Gary Numan - The Fury
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Gary Numans The Fury ist ein Studioalbum vom 16. September 1985, erschienen auf Numa Records, und in der Rezension vom 13. Juli 2011 mit 4 von 5 bewertet. Samples, wuchtige Bässe und düstere Stücke wie „The Fear“ sprechen für das Album, die schwachen Singleauskopplungen und das misslungene Cover dagegen.
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- Call Out The Dogs
- This Disease
- Your Fascination
- Miracles
- Creatures
- Tricks
- God Only Knows
- I Still Remember
- We Need It
- Anthem
- No Shelter
- Puppets
- The Fear
The Fury, das Album
Das 1985 veröffentlichte Album The Fury gehört sicherlich auch zu den besten aus Numans breitgefächertem Schaffen, stilistisch etwas minimalistischer und zurückhaltender produziert als der Vorgänger Berserker. Dennoch finden sich hier gewisse Gemeinsamkeiten wieder, das Album besitzt wieder einen sehr starken Basssound, auch wird Gary Numans sonore Stimme wieder von Backgroundsängerinnen begleitet, was das Werk etwas radiotauglicher machen sollte.
Erschienen ist The Fury am 16. September 1985 auf Numa Records, dem Label, das Numan sich nach dem Ende seines Vertrags mit Beggars Banquet selbst aufgebaut hatte. Aufgenommen wurde in den Rock City Studios im südenglischen Shepperton. In den britischen Albumcharts kam die Platte auf Platz 24 und übertraf damit sogar Berserker. Es blieb die erfolgreichste Veröffentlichung auf seinem eigenen Label, und es sollte bis 2013 dauern, bis Numan wieder ein Album in den britischen Top 30 platzierte.
Der Klang: Samples, Bässe und Blade Runner
Trotzdem finden sich Stücke auf dem Album, die bestimmt zu den düstersten überhaupt gehören. Man denke nur einmal an den genialen Opener „Call Out The Dogs“ oder das schwermütige „God Only Knows“. Mit „The Fear“ haben wir gleich vielleicht Numans finsterstes Stück überhaupt zu hören, der Songtitel macht dem Stück echt alle Ehre, so eine Gänsehaut bekommt man wirklich selten. Weiterhin findet auch hier wieder die Samplemethode Einsatz, Stimmen und Geräusche aufzunehmen und in die Songs zu integrieren, was einen tollen Effekt hat.
Diese Sampletechnik ist mehr als eine Spielerei. „Call Out The Dogs“ greift auf Material aus Ridley Scotts Blade Runner von 1982 zurück, und dieser Film blieb über die folgenden Alben hinweg ein zentraler Bezugspunkt für Numan. Der Sound der Platte ist entsprechend metallisch und industriell geprägt, dazu kommen rhythmisch vorwärtstreibende, fast funkige Elemente, die es in dieser Form auf den früheren Alben nicht gab.
Die Höhepunkte
„Call Out The Dogs“ ist ein glänzender Einstieg, weil er beide Seiten des Albums zeigt, die tanzbare und die bedrohliche. „God Only Knows“ zieht das Tempo herunter und lebt von der Schwere. „The Fear“ schließlich ist der Punkt, an dem die Platte jede Radiotauglichkeit hinter sich lässt. Wer wissen will, wie weit Numan in die Finsternis gehen konnte, ohne ins Effekthascherische zu kippen, hört sich dieses Stück an.
Die Schwachstellen
Neben diesen tollen Songs finden sich aber leider auch sehr schwache Stücke, die dann auch noch als Single veröffentlicht wurden. Numan bewies bei der Singleauswahl nicht immer ein gutes Händchen, jedenfalls fallen Titel wie „This Disease“ und „Your Fascination“ deutlich ab. Dass beide zusammen mit „Miracles“ und „Call Out The Dogs“ die Auskopplungen stellten und alle drei Singles nur die Plätze 46 bis 49 erreichten, passt ins Bild. Numan machte dafür vor allem das fehlende Airplay im Radio verantwortlich, doch ein Teil des Problems lag schlicht in der Auswahl.
Versöhnlicher wird es mit den gelungenen Balladen „Miracles“ und „I Still Remember“. Gerade „I Still Remember“ zeigt, dass die Backgroundstimmen und die weichere Produktion nicht per se ein Zugeständnis waren, sondern durchaus zum Material passen konnten.
Die Stücke der zweiten Reihe
Zwischen den Hits und den Ausfällen liegt eine ganze Reihe von Titeln, über die selten geredet wird. „Creatures“ und „Tricks“ halten den rhythmischen Druck des Albums aufrecht, „We Need It“ und „Anthem“ arbeiten mit größeren, fast hymnischen Gesten, und „No Shelter“ sowie „Puppets“ führen zurück in die düstere Grundstimmung, die das Album am Ende mit „The Fear“ endgültig festzurrt. Wer die Platte nur nach den Singles beurteilt, verpasst genau diese Mitte, in der The Fury seine eigentliche Substanz hat.
The Fury und das eigene Label
Numa Records war für Numan mehr als ein Vertriebsweg. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Beggars Banquet wollte er die volle Kontrolle über Aufnahme, Produktion und Vermarktung, und er nahm dafür in Kauf, das unternehmerische Risiko selbst zu tragen. The Fury war die zweite reguläre Veröffentlichung dieses Labels und blieb dessen größter Charterfolg. Das ist eine bemerkenswerte Leistung für eine Firma ohne den Apparat eines Majors, es zeigt aber auch, wie schnell sich die Schere zwischen künstlerischem Anspruch und Verkaufszahlen in diesen Jahren öffnete. Eine Auswahl aus den Jahren ab 1984 mit Balladen, Live-Fassungen und Raritäten bietet die Zusammenstellung The Best Of 1984-92 ausführlich.
Das Cover als Fehlentscheidung
Ein anderer Wermutstropfen ist das bescheidene Cover des Albums, das Numan selbst im Nachhinein als Fehlentscheidung bezeichnete. An sich soll ein Cover ja Rückschlüsse auf die Musik zulassen, doch hier erscheint Gary Numan im feinen weißen Anzug mit Fliege und wirkt mehr wie ein Playboy und nicht wie die charismatische Gestalt, als die man ihn sonst kennt. Numan äußerte später selbst, das Artwork sei völlig unpassend gewesen und habe der Platte geschadet.
Leider sollte das in den nächsten Jahren nicht die einzige Verfehlung bleiben. Mit The Fury begann sich schon abzuzeichnen, dass Numan bald in eine künstlerische Krise stürzte. Die Platte steht damit an einer Wegmarke: künstlerisch noch stark, kommerziell schon im Sinkflug. Das in einer schöpferischen Krise entstandene Album von 1986 beschreibt der Beitrag zu Strange Charm im Detail.
Für wen lohnt sich The Fury?
Wer Numan bislang nur über „Cars“ und „Are Friends Electric?“ kennt, wird von The Fury zunächst irritiert sein, weil hier ein anderes Jahrzehnt und ein anderer Klangkosmos regieren. Wer sich aber für die Mittachtziger interessiert, für die Zeit, in der Sampler und PPG-Synthesizer den Sound veränderten, findet ein ausgesprochen spannendes Album. Auch für Hörer düsterer Elektronik lohnt sich der Griff, allein wegen „The Fear“ und „God Only Knows“. Noch düsterer geht es auf dem Album von 2000 zu, das die Besprechung zu Pure als sein düsterstes beschreibt.
Fazit: Lohnt sich The Fury?
The Fury ist trotz kleiner Schwächen ein gutes Gary Numan-Album, das den Zeitgeist der Mittachtziger perfekt transportiert und Lust auf mehr macht, die dargebotenen Bonustracks sind wie üblich spitze. Und wenn man das Cover der Scheibe einmal außen vor lässt, ist es auch als Gesamtkunstwerk sehr gut zu genießen. Für Numan- und New-Wave-Fans erteile ich eine klare Kaufempfehlung.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist Gary Numans Album The Fury erschienen?
Gary Numans The Fury erschien am 16. September 1985 auf Numans eigenem Label Numa Records. Aufgenommen wurde es in den Rock City Studios in Shepperton, es ist der Nachfolger von Berserker.
Wie erfolgreich war The Fury in den Charts?
Gary Numans The Fury erreichte Platz 24 der britischen Albumcharts und schnitt damit besser ab als Berserker. Es blieb die erfolgreichste Veröffentlichung auf Numa Records, und erst 2013 platzierte Numan wieder ein Album in den britischen Top 30.
Welche Singles wurden aus The Fury ausgekoppelt?
Als Singles aus Gary Numans The Fury erschienen „Your Fascination“, „Call Out The Dogs“ und „Miracles“, die nur die Plätze 46 bis 49 der britischen Charts erreichten. Numan führte die schwachen Platzierungen vor allem auf fehlendes Airplay im Radio zurück.
Wie klingt The Fury im Vergleich zu Berserker?
Gary Numans The Fury klingt zurückhaltender produziert als Berserker, arbeitet aber weiter mit Samples von Stimmen und Geräuschen und setzt auf funkige, vorwärtstreibende Elemente. „Call Out The Dogs“ greift auf Material aus Blade Runner zurück, der Sound ist metallisch und industriell geprägt.
Warum gilt das Cover von The Fury als misslungen?
Das Cover von Gary Numans The Fury gilt als misslungen, weil Numan im weißen Anzug mit Fliege wie ein Playboy wirkt und nicht wie die charismatische Gestalt seiner früheren Platten. Numan bezeichnete das Artwork später selbst als völlig unpassend und als schädlich für das Album.
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