Gary Numan - The Best Of Gary Numan 1984-92
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The Best Of Gary Numan 1984-92 ist eine Best-of-Zusammenstellung der unpopulären Jahre von Berserker 1984 bis Machine + Soul 1992 und in der Rezension vom 14. Juli 2011 mit 4 von 5 bewertet. Sie bietet Balladen, Livefassungen und Raritäten statt der üblichen Klassiker, taugt aber nur bedingt als erster Zugang zu Numan.
The Best of Gary Numan 1984-92
30,92 € Stand: 28.09.2026
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- I Can’t Stop
- Berserker
- The Skin Game
- I Still Remember
- Machine And Soul
- Empty Bed, Empty Heart
- Are „Friends“ Electric?
- Your Fascination
- This Disease
- Miracles
- A Child With The Ghost
- Strange Charm
- London Times
- Time To Die
- America
- My Dying Machine
Das etwas andere Best of-Album
Bei einem Künstler, dessen Schaffen einen Zeitraum von bereits 30 Jahren umfasst, verwundert auch die große Zahl an Best of-Alben nicht. Umso schwerer ist es, die wirklich interessanten in die Finger zu bekommen. Das mir vorliegende gehört zweifelsohne dazu.
Besticht es doch durch eine gelungene Kombination ganz unterschiedlich gefärbter Stücke, die aus ganz unterschiedlichen Schaffensperioden stammen. Wie der Titel dieser Scheibe schon erahnen lässt, konzentrierte man sich auf die unpopulärere Phase seiner Karriere. Viele der Stücke waren mir selbst nicht geläufig, da ich damals nur die Klassiker kannte. Umso erstaunter war ich, wie vielseitig seine Musik doch ist. Präsentiert werden viele Songs, die jeweils für eine andere Stimmung stehen.
Warum ausgerechnet die Jahre 1984 bis 1992?
Der gewählte Zeitraum ist alles andere als zufällig. 1984 endete Numans Vertrag mit Beggars Banquet, dem Label seiner großen Erfolge. Von Plattenfirmen enttäuscht, gründete er sein eigenes Label Numa Records und veröffentlichte dort ab November 1984 mit Berserker sein sechstes Soloalbum. Der Titelsong dieses Albums steht auch auf dieser Compilation gleich an zweiter Stelle.
Am anderen Ende des Zeitraums steht Machine + Soul, erschienen im August 1992. Numan hatte das zwischenzeitlich stillgelegte Numa Records reaktiviert, nachdem die Zusammenarbeit mit IRS Records schwierig geworden war. Es war der letzte Versuch, seine Musik radiotauglicher zu machen, bevor sein Werk deutlich dunklere und industriellere Züge annahm. Diese Compilation dokumentiert also nicht die Glanzzeit, sondern eine acht Jahre lange Durststrecke. Genau darin liegt ihr Wert, denn kaum eine andere Zusammenstellung nimmt sich diese Phase überhaupt vor. Den Neuanfang von 1994 mit düsteren Drumloops beschreibt der Beitrag zu Sacrifice im Detail.
Die Höhepunkte der Zusammenstellung
Neben radiotauglichen Stücken, wie dem poppigen „I Can’t Stop“ und einer großartigen Liveversion seines vielleicht bekanntesten Hits „Are Friends Electric?“, ist auch nachdenklich stimmendes dabei, zum Beispiel die Balladen „Empty Bed, Empty Heart“ und „A Child With The Ghost“. Besonders interessant ist die Liveversion von „America“, die um einiges rockiger daherkommt.
Die Raritäten
Das recht rare „London Times“ ist der eigentliche Fund dieser Compilation. Es entstand nicht für ein Numan-Album, sondern im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Projekt Radio Heart der schottischen Brüder Hugh und David Nicholson. Die Single erschien 1987 und kam in Großbritannien auf Platz 48. Wer nur Numans reguläre Studioalben sammelt, wird dieses Stück nie zu Gesicht bekommen.
Die Livefassungen
Livefassungen auf einer Best of sind normalerweise ein Warnsignal, hier funktionieren sie. „Are Friends Electric?“ bekommt in der Konzertversion deutlich mehr Raum, und „America“ verliert im Livekontext einiges von seiner Studioglätte. Beide Aufnahmen belegen etwas, das in den Achtzigern gern übersehen wurde: Numan war live keine Playbackfigur, sondern arbeitete mit einer richtigen Band.
Die ruhigen Stücke
„Empty Bed, Empty Heart“ und „A Child With The Ghost“ sind die Gegenpole zum harten Synthiesound der Berserker-Phase. Wer Numan nur als kalten Roboter im Kopf hat, wird hier überrascht. „I Still Remember“ und „Miracles“ vom Album The Fury schlagen in dieselbe Kerbe und zeigen, dass der Mann durchaus Melodien schreiben konnte, wenn er wollte.
Die harten Stücke
Am anderen Ende der Skala stehen „Berserker“ und „My Dying Machine“. Beide stammen aus der Phase, in der Numan mit dem PPG-Synthesizer und mit Samples arbeitete und einen deutlich härteren, kantigeren Klang suchte als auf den Alben davor. „The Skin Game“ mit über sechs Minuten Laufzeit ist der ausgedehnteste Titel der Zusammenstellung und lässt sich Zeit, sich aufzubauen. „Time To Die“ und „Strange Charm“ füllen den Raum dazwischen und zeigen, wie eng Numan in diesen Jahren zwischen Tanzflächentauglichkeit und Schwermut pendelte. Das gleichnamige Album von 1986 gilt als dunkler und besser, als sein Ruf vermuten lässt, wie die Rezension zu Strange Charm ausführt.
Wie ordnet sich die Compilation ein?
Der Markt an Numan-Zusammenstellungen ist unübersichtlich, und die meisten davon greifen zum immer gleichen Repertoire der Jahre 1979 bis 1981. Diese hier tut das ausdrücklich nicht. Sie ist damit eine der wenigen Veröffentlichungen, die überhaupt einen Zugang zu den mittleren Jahren bietet, ohne dass man sich gleich sechs Studioalben besorgen muss, die in Deutschland teilweise schwer zu bekommen sind. Wer die Phase testen will, bevor er tiefer einsteigt, macht mit dieser CD nichts falsch. Wer sich für die Funkplatten dieser Zeit interessiert, findet in der Besprechung von Outland das Album von 1991 mit Science-Fiction-Samples.
Kritikpunkte
Auch wenn ich mit den beiden Tracks „Your Fascination“ und „This Disease“ nicht viel anfangen kann, bietet die Zusammenstellung dennoch genügend gelungenes Soundmaterial, das auch jedem Neueinsteiger zu empfehlen ist. Einziger echter Kritikpunkt ist das leider sehr mager ausgefallene Booklet, in dem so gut wie keine Informationen zu den einzelnen Stücken zu finden sind, was bei einem so profilierten Künstler wie Gary Numan doch sehr enttäuscht. Bei einer Compilation, die bewusst Randmaterial und Livefassungen versammelt, wäre eine saubere Herkunftsangabe zu jedem Titel das Mindeste gewesen.
Hinzu kommt: Wer über diese CD tatsächlich zum ersten Mal auf Numan stößt, bekommt ein schiefes Bild. „Cars“, „Are Friends Electric?“ in der Studiofassung, „Down In The Park“, „Metal“ oder „I Die: You Die“ fehlen naturgemäß, weil sie aus einem anderen Jahrzehnt stammen. Diese Zusammenstellung ist ein Nachschlag, keine Einführung.
Für wen lohnt sich diese Best of?
Ideal ist die CD für Hörer, die die frühen Alben kennen und nun wissen wollen, was nach dem Ruhm kam. Ebenso für Sammler, die „London Times“ oder die Livefassungen nicht anderweitig im Regal haben. Wer dagegen einen ersten Zugang zu Gary Numan sucht, greift besser zu einer Zusammenstellung der Jahre 1978 bis 1983 und kommt später hierher zurück.
Fazit: Lohnt sich The Best Of Gary Numan 1984-92?
Diese Best of ist eine, die den Namen auch verdient, sie ist erfrischend anders und offeriert dem geneigten Hörer eine Vielzahl unterschiedlicher Stile Gary Numans, die es zu entdecken gilt. Da es sich bei den meisten Stücken für den Durchschnittshörer um weitgehend unbekanntes Terrain handelt, ist diese Kompilation eine ideale Gelegenheit, diesen Künstler einmal musikalisch näher kennenzulernen. Nur beim Booklet hätte man sich deutlich mehr Mühe geben müssen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Jahre deckt The Best Of Gary Numan 1984-92 ab?
The Best Of Gary Numan 1984-92 deckt die Jahre von Berserker 1984, mit dem Numan sein Label Numa Records gründete, bis Machine + Soul von 1992 ab. Es ist die unpopuläre Phase seiner Karriere, Klassiker aus den siebziger Jahren fehlen deshalb fast vollständig.
Ist Are Friends Electric? auf dieser Compilation in der Originalversion enthalten?
Nein, The Best Of Gary Numan 1984-92 enthält eine Liveaufnahme von „Are Friends Electric?“ statt der Originalversion von 1979. Die Konzertfassung bekommt deutlich mehr Raum als das Original und gehört zu den Höhepunkten der CD.
Woher stammt der Titel London Times?
Der Titel „London Times“ auf The Best Of Gary Numan 1984-92 entstand im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Projekt Radio Heart der schottischen Brüder Hugh und David Nicholson. Die Single erschien 1987 und erreichte in Großbritannien Platz 48. Wer nur Numans reguläre Studioalben sammelt, kennt das Stück nicht.
Lohnt sich die Compilation für Einsteiger?
Nur bedingt: The Best Of Gary Numan 1984-92 eignet sich als erster Einstieg nicht ideal, weil die berühmten Stücke der Jahre 1979 bis 1983 fehlen. Wer wissen will, wie vielseitig Numan jenseits der Klassiker war, findet hier eine gut gemischte Auswahl aus Popsongs, Balladen und Livefassungen.
Wie gut ist die Ausstattung der Veröffentlichung?
Die Ausstattung von The Best Of Gary Numan 1984-92 ist der klare Schwachpunkt: Das Booklet fällt sehr mager aus und enthält so gut wie keine Angaben zu den einzelnen Stücken. Bei Livefassungen und Raritäten wäre eine saubere Herkunftsangabe zu jedem Titel das Mindeste gewesen.
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