Gary Numan - Telekon
Kurzfazit: New-Wave-Meilenstein von 1980: düster, dichter und sehr persönlich.
Telekon (45th Anniversary Expanded Edit)
14,89 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →- This Wreckage
- The Aircrash Bureau
- Telekon
- Remind Me To Smile
- Sleep By Windows
- We Are Glass
- I’m An Agent
- I Dream Of Wires
- Remember I Was Vapour
- Please Push No More
- The Joy Circuit
- I Die: You Die
- A Game Called Echo
- Photograph
- Down In The Park (Piano Version)
- Trois Gymnopedies
Das Album Telekon
Nach dem phänomenalen Erfolg von Gary Numans ersten Soloalbum The Pleasure Principle makierte Telekon 1980 einen weiteren Meilenstein des New Wave. Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist Telekon nicht mehr so minimalistisch, sondern reicher instrumentiert, neben den liebgewonnen typischen Synthieklängen Gary Numans sind auch wieder E-Gitarren dabei, was dem Album einen treibenden Charakter verleiht. Ein Blick ins liebevoll gestaltetes Booklet offenbart viele hilfreiche Infos zur Entstehung des Albums, so erfährt man auch, dass Numan von den Klängen der japanischen Band The Yellow Magic Orchestra beeinflusst wurde, ja es finden sich im ersten Track „This Wreckage„ sogar eine kurze japanische Phrase, die „Goodbye Forever„ bedeutet, eine Anspielung an die bald darauf stattfindende Abschiedstournee.
Wie der Titel des Albums suggeriert stand der Begriff der Telekinese Pate, auch wenn viele damals den Begriff Telekon mit Telekom verballhornt haben. Thematisch geht es wie bei The Pleasure Principle in erster Linie wieder um dysotopische Zukunftsfantasien, z.B. in „I Dream Of Wires„ um einen Elektriker, der der letzte seiner Art ist, und nun auf der Suche nach dem Sinn seiner Existenz ist. Neben diesen Science Fiction-orientierten Lyrics finden sich aber auch vermehrt sehr persönliche Stücke, in denen Gary Numan sein Leben als isolierter Popstar verarbeitetet. Dazu gehören, das vom amerikanischen Funksound beeinflusste „Remind Me To Smile„, das sehr intime „Remember I Was Vapour„, in dem Numan seine Verletzbarkeit offenbart und das sehr melancholische von einem Piano begleiteten „Please Push No More„ , dass sich mit einer wunderschönen Synthiemelodie in die Herzen des Zuhörers bohrt.
In der vorliegenden Fassung ist das ursprüngliche Album um diverse Bonustracks ergänzt, darunter befindet sich unter anderem eine Pianoversion des berühmten Tubway Army Klassikers „Down In The Park„ wie auch eine synthetische Version des Eric Satie Stückes „Trois Gymnopedies„.
Wann erschien Telekon und wie erfolgreich war es?
Telekon kam am 5. September 1980 bei Beggars Banquet heraus. Das Album stieg direkt auf Platz eins der britischen Albumcharts ein und war damit Numans dritte Nummer eins in Folge – nach Replicas, das noch unter dem Namen Tubeway Army erschienen war, und The Pleasure Principle. Nach elf Wochen war Telekon wieder aus der Liste verschwunden, was zeigt, wie schnell sich das Klima Anfang der Achtziger drehte.
Der Zeitpunkt ist entscheidend für die Stimmung der Platte. Numan war binnen zwei Jahren vom Außenseiter zum meistdiskutierten Popstar Großbritanniens geworden und stand gleichzeitig unter Dauerbeschuss der Musikpresse. Kurz nach dem Album folgte die angekündigte Abschiedstournee, die er später bekanntlich nicht als Abschied stehen ließ. Diese Anspannung hört man Telekon an.
Wie klingt Telekon?
Mehr Instrumente, gleiche Kälte
Der auffälligste Unterschied zu The Pleasure Principle liegt in der Instrumentierung. Wo der Vorgänger fast klinisch mit Synthesizern, Bass und Schlagzeug auskam, holt Numan hier E-Gitarren und mehr Klangfarben zurück. Das Ergebnis ist kein wärmeres Album, sondern ein dichteres. Stücke wie „The Aircrash Bureau„ und „I’m An Agent„ bekommen dadurch einen Vorwärtsdrang, den die frühen Aufnahmen so nicht hatten.
Der Einfluss des Yellow Magic Orchestra
Dass Numan zu dieser Zeit das japanische Yellow Magic Orchestra hörte, ist keine Nebensächlichkeit, sondern hörbar in der Art, wie Sequenzen und Melodielinien verzahnt sind. Die japanische Phrase in „This Wreckage„ ist der offenste Verweis darauf und zugleich ein Abschiedsgruß.
Die persönliche Seite
Die stärksten Momente sind aber die stillen. „Remember I Was Vapour„ und „Please Push No More„ sind ungeschützte Stücke über Erschöpfung und Entfremdung. Für einen Künstler, dessen Bühnenfigur auf Distanz und Maske gebaut war, ist diese Offenheit bemerkenswert.
Die Songs und Singles im Überblick
We Are Glass
Die Single erschien im Mai 1980 und erreichte Platz fünf der britischen Charts. Sie ist eines der härteren Stücke der Phase und lebt von einem stampfenden Grundrhythmus.
I Die: You Die
Im August 1980 folgte diese Single, die bis heute zu den bekanntesten Stücken aus Numans Frühwerk zählt. Der Text richtet sich unüberhörbar an die Kritiker, die ihn damals wöchentlich zerlegten.
This Wreckage
Am 12. Dezember 1980 erschien „This Wreckage„ als Single und erreichte Platz 20. Als Albumopener gehört das Stück zu den atmosphärisch dichtesten Aufnahmen der Platte.
I Dream Of Wires
Der Song über den letzten Elektriker seiner Art ist das erzählerische Herzstück des Albums und ein Musterbeispiel dafür, wie Numan Science-Fiction-Motive für existenzielle Fragen nutzt.
Was steckt in der erweiterten Fassung?
Die hier besprochene Ausgabe ergänzt das Originalalbum um eine Reihe von Zusatzstücken. Dazu gehören die Pianoversion von „Down In The Park„, dem Klassiker aus Tubeway-Army-Zeiten, und eine synthetische Fassung von Erik Saties „Trois Gymnopedies„. Beide zeigen eine Seite Numans, die auf den regulären Alben selten zur Geltung kommt: das Interesse an reduzierten, fast klassischen Melodien. Zum 45. Jubiläum des Albums wurde außerdem ein bis dahin unveröffentlichtes Stück aus der Telekon-Zeit zugänglich gemacht.
Für wen lohnt sich Telekon?
Telekon ist der richtige Einstieg für alle, die wissen wollen, was New Wave um 1980 ausgemacht hat, und die Replicas oder The Pleasure Principle bereits kennen. Wer eher die harte Industrialphase ab Sacrifice und Pure schätzt, findet hier die Wurzeln dieser Ästhetik in kühlerer Form. Und wer Synthesizermusik generell mag, bekommt eines der Alben, an denen sich Generationen von Elektronikmusikern orientiert haben.
Fazit: Lohnt sich Telekon?
Telekon ist insgesamt musikalischer als der Vorgänger eben nicht mehr so minimalistisch, aber immer noch sehr düster und weiß durch eine gelungene Mischung aus Science Fiction Stücken und sehr persönlichen Songs zu gefallen. Auch gelingt es Numan seinen Soundkosmos durch Zugabe von „echten„ Instrumenten zu bereichern. Für mich hat der frühe Gary Numan so eine gewisse Genialität an sich gehabt, mir fiele auf Anhieb kein zweiter ein, der so gekonnt mit den Möglichkeiten des Synthesizers experimentierte und dafür schätze ich ihn sehr.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Gary Numans Album Telekon erschienen?
Telekon kam am 5. September 1980 bei Beggars Banquet heraus. Es stieg direkt auf Platz eins der britischen Albumcharts ein und war damit Numans dritte Nummer eins in Folge. Nach elf Wochen war es wieder aus der Liste verschwunden.
Worum geht es auf Telekon?
Ein Teil der Stücke setzt die dystopischen Zukunftsbilder von The Pleasure Principle fort, etwa I Dream Of Wires über den letzten Elektriker seiner Art. Daneben steht eine zweite Gruppe sehr persönlicher Songs, in denen Numan das Leben als isolierter Popstar verarbeitet. Diese Mischung macht den besonderen Reiz des Albums aus.
Wie unterscheidet sich Telekon von The Pleasure Principle?
The Pleasure Principle ist streng minimalistisch und verzichtet weitgehend auf Gitarren. Telekon ist reicher instrumentiert, setzt E-Gitarren ein und wirkt dadurch treibender. Die kalte Grundstimmung bleibt jedoch erhalten.
Welche Singles stammen aus der Telekon-Phase?
We Are Glass erschien im Mai 1980 und erreichte Platz fünf der britischen Singlecharts. I Die: You Die folgte im August, This Wreckage kam am 12. Dezember 1980 heraus und erreichte Platz 20. Alle drei Stücke sind auf der erweiterten Fassung des Albums enthalten.
Was bedeutet der Titel Telekon?
Pate stand der Begriff der Telekinese, also der angeblichen Fähigkeit, Gegenstände allein durch Gedankenkraft zu bewegen. Der Kunstbegriff Telekon passt damit zum Science-Fiction-Umfeld der Texte. Viele Hörer verwechselten den Namen damals mit Telekom.
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