. Nightbird fällt in eine Phase, in der die großen Chartserfolge lange zurücklagen: Nach dem experimentellen Loveboat von 2000 und dem Coveralbum Other People’s Songs von 2003 sollte Nightbird die Rückkehr zum eigenen Songwriting markieren. Das gelingt formal, aber nicht künstlerisch, weil das Album sich in der eigenen Komfortzone einrichtet, statt sie zu verlassen. Wer Erasure kennenlernen will, ist mit The Circus, Chorus oder I Say I Say I Say deutlich besser bedient. Das experimentellere Album Loveboat von 2000 hat eine eigene Rezension.
Für wen lohnt sich Nightbird?
Für Sammler und für Hörer, die Erasure vor allem wegen der Balladen schätzen. Wer ruhige Synthpop-Liebeslieder mag und keine Uptempo-Nummern erwartet, findet hier ein stimmiges, wenn auch anspruchsloses Album. Wer dagegen die Tanzflächenseite des Duos sucht, findet auf Nightbird außer Breathe nichts, was diese Erwartung erfüllt.
Fazit: Lohnt sich Nightbird?
Nightbird ist meiner Meinung nach höchstens Durchschnittsware, die Band scheint irgendwie kreativ ausgebrannt zu sein. Die Art der Produktion gefällt mir auch nicht, alles ein unförmiger Soundbrei. Von zwei, drei guten Songs abgesehen, ist das Album eher langweilig und nicht mein Fall. Anspruchslosere Gemüter könnten aber dennoch Gefallen an dem Album finden.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Nightbird von Erasure erschienen?
Nightbird von Erasure erschien bei Mute Records am 24. Januar 2005 in Großbritannien und am 25. Januar 2005 in den USA. Es ist das elfte Studioalbum des Duos und folgte auf das Coveralbum Other People's Songs von 2003. Nightbird enthält wieder ausschließlich eigene Stücke.
Welche Single war auf Nightbird am erfolgreichsten?
Die Single Breathe war auf Nightbird von Erasure am erfolgreichsten. Sie stieg in Großbritannien auf Platz vier der Singlecharts ein, die höchste Platzierung für Erasure seit Always im Jahr 1994, und erreichte in Dänemark und in den US-Dance-Club-Charts Platz eins. Weitere Auskopplungen waren Here I Go Impossible Again und Don't Say You Love Me.
Wie hat sich Nightbird verkauft?
Nightbird von Erasure verkaufte sich nur mäßig: In den britischen Albumcharts reichte es für Platz 27. Die Kritiken fielen gemischt aus, die Vorabsingle Breathe lief mit Platz vier der britischen Singlecharts deutlich besser als das Album.
Klingt Nightbird wie klassische Erasure?
Nightbird klingt nur teilweise nach klassischen Erasure. Das Album ist durchgehend langsam, balladenlastig und thematisch fast vollständig auf Liebeslieder festgelegt. Uptempo-Nummern wie Stop! fehlen, und Titel wie Here I Go Impossible Again und I'll Be There wirken durch Eurodance-Einflüsse wenig nach Erasure.
Welche Songs von Nightbird lohnen sich am ehesten?
Am ehesten lohnt sich auf Nightbird der Song Don't Say You Love Me, der alle Zutaten eines guten Erasure-Songs mitbringt. Ordentlich ist außerdem Because Our Love Is Real, verspielt arrangiert und gut gesungen. Breathe ist die bekannteste Single des Albums.
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